Wahlkampfendspurt … oder: Die anderen schlecht reden

wahl_kreuzchenDie Wahlkämpfer für die Kommunal- und Europawahl am kommenden Wochenende biegen auf die Zielgerade ein. Das merkt man nicht nur an den zahlreichen Ständen in der Innenstand, auch die Medien werden mit Pressemitteilungen bombardiert. Im Vordergrund scheint dabei aber zu stehen: Hauptsache, wir reden den politischen Gegner schlecht.

Stellenabbau-Politik hat „in unserer Stadt keine Chance“ – und wir werden uns dafür einsetzen, dass es auch künftig nicht zu einem „Stellenkahlschlag“ kommen wird. Es sind markige Worte und große Versprechen, die die Linken-Spitzenkandidatin Claudia Kohde-Kilsch da per Pressemitteilung an den großen Medienverteiler herausgibt. Und sie kann auch einen benennen, der genau diese Politik verfolgt: Die Opposition im Stadtrat, namentlich die CDU und FDP.

„CDU und FDP fordern seit langem einen Stellenabbau, verschweigen aber den Bürgerinnen und Bürger, dass damit immer auch ein Abbau von Angeboten und Dienstleistungen verbunden ist“, so Kohde-Kilsch weise. „Genaue Zahlen und Vorstellungen, wie der Stellenabbau aussehen sollte, liefern sie aber nicht“, setzt die ehemalige Weltklassetennisspielerin noch einen drauf.

FDP kontert

Ein Vorwurf, den die FDP natürlich nicht auf sich sitzen lassen will. „Die Linke brüstet sich in ihren Flyern und der Presse damit, keine Verwaltungsposten abgebaut zu haben. Dabei haben sie gemeinsam mit SPD und Grünen die komplette Dudweiler Bezirksverwaltung samt Standesamt aufgelöst“, reagiert der Dudweiler FDP-Chef Tobias Raab. Aber er gesteht auch ein, dass die FDP durchaus Stellen streichen will – insbesondere „Verwaltungspöstchen“ im Rathaus. Aber eine Panikmache will er sich nicht gefallen lassen.

Der böse, böse „Kahlschlag“

„Während Linke, SPD und Grüne in den vergangenen Jahren massiv an Leistungen vor Ort gespart haben, haben wir an der Seite der Bürger gegen diesen Kahlschlag gekämpft und werden dies auch fortsetzen“, so Raab. Ahh, da ist es wieder, dieses böse Wort „Kahlschlag“. Im Wahlkampfendspurt ist es wohl besonders wichtig, sich von diesem Begriff freizusagen und den politischen Gegner damit zu brandmarken. Kahlschlag, Kahlschlag, Kahlschlag! Denn will übrigens keiner, auch die AfD nicht – und wenn wir CDU, SPD und Grüne fragen – die bestimmt auch nicht.

Dann ist doch alles in Butter – wäre da nicht das andere böse Wort „Schuldenbremse“ und „Überschuldung“. Es wird, da kann und muss sich der Wähler sicher sein, nach der Wahl weitere Einschnitte geben. Schön wäre es, wenn die Politiker dem Wähler darüber „reinen Wein einschenken“ würden, wie es die Linke so schön fordert. Aber wo bitte leben wir denn? Mit der Wahrheit gewinnt man keine Wahl – und Versprechen, insbesondere Wahlversprechen, sind ja bekanntlich da, um gebrochen zu werden.

Nicht Parteien, sondern Menschen wählen!

Was uns als Wähler natürlich nicht davon abhalten sollte, am Sonntag dennoch wählen zu gehen. Aber vielleicht sollten wir weniger auf die Parteien schauen, sondern mehr auf die Köpfe dahinter. Denn gerade in der Kommunalpolitik ist gar nicht so sehr das Parteibuch entscheidend – sondern vielmehr der Kandidat, der für die Partei antritt: Glaube ich ihm? Hat er was im Köpfchen? Kann er Dudweiler voranbringen? Kann er sich gegenüber der Landeshauptstadt behaupten? Das sind die wichtigen Fragen.

In dem Sinne, liebe Parteien, freuen wir uns über weitere Pressemitteilungen – wenn ihr endlich aufhört, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern einfach mal eure Kandidaten vorstellt! Ihr bewerbt euch quasi um einen Arbeitsplatz – aber welcher Personalchef würde jemanden einstellen, der nichts über die persönliche Qualifikation sagt, aber andauernd erzählt, dass Charlotte, Peter oder Gaby ziemlich Murks gemacht haben.

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2 Thoughts to “Wahlkampfendspurt … oder: Die anderen schlecht reden”

  1. DerKlaus

    Und Dudweiler wählt weiterhin schön die SPD und vergisst, weshalb am 01.07.2014 nur noch 3 Männchen unter einem SPD Bezirksbürgermeister im hiesigen Rathaus sitzen!!!

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  2. Maz

    alte tatagreise wählen eben aus gewohnheit. war schon immer so und deswegen wird immer das selbe gewählt. aber zum glück ändert sich das ganze langsam. die jungen rücken nach. nach der fdp sind spd und cdu die nächsten

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