cts-Pressemeldung: Sanfte Geburt weiterhin in Dudweiler möglich

Auch die cts hat zum neuen Krankenhaus-Plan offiziell Stellung bezogen und gibt weitere Informationen bekannt, wie es künftig mit dem Standort Dudweiler weitergehen wird. Wir veröffentlichen im folgenden die ungekürzte Pressemeldung von der Webseite des Krankenhauses (Quelle: http://www.krankenhaus-dudweiler.de/Aktuelles/News/Geburtshilfe-bleibt-am-Standort-Dudweiler-erhalten;3757)

St. Josefs Krankenhaus in Dudweiler
St. Josefs Krankenhaus in Dudweiler

Sanfte Geburt weiterhin in Dudweiler möglich – Frauenklinik am Standort St. Josef bleibt erhalten

Im Zuge der weiteren und detaillierten Ausarbeitungen zum Verbundkrankenhaus der Caritasklinik St. Theresia und dem Krankenhaus St. Josef ist es der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts) gelungen, einen tragfähigen wirtschaftlichen Ausgleich für den Verbleib der Abteilung Frauenklinik und Geburtshilfe am Standort Dudweiler zu finden.

Das bedeutet, dass am Standort Dudweiler selbst nach der Zusammenführung zum Verbundkrankenhaus zunächst 12, später 8 Betten erhalten bleiben, die die gynäkologische und geburtshilfliche Versorgung der Region Dudweiler sicherstellen sollen. Dies soll unter einer gemeinsamen ärztlichen Leitung geschehen.

„Es haben sich in den vergangenen Wochen Neuerungen ergeben, die uns als cts unerwartet einen gewissen wirtschaftlichen Handlungsspielraum ermöglichen. Wir haben entschieden, diesen Spielraum zu nutzen, um dem Wunsch der Dudweiler Bürgerinnen und Bürger nach einer wohnortnahen Geburtshilfe und Gynäkologie zu entsprechen“, sagt cts-Geschäftstführer Hans-Joachim Backes.  „Für die werdenden Mütter ändert sich also weiterhin nichts. Sie können nach wie vor die Dienste in der traditionellen, sanften Geburt am Standort St. Josef in Dudweiler in Anspruch nehmen und sich von Beleghebammen ganz individuell durch ihre Geburt begleiten lassen.“
 
Davon, dass die Abteilung im Zuge des Verbundkrankenhauses künftig mit der Frauenklinik auf dem Rastpfuhl unter einer Führung arbeiten wird, verspricht er sich große Vorteile: das renommierte Angebot der traditionellen sanften Geburt mit Beleghebammen wird durch das dort bereits vorhandene Perinatalzentrum ergänzt und abgerundet. Dieses hält Intensivmediziner für Neugeborene vor und wird in Kooperation und unter Verantwortung der Fachärzte des Uniklinikums Homburg betrieben. Damit sind die Mütter und ihr Neugeborenes noch besser versorgt, sollte es nach der Geburt Probleme geben. Dies alles steht dann im Hintergrund für sie bereit. Ein weiterer Vorteil ist, dass künftig der Einsatz der ärztlichen Mitarbeiter aus dem Bereich Frauenheilkunde unabhängig vom Standort möglich ist.
 
„Wir freuen uns sehr, wenn die werdenden Mütter uns nach wie vor das Wichtigste anvertrauen, was sie haben – sich selbst und Ihr ungeborenes Baby“, sagt Hans-Joachim Backes. „Mit Menschen für Menschen da zu sein und professionelle Caritas-Arbeit zu leisten, damit Sie bei uns bei uns ganzheitliche Zuwendung erfahren und Geborgenheit finden, ist unser gemeinsamer Auftrag – erst recht in einem Verbundkrankenhaus.“

Hintergrund

Die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken mbH (cts) wird das Krankenhaus St. Josef Dudweiler und die Caritasklinik St. Theresia auf dem Rastpfuhl zu einem Verbundkrankenhaus zusammenführen. Die rechtliche Zusammenführung ist zum 1. Juli 2011 geplant; hierauf haben sich die Gremien der cts-Schwestern vom Heiligen Geist gGmbH (cts-SvHG) und der cts verständigt.

„Mit dem neuen Verbundkrankenhaus, das durch den Zusammenschluss entsteht, und in dem dann in über 500 Betten 26.000 Patienten (Stand heute) behandelt werden, wollen wir die beiden Standorte nachhaltig sichern und unseren Auftrag zur hochwertigen medizinischen Versorgung erfüllen“, sagte cts-Geschäftsführer Hans-Joachim Backes.

Im Zuge dieser Verbundlösung sind keine Entlassungen geplant, wiewohl sich die Verantwortlichen von der Zusammenlegung nicht nur eine Bündelung der Kräfte in Pflege und Medizin, sondern auch eine erhöhte Effizienz im Verwaltungsbereich versprechen und damit zur Stabilisierung der medizinischen Versorgung, aber auch zur nachhaltigen Sicherung der Arbeitsplätze beitragen.

Entgegen der bisherigen Planung haben die Verantwortlichen Anfang Juni entschieden, die Frauenheilkunde weiterhin an zwei Standorten anzubieten, aber unter eine gemeinsame ärztliche Leitung zu stellen (siehe Text auf Seite 5). Große Vorteile für alle werdenden Mütter des künftigen Verbundkrankenhauses bietet hier das Perinatalzentrum am Standort der Caritasklinik, das Intensivmediziner für Neugeborene vorhält und in Kooperation und unter Verantwortung der Fachärzte der Uniklinik Homburg betrieben wird. Beide Standorte sollen eng kooperieren und so die traditionelle sanfte Geburt am Standort St. Josef durch das an der Caritasklinik vorhandene Perinatalzentrum im Hintergrund mit der höchstmöglichen Sicherheit für Mutter und Kind verknüpfen. Zudem kooperieren niedergelassene Kinderärzte und Neonatologen vor Ort eng mit dem Verbundkrankenhaus.

Die Psychosomatik, die im Jahre 2010 von der Caritasklinik St. Theresia nach Dudweiler umgezogen ist, soll auf insgesamt 36 stationäre und 10 teilstationäre Betten, bzw. Plätze ausgebaut werden.

Des Weiteren können am Standort St. Theresia künftig invasive kardiologische Leistungen erbracht werden – das dort befindliche Herzkatheterlabor wird gemeinsam mit einem saarländischen Kooperationspartner geführt, der über eine Hauptfachabteilung Kardiologie verfügt.

„Wir sind überzeugt“, sagt Hans-Joachim Backes, „dass wir mit den genannten Maßnahmen den Herausforderungen in erforderlicher und angemessener Weise begegnen. Wir haben die Mitarbeiter gebeten, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen und die notwendigen Veränderungen aktiv mitzutragen, damit der Krankenhausstandort St. Josef Dudweiler im Interesse der Patientinnen und Patienten wie auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Dauer gesichert werden kann.“

Inzwischen hat eine Lenkungsgruppe ihre Arbeit aufgenommen, deren Aufgabe es ist, die Zusammenführung zu einem Verbundkrankenhaus zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Sie besteht aus den Direktorien und den MAV-Vorsitzenden der beiden beteiligten Einrichtungen (Heiko Desgranges, Abir Giacaman, Ursula Hubertus, Patrick Klasen, Bernd Klein, Dr. Heinz-Joachim Langer, Edgar Mertes, Prof. Dirk Pickuth)  sowie dem Geschäftsführer der cts, Hans-Joachim Backes, dem Direktor des cts-Geschäftsbereichs Gesundheit, Andreas Bock, dem Justiziar der cts, Heinz Palzer und der Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der cts, Renate Iffland. In den ersten beiden Terminen, die in konstruktiver Atmosphäre stattfanden, wurden Kernthemen definiert, die bei der Zusammenführung der beiden Häuser eine wichtige Rolle spielen und die nun nach und nach abgearbeitet werden. Dabei standen neben der Vereinheitlichung der Verwaltung die ursprünglich geplante Zusammenlegung der Abteilungen der Frauenheilkunde beider Häuser ebenso im Vordergrund, wie der Ausbau der Psychosomatik, die Vereinheitlichung von Strukturen und Arbeitsabläufen in der Pflege sowie die verschiedenen Kommissionen, Konferenzen, Beauftragtengruppen, Mitarbeitervertretungen usw.

Zielsetzung der Gespräche, die das Aufgabenfeld Frauenheilkunde zum Inhalt hatten, war die Schaffung einer gemeinsamen Abteilung an einem Standort. Hierzu haben sich alle beteiligten Hebammenpraxen bereit erklärt, entsprechende VertreterInnen in die Fachgruppen zu entsenden, in der sie fortlaufend mit angestellten Hebammen, Stationsleitungen beider Häuser, Ärzten, dem ärztlichen Leiter und Funktionskräften Details der künftigen Zusammenführung besprechen werden. Auch wenn nunmehr die „Zwei-Standort-Lösung“ präferiert wird, dürften die Gespräche und die hierin erzielten Ergebnisse dennoch die Grundlage für die neue Struktur darstellen. So sollen u. a. anhand von Fallbeispielen die konkreten Abläufe standardisiert und „ausgetestet“ werden.

Der Hintergrund für den Zusammenschluss beider Häuser zu einem Verbundkrankenhaus liegt im zunehmend harten Wettbewerb, dem besonders kleine Krankenhäuser derzeit ausgesetzt sind. Seit die Krankenhausleistungen über sog. Pauschalen in Abhängigkeit der Art der Behandlung finanziert werden, müssen die Häuser – insbesondere auf Grund der hohen Vorhaltekosten – bestimmte Leistungsmengen erzielen, um wirtschaftlich überleben zu können. Insofern sind von dieser Entwicklung kleine Krankenhäuser eher betroffen als große, und dann umso stärker, je mehr sie über kleine, eigenständige Fachabteilungen verfügen.

Dem steht die Entwicklung der Kosten in den Häusern gegenüber – insbesondere die steigenden Personalkosten. Erschwerend kommt hinzu, dass der bundesweit feststellbare Mangel an Ärzten kleine Krankenhäuser stärker trifft als andere. Vielleicht, weil sich die betreffenden Ärzte bessere Rahmenbedingungen für ihren Arbeitseinsatz eher an großen Krankenhäusern versprechen.

„Diese Bedingungen haben wir als verantwortungsbewusster Krankenhausträger zur Kenntnis zu nehmen und müssen sie bei der Bewertung unserer Häuser berücksichtigen“, sagt cts-Geschäftsführer Hans-Joachim Backes. „Dies tun wir, indem wir die Caritasklinik und das Krankenhaus St. Josef zu einem Verbund zusammenführen.“

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