PIRATEN contra AfD: Wie weit rechts steht der Ortsverband Dudweiler?

Wie weit rechts steht die AfD? Aktuelle Veröffentlichungen des Sterns und der Saarbrücker Zeitung legen nahe, dass insbesondere die Parteispitze um Josef Dörr mehrfache Annäherungsversuche zur extremen rechten gestartet hat. Die AfD bestätigt, dass der ehemalige NPD-Spitzenfunktionär bei einer AfD-Veranstaltung in Dudweiler zu Gast war. Während die Piraten die Partei stark angreifen, weist die Dudweiler AfD die Vorwürfe zurück.

(Pressemitteilung der Piratenpartei) „Die Informationen des Nachrichtenmagazins „Stern“ vom 10.03.2016 bestätigen die Vermutungen bezüglich der „Alternative für Deutschland“ und die Verstrickungen mit rechtsradikalen Parteien wie der NPD. Auch in Dudweiler scheint es eine auffällige Rechtslastigkeit der AfD zu geben.

Die Ablehnung der Demonstrationen unter dem Motto „BUNT statt BRAUN“ in Dudweiler, die sich gegen SageSa und NPD richteten und von allen Parteien in Dudweiler, abgesehen von der AfD, unterstützt wurden, sowie einige Aussagen des Bezirksverordneten Welsch ließen schon seit geraumer Zeit vermuten, wie rechtslastig der Ortsverband Dudweiler aufgestellt ist.

Entgegen der fadenscheinigen Versuche des Ortsverbandes und seiner Vertreter, sich öffentlich von der NPD zu distanzieren, ist der NPD-Landesvorsitzende Peter Marx bei einem „Bürgerdialog“ der AfD in Dudweiler als Redner aufgetreten, wie der „Stern“ jetzt offenlegt.

Bezüglich einer AfD-Kundgebung in Saarbrücken, bei der NPD-Vertreter mit Bannern unterstützend teilgenommen haben, wurde von allen AfD-Vertretern wiederholt betont, dass man versucht hätte der NPD einen Platzverweis zu erteilen. Auch diese Aussagen stellten sich nun, durch die Recherchen des „Stern“, als Lügen heraus. Die NPD war nicht nur geduldet, sondern explizit eingeladen an der Veranstaltung teilzunehmen.

Dass die politische Arbeit der AfD zu gewissen Teilen darin besteht, die weiteren Parteien und deren Vertreter öffenlich zu diffamieren und zu beleidigen, gegen den Islam zu hetzen oder geschichtsrevisionistisch die „NSDAP“ als linke Partei darzustellen, nur um eine Parallele zur Partei „Die LINKE“ zu konstruieren, zeigt das sonderbare Verständnis eines demokratischen Miteinanders. Nachdem der Landesvorsitzende der AfD-Saarland Josef Dörr sowie sei Stellvertreter Lutz Hecker im Rahmen der Veröffentlichungen durch den „Stern“ ihre Ämter haben ruhen lassen, haben diese, laut Bericht des Saarländischen Rundfunks, nun zeitnah zu den Wahlerfolgen bei den Landtagswahlen am Sonntag ihre Ämter wieder aufgenommen. Es gilt abzuwarten, wie der Bundesvorstand mit dieser Entwicklung umgehen wird.

Die PIRATEN haben die AfD von Anfang an als rechtspopulistische Partei erkannt und bekämpft, die Enthüllungen durch den „Stern“ bestärken diesen Standpunkt, wir werden auch weiterhin entschieden gegen Rechtspopulisten vorgehen.“

Die AfD in Dudweiler weist die Vorwürfe zurück. Lesen Sie hier die Stellungnahme des AfD Bezirksvorstands Walter Klicker:

„1.) Die Vertreter von NPD & Sagesa waren nicht willkommen und machten einen „Überraschungsangriff“. Peter Marx (NPD) blieb auf Anweisung von Josef Dörr, nachdem Mirko ihn eigentlich des Raumes verweisen wollte.  Auch schnitt an dem Abend Mirko ihm das Wort einige Male ab und wir teilten ihm mit, dass eine Zusammenarbeit mit der NPD für uns undenkbar ist. Die NPD ist eine nationale und sozialistische Partei. Wir sind eine konservativ-liberale Alternative.

2.) Bei der Demo waren Vertreter der Fussgänger aus KL eingeladen, nicht aber die NPD. Nach Gesprächen mit der Polizei erfuhren wir, dass die NPD nicht weg geschickt werden könne und wir auch nichts gegen die Banner tun könnten. Um entsprechende Aufnahmen des NPD-Plakates zu verhindern, sprang Mirko mit einem AfD-Plakat vor die Kamera.
3.) Die AfD Dudweiler war der erste Verband im Landesverband Saarland, der sich offen gegen die NPD und Sagesa aussprach. So waren wir auch bei der ersten Demo von „Bunt statt braun“ anwesend. Als wir aber linksextreme Teilnehmer sahen und dass man die AfD mit den Nazis in einen Topf werfen wollte, haben wir uns dem verwehrt. Wir demonstrieren nicht mit Linksextremisten gegen Rechtsextremisten. Auch ging eine Distanzierung mehrerer Orts- und Kreisverbände und der mehrheitlichen Distanzierung des Landesvorstandes von NPD, FBU und Sagesa auf das Konto der AfD Dudweiler.
Fazit: Man kann also feststellen, dass die AfD in Dudweiler eine für die Saar-AfD wichtige Institution im Kampf zur Abgrenzung gegen diese Parteien. Hier hat besonders Mirko immer federführend agiert.“
Kommentar
Wir als Dudweiler Blog waren weder bei den AfD- Veranstaltungen noch bei der oben benannten Demo zugegen und geben nur die Aussagen der Piratenpartei und der AfD wieder. Tatsache aber ist, wie beide Seiten bestätigen, dass NPD-Vertreter bei allen genannten Veranstaltungen zugegen waren und dort zumindest von Teilen der Partei auch willkommen geheißen wurden. Wenn die Dudweiler AfD sich nun öffentlich davon distanziert, stellt sich die Frage, warum sie sich nicht auch von der Parteispitze distanziert. Viele andere ehemalige AfD-Politiker sind nach dem Austritt des ehemaligen Parteichefs Lucke und des damit verbundenen Rechtsrucks der Partei diesen Schritt gegangen.
Wir als Dudweiler Blog haben schon vor längerem entschieden, der Dudweiler AfD auf unserem Blog kein Forum mehr zu geben, nachdem wir in den öffentlichen Äußerungen des Dudweiler Abgeordneten Welsch eine zunehmende fremdenfeindliche und islamfeindliche Tendenz festgestellt haben. Dieser Artikel bildet eine Ausnahme, da die Partei scharf angegriffen wurde und ihr zumindest gleichwertig der Platz zur Stellungnahme eingeräumt werden sollte. Wir finden, dass sich jeder hierzu selbst seine Meinung bilden sollte!
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6 Thoughts to “PIRATEN contra AfD: Wie weit rechts steht der Ortsverband Dudweiler?”

  1. Walter Klicker

    Als Mitglied des Bezirksvorstandes Dudweiler und des Kreisvorstandes Saarbrücken muss ich hier deutlich widersprechen. Denn die Behauptungen sind gelogen:

    1.) Die Vertreter von NPD & Sagesa waren nicht willkommen und machten einen „Überraschungsangriff“. Peter Marx (NPD) blieb auf Anweisung von Josef Dörr, nachdem Mirko ihn eigentlich des Raumes verweisen wollte. Auch schnitt an dem Abend Mirko ihm das Wort einige Male ab und wir teilten ihm mit, dass eine Zusammenarbeit mit der NPD für uns undenkbar ist. Die NPD ist eine nationale und sozialistische Partei. Wir sind eine konservativ-liberale Alternative.

    2.) Bei der Demo waren Vertreter der Fussgänger aus KL eingeladen, nicht aber die NPD. Nach Gesprächen mit der Polizei erfuhren wir, dass die NPD nicht weg geschickt werden könne und wir auch nichts gegen die Banner tun könnten. Um entsprechende Aufnahmen des NPD-Plakates zu verhindern, sprang Mirko mit einem AfD-Plakat vor die Kamera.

    3.) Die AfD Dudweiler war der erste Verband im Landesverband Saarland, der sich offen gegen die NPD und Sagesa aussprach. So waren wir auch bei der ersten Demo von „Bunt statt braun“ anwesend. Als wir aber linksextreme Teilnehmer sahen und dass man die AfD mit den Nazis in einen Topf werfen wollte, haben wir uns dem verwehrt. Wir demonstrieren nicht mit Linksextremisten gegen Rechtsextremisten. Auch ging eine Distanzierung mehrerer Orts- und Kreisverbände und der mehrheitlichen Distanzierung des Landesvorstandes von NPD, FBU und Sagesa auf das Konto der AfD Dudweiler.

    Fazit: Man kann also feststellen, dass die AfD in Dudweiler eine für die Saar-AfD wichtige Institution im Kampf zur Abgrenzung gegen diese Parteien. Hier hat besonders Mirko immer federführend agiert. Daher fordere ich auch das Rausnehmens dieses bewusst verleumderischen Artikels der Piraten.

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    1. Guten Tag Herr Klicker

      zu 1.) Die Piraten haben nicht behauptet, dass die NPD vom Ortsverband eingeladen war, sondern lediglich die Aussage des Sterns dargestellt, dass Peter Marx anwesend war und gesprochen hat. Der Aussage stimmen Sie offensichtlich zu, so wie ich das lese. Wo sehen Sie die Lüge an der Stelle?

      zu 2.) Laut Stern war die NPD sehr wohl eingeladen, der Stern schreibt auch von Mails und Nachrichten die das belegen. Sie unterstellen also dem Stern, hier zu lügen, obwohl Herr Dörr aufgrund dieser Veröffentlichungen sein Amt hat ruhen lassen und Parteiintern gegen ihn vorgegangen wird?

      zu 3.) Auf der ersten Demo war die AfD mit dabei, das ist wahr. Wenn man sich der Demonstration dann jedoch bei den weiteren Terminen von BUNT statt BRAUN nicht anschließt und von dem Bündnis dahinter distanziert, einem Zusammenschluss von Parteien (SPD, CDU, FDP, Linke, Grüne und PIRATEN), nicht von linksextremen Organisationen, gleichzeitig aber in Saarbrücken mit der NPD gemeinsam auf der Straße steht, muss man damit rechnen, dass Schlüsse gezogen werden. Vor allem wenn die Koinzidenz dazu kommt, dass ab der zweiten Demo SageSa genau für das demonstrierte, was die AfD forderte: Keine Flüchtlingsunterkunft in Dudweiler.

      Zum Fazit: Herr Welsch bezeichnet diejenigen als „Fascho-Soße“, die gegen SageSa und die NPD demonstrieren, da hilft ihm jedes „federführend agieren“ bei der Abgrenzung zur NPD nicht.

      Die PIRATEN nennt Herr Welsch öffentlich „Faschisten“, „Die LINKE“ wird als „in der Tradition von Hitler“ bezeichnet, Pressevertreter nennt er „Linksnazis“, wenn ihm die Inhalte nicht passen und CDU, SPD, FDP und PIRATEN illustriert der Bezirksverband der AfD Dudweiler auf seiner Facebookseite als Dreck, den es bei den Kehrwochen wegzukehren gilt. Das Demokratieverständnis lässt also durchaus zu wünschen übrig.

      Herr Welsch hat mir auf Facebook, nachdem ich in einer Gruppe die Pressemitteilung teilte, mit den Worten „[…] oder es setzt was“ gedroht und auf die Nachfrage, welche Aussagen denn als Lüge bezeichnet werden im Artikel wurde mein Beitrag gelöscht und ich aus der Gruppe geworfen. So viel also zur Meinungsfreiheit.

      Bis jetzt ist mir noch nicht klar, welcher Teil des Textes eine Lüge sein soll, welcher Teil justiziable Verleumdung sein soll und wieso eigentlich Herr Welsch mich haftbar machen möchte für die Pressemitteilung der Piratenpartei. Vielleicht können Sie da ein wenig Aufklärung leisten.

      Vielen Dank.

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  2. Mirko Welsch

    Wer dermaßen gegen die AfD agiert, muss auch mal rechnen mit den gleichen Mitteln eins zurück zu bekommen. Alleine bei den hier erwähnten „Zitaten“ fehlt mal wieder der Zsammenhang, was ein typischer Caspari ist.

    Austeilen wie die Kesselflicker. Heulen wie die Mädchen. Schon schlimm, wenn ich als Schwuler mehr Eier habe, als der Dudweiler Piraten-Kapitän.

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  3. Meinereiner

    oh herr caspari. der stern hat beweise… die hitler tagebücher hatten sie auch. was hier gerade abläuft ist mehr als durchsichtig. für die piraten interessiertr sich keine sau mehr. und die npd ist doch eher zu belächeln. der rest ist die pure panik bei den gutmenschen und die verzweifelten versuche die afd in den dreck zu ziehen.

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  4. Klaus

    So, dann schalte ich mich auch mal ein,
    Die AfD braucht man nicht in den Dreck zu ziehen … Das macht die Partei schon selber.
    Und alles was negativ in der Presse gedruckt wird ist ja nach Meinung der AfD gelogen weil alles Lügenpresse.
    Die Ausführung von Herrn Caspari beziehen sich auf den Artik im „Stern“.
    Zu ihren Veranstaltungen ( Stammtisch/ Demo) haben sie das Recht unerwünscht Personen zu entfernt oder entfernen zulassen ( bei der Demo haben sie Ordner dafür und im Notfall die Polizei, darüber werden sie aber auch belehrt wenn sie eine Demo anmelde).
    Das sie das nicht getan haben kommt man zu der Schlussfolgerung.. Die Personen waren erwünscht.
    Wir müssen uns ja auch die Beschimpfung des Herrn Welch gefallen lassen.
    Da ich (scheinbar) eine besser Kinderstube genossen habe, werde ich diese Beleidigung nicht wiederholen, das hat Herr Caspari ja schon getan.
    Und was die “ keine
    Eier“
    ( um in diesen Asozialen Wortlaut zu bleiben) angeht….. Meine Eier gehen sie garnichts an Herr Welch.

    Klaus Schummer
    Vorsitzender der Piratenpatei KV Saarbrücken

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  5. Meinereiner

    da fällt mir grad nur noch das hier ein.
    MIMIMIMI liebe piraten.

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