Wahlkampfblüten: Regieren nach Milchmädchenart und „Wir haben mehr Stände, ätsch!“

Das Wochenende steht wieder voll im Zeichen des Wahlkampfes – nicht nur auf der Straße, sondern auch im Netz bei Twitter und Facebook. Dort überbieten sich die großen Parteien wieder mit inhaltsleeren und absurden Phrasen.

Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer zum Beispiel twittert: „Nach Strassenwahlkampf SLS Besuch Globus. Interessante Neuigkeiten. Viele Franz. Kunden.“ Ich hoffe inständig, dass die Neuigkeit für Kramp-Karrenbauer nicht ist, dass im Globus viele französische Kunden anzutreffen sind. Denn es wäre ein Armutszeugnis für eine saarländische Regierungschefin, dass sie erst Straßenwahlkampf machen muss, um zu erfahren, dass unsere französischen Nachbarn gerne zum Einkaufen über die Grenze kommen.

Richtig interessant ist aber die Erkenntnis, die „@_A_K_K“ aus der Tatsache zieht, dass Franzosen im Saarland einkaufen: „Deshalb Franz. Sprache in Schulen foerdern.“ Wenn DAS die Begründung ist, dass Französisch auf den saarländischen Lehrplan gehört, dann frage ich mich, was mit Türkisch, Russisch und Italienisch ist? Unsere ausländischen Mitbürger kommen nämlich nicht nur zum Einkaufen über die Grenze, sondern leben längst mit uns zusammen hier. Dann sollten wir doch im Sinne einer besseren Integration auch ihre Muttersprachen erlernen.

Wer hat mehr Stände?

Aber auch die Saar-SPD bekleckert sich im Netz nicht gerade mit Ruhm. Auf ihrer Facebook-Seite wirft sie der CDU vor, dass sie ihre Spitzenkandidatin im Wahlkampf alleine lasse und nicht mit ausreichend Wahlkampfständen in den Fußgängerzonen präsent sei. Ich frage mich, was es mit politischer Debatte zu tun hat, dem Konkurrenten im Kampf um das Ministerpräsidentenamt vorzuwerfen, in den Fußgängerzonen nicht so aktiv unterwegs zu sein. Dann bei Facebook zu schreiben: „Wenn’s um Inhalte geht, gibt’s halt klare Alternativen: Jetzt Heiko Maas“ klingt absurd. Was bitteschön hat die Anzahl der Wahlkampfstände mit Inhalten zu tun, liebe SPD?

Immerhin, ein Gutes hat der Internetwahlkampf: Er bestärkt bei mir den Verdacht, dass die Parteien den Punkt „Ausbau der Kindergarten- und Krippenplätze“ von der Agenda streichen können. Denn „Kindergarten“ haben wir im Moment genug. Und jetzt, liebe saarländischen Politiker: Kümmert Euch bitte wieder um die wirklich wichtigen Themen!

(Ein Beitrag von Saarlandpolitik.de)

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One Thought to “Wahlkampfblüten: Regieren nach Milchmädchenart und „Wir haben mehr Stände, ätsch!“”

  1. Hellmut

    Genau. Nach sieben Störfällen in Cattenom tun die großen Parteien so als wäre da nichts passiert. Da ist ja nur ein Notfallventil nicht eingebaut worden.

    57 km bis nach Saarbrücken und Annegret geht einkaufen und Heiko ist das Programm der SPD.

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