Ein Impuls aus christlicher Sicht in Zeiten der Krise – „… sich äußern in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten …“

Die Tageslosung zum 22. Juni 2020 – Ein „Impülschen“ von dem Dudweiler Pfarrer Heiko Poersch

Die Losung steht in Psalm 92,2-3:

„Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen.“

Und Paulus schreibt in Römer 15,5-6:

„Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, dass ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, wie es Christus Jesus entspricht, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.“

Der Aufruf zu Eintracht und Einmütigkeit tut Not und doch scheitern auch Glaubende Menschen immer wieder schmerzlich daran. Aber gerade deshalb gilt es immer wieder daran zu erinnern.

Der Kirchenvater Augustin beschreibt das Leben vor seiner Bekehrung als von kurzfristiger Zerstreuung bestimmt. Später als Bischof von Karthago, wo er auch als Märtyrer starb, lebte er in einer Art klösterlicher Gemeinschaft, deren Regeln er wie folgt definiert:

„Miteinander reden und lachen, sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen, zusammen schöne Bücher lesen, sich necken, dabei aber auch einander Achtung erweisen, mitunter sich auch streiten ohne Hass, so wie man es wohl einmal mit sich selbst tut, manchmal auch in den Meinungen auseinandergehen und damit die Eintracht würzen, einander belehren und voneinander lernen, die Abwesenden schmerzlich vermissen, die Ankommenden freudig begrüßen, lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe, die aus dem Herzen kommen, sich äußern in Miene, Wort und tausend freundlichen Gesten und wie Zündstoff den Geist in Gemeinsamkeit entflammen, so dass aus den vielen eine Einheit wird.“ (Augustinus, Bekenntnisse).

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