Freibad-Diskussion als Wahlkampfmanöver?

Noch liegt das Dudweiler Freibad im Winterschlaf. (Foto: Thomas Braun)
Noch liegt das Dudweiler Freibad im Winterschlaf. (Foto: Thomas Braun)
Dudweiler Freibad (Foto: Thomas Braun)

CDU-Fraktionschef im Saarbrücker Stadtrat, Strobel, und sein Stellvertreter Zehner haben die Verwaltung scharf attackiert, weil Entscheidungen über die Zukunft des Dudweiler Freibades weiter auf die lange Bank geschoben werden. Sie vermuten ein Wahlkampf-Manöver von Oberbürgermeisterin Britz, bei der vor allem der Noch-Koalitionspartner Linke als der Dumme da stehen soll.

„Die Bürgerinnen und Bürger erwarten endlich eine ehrliche Antwort der Verwaltung zu der Frage, was aus den Freibädern und Lehrschwimmbecken werden soll“, sind sich Peter Strobel und Alexander Zehner sicher.

Die derzeitige wetterabhängige Öffnung oder Schließung dürfe nicht dazu missbraucht werden, um von der Kernfrage des Fortbestandes der Schwimmbäder in Altenkessel, Dudweiler und dem übrigen Stadtgebiet abzulenken. „Die Konzeptlosigkeit und Überforderung des Dezernenten Schindel trat in der vergangenen Stadtratssitzung so offenkundig zu Tage, dass man wirklich Angst um die Belange des Sports und der Bäder in unserer Stadt haben muss“, so Strobel.

Britz als Bäderretterin?

Die CDU kritisiert, dass sie bei Anfragen zur Bäderzukunft derzeit mit Aussagen abgespeist werde, die nur den Schluss zulassen, dass die Stadt entweder planlos agiere oder aber, so Sascha Zehner, dass „die Debatte um die Schwimmbäder eine Wahlkampfhilfe mit wohlverteilten Rollen werden soll: Auf der einen Seite der überforderte Dezernent Schindel, der als Vertreter der Partei ‚Die Linke’ von der Oberbürgermeisterin auf die Bürger losgelassen wird, auf der anderen Seite die SPD mit Frau Britz, die sich rechtzeitig zu den Bundestagswahlen 2013 und Kommunalwahlen 2014 als Retterin der Bäder präsentieren will, indem sie zu einem politisch gewollten Zeitpunkt ein Machtwort spricht, um das Chaos in Richtung ihres Noch-Koalitionspartners zu schieben.“

Linke: Ernsthaft über Genossenschaftsbäder nachdenken

Unterdessen meldet sich auch der „Noch-Koalitionspartner“ in der Bäderdebatte zu Wort. Claudia Kohde-Kilsch, Spitzenkandidatin der Linkspartei zur Bundestagswahl im Kreis Saarbrücken, fordert die Stadtverwaltung und die Schwimmvereine in der Stadt sowie den Landesschwimmverband auf, ernsthaft über Vereins- oder Genossenschaftsbäder nachzudenken. „Bevor man an die völlige Schließung von Schwimmbädern auch nur denkt, sollte man alle anderen Möglichkeiten wirklich versucht haben“, so die Ex-Leistungssportlerin,

„Reiche“ könnten sich eigene Swimmingpools leisten oder „mal eben ans Meer fahren“, aber der große Teil der Bevölkerung sei auf öffentliche Bäder angewiesen. „Ich wäre sofort bereit, mich an einem Genossenschaftsbad zu beteiligen“, sagte Kohde-Kilsch.

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