cts-Geschäftsführer Backes: „Auf dem Niveau diskutiere ich nicht!“

cts-Geschäftsführer Backes: „Auf dem Niveau diskutiere ich nicht!“

Eigentlich war es eine zahme Veranstaltung – die Podiumsdiskussion zur aktuellen Lage des Dudweiler Krankenhauses, zu der die Dudweiler FDP geladen hatte. Nur einmal kam cts-Geschäftsführer Hans-Joachim Backes aus der Deckung, als Venenspezialist Dr. Stenger die negativen Geschäftszahlen der gynäkologischen Abteilung anzweifelte. Auch Gerüchte um angebliche Fremdinvestoren, die das Krankenhaus übernehmen wollten und mögliche Konsequenzen für das Dudweiler Standesamt kamen auf dem Tisch.

Viel zu erklären hatte Hans-Joachim Backes (l.) bei der Podiumsdiskussion
Viel zu erklären hatte Hans-Joachim Backes (l.) bei der Podiumsdiskussion

Die Diskussionsrunde im Dudweiler Bürgerhof Martin begann recht unspektakulär. Mit geschickten, aber eher harmlosen Fragen gab der Moderator des Abends, FDP-Oberbürgermeister-Kandidat Friedhelm Fiedler, cts-Geschäftsführer Backes zunächst einmal die Gelegenheit, die Situation des saarländischen Krankenhaussystems im Allgemeinen und die besondere Stellung der cts in diesem Feld zu erklären. Mit welchen Widrigkeiten man zu kämpfen habe, weil die Kostenseite teilweise massiv nach oben gehe, während die Einnahmenseite stagniere oder sogar zurückgehe.

Dudweiler Krankenhaus mit jährlichem Defizit von knapp einer Million
U.a. wurde dabei über Fallpauschalen diskutiert, die für jeden behandelten Patient gezahlt werden. Diese reichten aber bei einem kleinen Krankenhaus wie St. Josef mit vergleichsweise wenigen Patienten oftmals nicht aus, um die Ausgabenseite zu decken. Auch die zurückgehende Geburtenrate wurde angesprochen, oder die durch Tarifanpassungen gestiegenen Lohnkosten. Alleine im Bereich Lohnkosten, der mit ca. 13 Millionen Euro den größten Teil der jährlichen Betriebskosten ausmache, musste die Verwaltung in den vergangenen Jahren Mehrausgaben von 700.000 Euro verkraften.

Aktuell sei die Lage des Dudweiler Krankenhauses so schlecht, dass jährlich ein Defizit von knapp einer Million Euro erwirtschaftet werde. Um den Standort Dudweiler zu sichern, seien langfristig Änderungen nötig. „Kleine Abteilungen schaffen es nicht, auf Dauer wirtschaftlich geführt zu werden“, so Backes. Und gerade die Dudweiler Gynäkologie sei zu klein, dass langfristig andere Perspektiven bestehen – selbst wenn nach den jetzt abgeschlossenen Umbauarbeiten die Zahl der Geburten wieder steigen würde. Da helfe auch nicht, dass die Geburtsklinik einen sehr guten Ruf genieße und hier hervorragende Arbeit geleistet werde. Sicherlich gebe es da die „Tradition auf der einen Seite, aber auch wirtschaftlichen Zwang auf der anderen Seite. Und von Tradition alleine kann man nicht leben“, sagte Backes. Tradition sichere keine Gehälter.

"Keine weiteren Schließungen" - das wollte Diskussionsleiter Friedhelm Fiedler (r.) von Backes bestätigt haben.
"Keine weiteren Schließungen" - das wollte Diskussionsleiter Friedhelm Fiedler (r.) von Backes bestätigt haben.

Weitere Abteilungsschließungen kein Thema – Gehaltskürzungen aber nicht vom Tisch
Umgekehrt trat er aber vehement den Befürchtungen entgegen, dass die Schließung der Gynäkologie-Abteilung nur der Anfang einer stückchenweise Schließung weiterer Abteilungen wäre. Er ließ sich von Fiedler sogar darauf festlegen, für die nächsten fünf bis acht Jahre eine Bestandsgarantie für alle weiteren Abteilungen – und damit für den Standort Dudweiler – zu geben. Durch die Verbundlösung würden Rastpfuhl und Dudweiler mit dann rund 550 Betten sogar in die Liga der größeren Krankenhäuser aufsteigen. Alleine Dudweiler solle nach der Umstruktierung über 185 Betten verfügen – deutlich mehr als derzeit.

Was damit allerdings nicht vom Tisch war, war die Frage, ob trotz der Verbundlösung die Dudweiler Belegschaft nicht doch noch mit Gehaltseinbußen zu rechnen habe. Das Stichwort „Notausstiegsklausel“ (zeitweiser Ausstieg aus Tarifvereinbarungen) hing dabei wie ein Damokles-Schwert im Raum. Backes konnte aktuell nicht garantieren, dass dieses Thema für die Dudweiler Mitarbeiter nicht doch noch sehr konkret werden könnte. Was in diesem Zusammenhang auf Unverständnis bei der Mitarbeiterschaft stieß, war, dass in einem solchen Falle wohl nur die Dudweilerer betroffen wären. An dem „großen Bruder“ Rastpfuhl würde der Kelch wohl vorüber gehen – obwohl beide doch zu einem Verbund, also einem Krankenhaus, zusammengeschlossen werden sollen.

Konzentriert folgte Hans-Joachim Backes den Fragen der Zuhörer.
Konzentriert folgte Hans-Joachim Backes den Fragen der Zuhörer.

Falsch gerechnet? Backes in der Defensive
Richtig Bewegung in die Diskussion kam dann, als die Zuhörer sich zu Wort melden durften. Gut vorbereitet war hier zum Beispiel Dr. Stenger, der Backes eine eigene Rechnung vortrug. Danach schätzte er den Umsatz der Gynäkologie-Abteilung auf rund drei Millionen Euro, kam auf der Ausgabenseite aber nur auf einen Betrag von unter zwei Millionen Euro – also weit von einem Defizit entfernt. Auf diese Rechnung wollte Backes aber nicht eingehen: „Auf dem Niveau diskutiere ich nicht“, so Backes. „Ich brauche das nicht zu widerlegen. Glauben Sie es einfach, dass unsere Zahlen richtig sind, oder lassen Sie es bleiben!“ Viel konkreter wollte er nicht werden, verwies lediglich darauf, dass Stenger in seiner Kalkulation einige wesentliche Punkte wie OP-Kosten, Verwaltungsausgaben, Labor und noch mehr vergessen habe. Erst als Moderator Friedhelm Fiedler sich mit dem Kompromiss-Vorschlag einschaltete, dass Herr Stenger in einem gesonderten Rahmen Einblick in die Zahlen nehmen könne, wurde die Diskussion um diesen Punkt beendet.

Aber danach war es wieder Stenger, der das Wort übernahm. Er wollte nach wie vor nicht daran glauben wollte, dass seine Rechnung so falsch sei und vermutete andere Gründe für das Beinahe-Millionen-Defizit des Krankenhauses. Für ihn seien das „hausgemachte“ Kosten, die dem kleineren Dudweiler durch den großen Bruder Rastpfuhl aufgedrückt würden. Als Beispiel nannte er die IT-Abteilung, die das Dudweiler Krankenhaus früher in Eigenverantwortung betrieb, die nun aber vom Rastpfuhl mitübernommen werde und seiner Ansicht nach deutliche Mehrkosten verursache. Ähnliche Beispiele gäbe es in anderen Bereichen, wo das Dudweiler Krankenhaus durch die enge Kooperation mit dem Rastpfuhl eher finanzielle Nachteile habe. Aus Backes‘ Sicht bringe die Kooperation jedoch viele Vorteile – z.B. wenn man beim Einkauf als großer Abnehmer auftreten könne.

Hebammen: Verbundkrankenhaus könnte Patientinnen verlieren
Einen anderen Aspekt brachten die vertretenen Hebammen in die Diskussion: Sie wiesen darauf hin, dass viele angehende Mütter, z.B. aus dem nahen St. Ingbert, den Wechsel auf den Rastpfuhl nicht mitmachen würden – das Verbundkrankenhaus letztlich also Patienten verlieren werde. Eine Lösung für dieses Problem konnte Backes nicht liefern.

Für viele Anwesende war auch unverständlich, warum mit der Geburtenklinik ausgerechnet das Aushängeschild des St. Josef-Krankenhauses geschlossen werde. Hier hegten sowohl FDP-Fraktionsvorsitzender Gerd Kiefer, als auch Belegarzt Dr. Gombert die Befürchtung, dass dieser Imageverlust dem Krankenhaus enorm schaden könne – so sehr, dass auch in anderen Bereichen die Patienten ausblieben. Und dann würde es mit dem Krankenhaus auf gut deutsch „den Bach runtergehen“, so Gombert.

Gerüchte um Übernahmeangebot
Es waren auch Kiefer und Gombert, die Gerüchte um mögliche Interessenten für eine Übernahme des Krankenhauses ins Spiel brachten. Hier konnten aber weder Backes etwas dazu sagen, noch konnte Fiedler, der nicht zuletzt aus seiner Zeit als SZ-Chefredakteur zu den sehr gut vernetzten und gut informierten Saarländern zählt, solche Gerüchte bestätigen.

Fällt mit der Entbindungs-Station auch das Standesamt weg?
Zuletzt noch ein Punkt, auf den Gerd Kiefer hinwies, und der die Dudweilerer zusätzlich schmerzen dürfte: Wird die Geburtenklinik hier im Stadtbezirk wirklich geschlossen – was erst noch vom Gesundheitsministerium bestätigt werden muss – könnte in der Folge auch das Dudweiler Standesamt auf den Prüfstand geraten. Dessen derzeit stärkste Existenzberechtigung sei die hohe Anzahl der Geburten im Stadtbezirk, so Kiefer – und wenn die wegfielen, entfielen auch die Argumente für den Fortbestand des Standesamtes.

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13 thoughts on “cts-Geschäftsführer Backes: „Auf dem Niveau diskutiere ich nicht!“

  1. Tobias Raab

    Hallo miteinander!

    Vielen Dank noch einmal an alle, die gestern an der Veranstaltung teilnehmen konnten. Ich denke, die hohe Beteiligung war auch nochmal ein weiteres klares Statement der Dudweilerer, was unsere Geburtenklinik betrifft.

    Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht wirklich begeistert vom Auftritt von Herrn Backes war. Teils genervt, teils unfreundlich. Und die Chance die er gestern hatte, die Schließung der Geburtsklinik zu erklären und uns verständlich zu machen, hat er sicherlich vertan. Für mich absolut unverständlich, dass er die Rechnung von Herrn Dr. Stenger als falsch bezeichnete, ohne jedoch darzulegen was daran falsch sein soll. Dabei wird doch niemand glauben, dass er sich vor einer solchen Podiumsdiskussion die entsprechenden Zahlen nicht angeschaut hätte. Dr. Stenger als „schlecht informiert“ zu bezeichnen und das dann noch mit einem „Glauben Sie es einfach, dass unsere Zahlen richtig sind, oder lassen Sie es bleiben!“… Also meiner Ansicht nach war DAS ein Niveau, auf dem man nicht diskutieren sollte.

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  2. Harald Groß

    Hallo an alle 🙂

    Ich konnte leider bei der Diskussion nicht dabei sein. Aber was ich hier so lese, ist dieser angebliche Geschäftsführer mit ähnlicher Motivation in die Diskussion gegangen, wie weiland Charlotte Britz, als sie erklärte das Dudweiler Freibad müsse geschlossen werden und damit fertig…

    „Glauben sie meine Zahlen oder glauben sie sie nicht“ klingt für mich wie “ Halt die Klappe und friß was ich dir gnädigerweise hinwerfe“.
    Man könnte fast glauben das Herr Backes brüskiert darüber gewesen ist, dass sich herausgestellt hat, dass andere Leute sich anmaßen, ebenfalls rechnen zu können.
    Eventuell sogar noch besser als er selbst….
    Und der Hinweis auf etwas das er selbst offensichtlich nicht hat…Niveau…läßt zumindest bei mir den Glauben aufkommen, dass er sich eine Karriere als Pleite-Politiker durchaus gut vorstellen kann, sobald er das Dudweiler Krankenhaus – aus seiner Sicht- erfolgreich exekutiert hat.

    Grüße an alle 🙂
    Harald

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  3. Thomas Braun

    Auch die Saarbrücker Zeitung hat mittlerweile nachgelegt – hier gibt es noch mehr Zahlen und Fakten zur aktuellen Geburtenrate und Krankenhaus-Situation im Saarland allgemein: http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/saarbruecken/Knapp-eine-Million-Euro-Verlust;art2806,3725249

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  4. Harald Groß

    Wißt ihr was an der ganzen Sache das schlimme ist?
    Es interessiert sich niemand von denen für die Patienten.
    Ich seh es schon kommen, dass es dann in einigen Jahren heißen wird „Das können wir hier in Dudweiler nicht untersuchen, dazu müssen wir sie auf den Rastpfuhl fahren, dass kann aber noch drei Tage dauern, weil die da so überlastet sind“
    Während die Chefetage dann jammert „Wir können ja nichts dafür das wir Leute entlassen müssen. Alleine schon die Kosten für die Patientenfahrten vom Rastpfuhl nach Dudweiler und umgekehrt, sind ein so hoher Kostenfaktor das wir Einsparungen vornehmen müssen“
    Und kaum ein Jahr später heißt es dann „Beide Krankenhäuser sind unrentabel, wir müssen eines davon schließen.“ und kurz darauf ist das Dudweiler Krankenhaus dann weg, mit der Begründung, dass es für einen Stadtteil sowieso nicht üblich ist ein eigenes Krankenhaus zu haben und die Patienten doch besser nach Saarbrücken fahren sollen, wenn sie krank sind. Zusätzliche Kosten für die Patienten und der Zeitverlust bei Notfällen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall werden dann wieder großzügig unter den Tisch gekehrt. Wenn die Leute dann auf dem zu weiten Weg nach Saarbrücken verrecken, spart das ja immerhin den Krankenkassen kosten!
    Herr Backes und Kollegen schütteln bedauernd die Köpfe und bauen sich ein Ferienhaus in der Toscana.
    Die Bürger (Patienten) sind die geleimten und alle anderen waschen sich die Hände in Unschuld…..
    Woher ich das wissen will?
    Bürgerhaus und Fußgängerzone in Dudweiler sind da als Beispiel zu nennen. Stadtmitte am Fluß, der Stadionneubau und die neue Eventhalle sind genau so Beispiele dafür, dass mit dem Geld der Bürger verantwortungslos umgegangen wird. Und unsere Politiker dienen den Managern als Vorbild! Und ebenso wie Politiker, können Manager nicht zur Verantwortung gezogen werden, sondern streichen noch fette Abfindungen ein.
    Das nur als ein Beispiel von vielen.
    Aber der Kampf um das Dudweiler Freibad hat bewiesen, das es noch Hoffnung für unsere Stadt gibt, wenn wir aufpassen und den Verantwortlichen rechtzeitig auf die Finger klopfen, wenn sie uns mal wieder als so dumm hinstellen wollen, wie sie uns gerne hätten.

    Grüße 🙂
    Harald

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  5. Tobias Raab

    Ich kann meinem Vorredner in vielen Punkten Recht geben. Vor allem die Übertragung aller „St. Josefs-Kunden“ auf den Rastpfuhl ist eine Milchmädchenrechnung. Viele davon kommen aus IGB oder Sluzbach (ich kenne sogar viele aus Eppelborn, Illingen usw). Viele dieserr Patienten werden dann nicht einfach auf den Rastpfuhl fahren, soviel steht fest.
    In einem Punkt würde ich allerdings ein wenig differenzieren wollen: es gibt nicht nur „die Politiker“. Ich bin auch politisch engagiert, ebenso wie viele die ich kenne. Natürlich gibt es hierbei auch die Klischee-Leute, von denen Harald geredet hat. Aber es gibt eben auch die, die letztes Jahr für das Freibad gekämpft haben, sich für den Erhalt der Geburtsklinik stark machen und stets gegen eine weitere Schwächung des Stadtbezirks sowie gegen den schwachsinnigen Tunnel-Bau von Frau Britz und Frau Wandelhöfer eintreten. Diesen Einsatz sollte man nicht verkennen und ignorieren, indem man zu pauschal über „die Politiker“ redet, auch wenn die genannten Vorurteile sicherlich auf einige zutreffen mögen.0

    Liebe Grüße, Tobias Raab

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  6. Harald Groß

    Hallo an alle 🙂 und auch Hallo Tobias 🙂

    Wir beide kennen uns noch von der Arbeit der BürgerInitiativeDudweiler her und ich kann mich noch gut an deine Rede vor dem Bezirksrat in Dudweiler erinnern, wo du den Anwesenden so richtig „Feuer“ gemacht hast.
    Ich will jetzt nicht in allen Einzelheiten auf die Geschehnisse eingehen, bei denen die Bürger von Dudweiler von „den Politikern“ aller Farben und Fraktionen
    mehr oder weniger mit Absicht hereingelegt und auf´s Kreuz gelegt worden sind. Ich rechne es dir auch hoch an, dass du die Fahne der Politik, egal welcher Fraktion, hochhälst und verteidigst. So wie ich dich kennengelernt habe, entspricht das deiner Überzeugung und ist dein gutes Recht!
    Allerdings werde ich auch in Zukunft nicht aufhören von „den Politikern“ zu reden. Und zwar weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass auch der idealistischste Kämpfer an der politischen Front letztendlich von seiner eigenen Partei ausgebremst wurde, sobald seine Ziele nicht mehr mit den Zielen der Partei übereinstimmen.
    Und die Ziele der Partei sind davon abhängig wieviel Erfolg für die Partei dabei rausspringt.
    Diese Aussage gilt auch wieder quer durch alle Fraktionen.

    Seit 1974 gab und gibt es genug Beispiele, die deutlich machen das dies „die“ praktizierte herangehensweise in unseren Parteien ist. Das alles nochmal durchzukauen bringt nichts. Für mich ist es allerdings erschreckend mit anzusehen, das schon seit mehr als zwanzig Jahren immer das selbe Muster benutzt wird und den Bürgern -nicht nur in Dudweiler, oder in Saarbrücken oder im Saarland sondern bundesweit- mehr und mehr von ihren Rechten und Freiheiten eingeschränkt wird.
    Das dies passiert kann ich nur „den Politikern“ anrechnen, denn egal wer gewählt worden ist, das „Schema X“ blieb immer und immer wieder das gleiche. Die Folgen davon sehen wir heute, wenn wir unsere Finanz-und Gesundheitssituation und den Lebensstandardsverlust der Deutschen im Gegensatz zu früheren Zeiten vergleichen. „Die Politiker“ haben uns immer und immer wieder eine bessere Zukunft versprochen. Erreicht haben sie das wir heute mit Wehmut in die Vergangenheit blicken.
    Das „die Politiker“ dann auch noch die Dreistigkeit haben, von einer „unangebrachten Politikverdrossenheit“ zu reden, setzt dem ganzen dann die Krone auf.

    Aber ich lasse mich nur zu gerne positiv überraschen. Zeigt den Bürgern das ihr eine andere Generation seid. Brecht den uralten Sumpf auf und zeigt das ihr kreativ und engagiert genug seid, neue Wege zu gehen. Setzt euch gegen die Betonköpfe und Idioten durch und zeigt das ihr zu selbständigem Denken und Handeln fähig seid-notfalls auch gegen die Hauptrichtung eurer eigenen Partei- und ich bin nur zu gerne bereit nicht mehr von „den Politikern“ als graue stupide Masse zu reden.
    Bis dahin jedoch…….

    Grüße 🙂
    Harald

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  7. Renate Iffland

    Guten Tag,

    da das Krankenhaus in Dudweiler laut cts-Geschäftsführung nicht geschlossen wird, müssen gar nicht „alle St.-Josefs-Kunden“ auf den Rastpfuhl – entsprechend sind die Argumente von den Patienten, die – Zitat – „auf dem zu weiten Weg nach Saarbrücken verrecken“ hinfällig.

    Es geht um eine einzige Abteilung, die nicht geschlossen, sondern 10 Kilometer weiter verlegt und dort – so ist jedenfalls der Wunsch – wie gehabt weiterbetrieben werden soll. Und es geht darum, den Standort zu erhalten – eben gerade im Sinne der (Notfall-)Patienten!

    Und wer öffentlich beklagt, dass er befürchtet, das Krankenhaus St. Josef könnte möglicherweise bald kein Personal mehr finden, der sollte doch bitte zunächst einmal davon absehen, dubiose Gerüchte über eine Schließung oder einen Verkauf oder ein langsames Ausbluten weiter zu verbreiten. Wie das Haus derzeit in der Öffentlichkeit dasteht, hat auch etwas damit zu tun, wie (unter anderem hier) darüber geredet und geschrieben wird.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Renate Iffland

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  8. Thomas Braun

    Sehr geehrte Frau Iffland,

    vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Blog. Wir wehren uns aber gegen den Vorwurf, unsere Berichterstattung trage mit Schuld an der derzeitigen Situation des Krankenhauses Dudweiler. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass das Krankenhaus nach wie vor einen exzellenten Ruf genießt. Allerdings gibt es Personen, die befürchten, dass bei einer Verlegung der Gynäkologie, dem Aushängeschild des Dudweiler Standortes, dieser gute Ruf leiden könnte. Diese Befürchtungen haben nicht wir in die Welt gesetzt, sondern sie kamen zum Beispiel ganz deutlich bei der FDP-Podiumsdiskussion vergangene Woche zur Sprache.

    Von einer Schließung des Standortes hat keiner gesprochen, sondern wir zitieren sogar ausdrücklich Herrn Backes, der eine Bestandsgarantie für den Standort Dudweiler gegeben hat. Und auch die Gerüchte über mögliche Privatinvestoren stammen nicht von uns, sondern kamen auch bei der Diskussion zur Sprache – wobei wir auch hier, so glaube ich, mehr als deutlich gesagt haben, dass weder Herr Backes, noch Herr Fiedler diese Gerüchte bestätigen können.

    Was widerum Privatpersonen hier als Kommentar hinterlassen, ist reine Meinungsäußerung – diese zu unterschlagen wäre Zensur – und die hat in einem demokratischen System keinen Platz. Zumal jeder die Möglichkeit bekommt, zu Kommentaren ebenfalls Stellung zu nehmen.

    Wir laden Sie herzlich ein, weiter mitzulesen und vor allem zu kommentieren – denn nur so entsteht das, was wir uns vom Blog letztendlich wünschen: Ein möglichst objektiver – da von vielen Seiten beleuchteter – Blick auf den Sachverhalt. Und ich hoffe, sie verzeihen uns, dass wir als „Dudweiler-Blog“ dabei die Partei der Dudweilerer einnehmen, die sich (notfalls auch gegen wirtschaftliche Vernunft) dagegen wehren, dass Ihnen ein Stück Tradition genommen wird und nach Saarbrücken ausgelagert wird.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Thomas Braun

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  9. Renate Iffland

    Sehr geehrter Herr Braun,

    vielen Dank für Ihre Antwort.

    Mein Kommentar bezieht sich keineswegs auf Ihre – durchaus differenzierte – Berichterstattung hier im Blog, sondern auf die darunter stehenden Meinungsäußerungen. Dies habe ich auch in Form der Zitate, auf die ich meine Antwort beziehe, kenntlich gemacht.

    Dass das Krankenhaus einen sehr guten Ruf genießt, ist mir bewusst – und es ist mir daran gelegen, dass das so bleibt. Es geht mir in erster Linie darum, das Bewusstsein dafür wachzurufen, dass auch diejenigen ein von ihnen befürchtetes „Ausbluten“ des Krankenhauses mit-befördern, die undifferenziert und ohne Überprüfung falsche Gerüchte weitertragen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Renate Iffland

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  10. Harald Groß

    Guten Morgen an alle 🙂

    Da ich einer von denen bin die nach Frau Iffland´s Meinung
    -Zitat´- “ undifferenziert und ohne Überprüfung falsche Gerüchte weiterträgt“ -Zitatende- muß ich mich dazu mal erklärend äußern.

    Sehr geehrte Frau Iffland 🙂
    Es tut mir leid sie darauf hinweisen zu müssen, dass sie einen Beitrag von mir offensichtlich falsch verstanden haben. Der Satz den sie- ohne den restlichen Beitrag zu berücksichtigen- aus meinem Beitrag zitiert haben, war eine Zukunftsprognose die ich ich aus meinen ganz persönlichen Erfahrungen, mit Leuten die so Arbeiten wie dieser Herr Backes, gezogen habe. Und ich bin auch weiterhin der Meinung, dass die momentane Strategie der cts-Führung darauf zielt, das Dudweiler Krankenhaus auf die eine oder andere Art abzustoßen, nachdem man die umfassenden Umbaumaßnahmen steuerlich abgesetzt hat.
    Wenn sie die freie Meinungsäußerungen der Dudweiler Bürger hier kritisieren, dann erlauben sie sicher die Kritik, dass ihre Art der aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate doch sehr an die Praktiken verantwortungsloser Boulevard-Schreiberlinge erinnert.
    Und ich denke das mit Diskussionen auf BILD-Niveau niemandem geholfen ist.

    Mit freundlichen Grüßen 🙂

    Harald Groß

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  11. Thomas Braun

    Je mehr man sich in das Thema einliest, umso mehr stellt man fest, wie wenig man doch eigentlich weiß – oder jemals wissen wird. Unser Artikel hier wurde auch bei der Saarland-Online-Zeitung veröffentlicht und dort von einem ehemaligen Mitarbeitervertreter des einstigen Caritas-Krankenhauses Heilig-Geist kommentiert:

    http://www.s-o-z.de/?p=44590

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  12. Harald Groß

    Das entspricht meinen oben genannten Vermutungen.
    Danke für den Hinweis Thomas 🙂
    Die Quelle des nachfolgenden Kommentars ist die Internetseite http://www.s-o-z.de

    Kommentar von Heinz-Leo Laturell bei der Saarland Online Zeitung

    Die Vorgänge um das Dudweiler St.Josefs Krankenhaus erinnern mich doch sehr an die Krankenhausschließungen in den 80 iger Jahren. Unter Federführung des damaligen Trierer Bischof Spital wurde die Schließungen des Illinger St.Hedwig Krankenhauses und in der Folge die des, gerade mit enormen finanziellen Aufwand renovierten Heilig-Geist-Krankenhauses in Saarbrücken betrieben. Die Umstände der Schließung waren aus der Sicht der Mitarbeiter eher dubios. Im Rückblick gab es möglicherweise zwischen den damals politisch Verantwortlichen im Land unter dem Regierungschef Lafontaine und dem Caritasverband Saarbrücken, dem Vorgänger der heutigen CTS mehr oder weniger geheime Absprachen. Man fand indes allerlei Gründe, die eine Schließung rechtfertigen oder als notwendig erscheinen lassen sollten. Mit überdurchschnittlicher Belegung, relativ kurzen Verweilzeiten, sowie einem im Vergleich günstigen Tagessatz schrieb die Klinik schwarze Zahlen. Auch damals stand das Gerücht im Raum, für die Schließung der beiden Krankenhäuser habe der Caritasverband von der Landregierung finanzielle und andere Zusagen zu Gunsten der Caritasklinik St. Theresia auf dem Rastpfuhl in Saarbrücken erhalten. So soll im Zuge der Schließung der St. Hedwig Klinik in Illingen das Rastpfuhl Krankenhaus zum Akademischen Lehrkrankenhaus erhoben worden und im Zuge der Schließung des Heilig Geist Krankenhauses eine größere Summe Geldes an den Caritasverband überwiesen worden sein. Die Wahrheit bleibt wohl für immer ein Geheimnis.

    Die damaligen regionalen Caritasverbände als Träger von Heimen und anderen Einrichtungen wurden im Zuge einer Neustrukturierung unter dem ehemaligen Trierer Bischof Spital in der CTS zusammengeführt. An der Gründung maßgeblich beteiligt war der zwischenzeitlich wegen Veruntreuung verurteilte Hans-Joachim Dörfert, der das Management der CTS übernahm. Heute steht das Dudweiler St. Josefs Krankenhaus offensichtlich zur Disposition. Die Hintergründe werden wie damals kaum zu lichten sein. Der Umgang mit Personal und Öffentlichkeit hingegen zeigt indes Parallelen. In kirchlichen Einrichtungen, sogenannten Tendenzbetrieben, gibt es keine echte Mitbestimmung der Mitarbeiter. Die Mitarbeitervertretungen sind zahnlose Tiger, eher Alibieinrichtungen. Es ist schon bezeichnend, dass ausgerechnet in den sich den der „Nächstenliebe“ verschriebenen Einrichtungen scheinbar knallharte und Menschen verachtende Manager tummeln. Es gibt kaum jemand, der sie zu bremsen vermag, der ihnen auf die Finger schaut, wie der Fall Dörfert belegt. Mitarbeiter sollen damals mehrfach erfolglos an den Bischof herangetreten sein und um ein Gespräch ersucht haben. Als Zeuge vor Gericht gab sich damals Bischof Spital betroffen und enttäuscht über die Entwicklung. Ich selbst, ehemals Mitarbeitervertreter des Heilig-Geist-Krankenhauses habe indes aus der damaligen Erfahrung heraus meine persönlichen Konsequenzen gezogen. Gegenüber der Einrichtung Caritas und insbesondere dem Management hege ich grundsätzliches und wie ich meine berechtigtes Misstrauen. Auch wenn nun andere Personen die Führung haben, am Umgang mit den Mitarbeitern hat sich scheinbar nichts geändert. (siehe: http://www.s-o-z.de/?p=44444

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    1. Thomas Braun

      … und ich verweise wieder darauf, wie wenig wir eigentlich wissen: Zum Beispiel, inwiefern Dörfert etwas mit der CTS – der Caritas-Trägergesellschaft Saarbrücken zu tun hat. Dörfert war seinerzeit Vorsitzender der CTT, der Caritas-Trägergesellschaft Trier (heute cusanus-Trägergesellschaft Trier)…

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