Düstere Zeiten für Randbezirke

In einem großen Artikel hat sich Spiegel-Online dem Aussterben kleiner Landgemeinden gewidmet – hervorgerufen durch Bevölkerungsschwund und Überalterung der Gesellschaft. Eine Quintessenz des Artikels ist, dass in der Politik wohl ein Umdenken einsetzt: Statt strukturschwache Regionen weiter finanziell zu unterstützen, sollen die Investitionen auf wenige, zukunftsfähige Ballungsbereiche konzentriert werden. Was heißt das für Dudweiler? Chance oder Abstieg?

Es ist kein großes Geheimnis, dass unsere Gesellschaft immer älter wird und gerade wir im Saarland in den kommenden Jahrzehnten einem großen Bevölkerungsschwund entgegen sehen. Mancherorts hat das Gemeindesterben auch schon eingesetzt, wie der Spiegel-Artikel aufzeigt – unter anderem werden dort Neuweiler und Illingen als Beispiele zitiert.

Dudweiler mit dem Rücken zur Wand?
Und auch wir in Dudweiler erleben, dass es unser Ort immer schwerer hat, zu überleben: Die Geschäftsleute im Ortskern kämpfen teilweise ums Überleben (oder haben bereits aufgegeben). Es fehlen Gelder für wichtige Renovierungsarbeiten, sei es die Toilettenanlage im Park, oder mutwillig zerstörte Kinderspielplätze, wie die SZ heute wieder berichtete. Ganz frisch im Gedächtnis ist die Diskussion um das St. Josefs Krankenhaus, deren Umstruktierung auch mit der Demographie-entwicklung begründet wird. Auch der Dudweiler Sonderstatus wird mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder ins Spiel gebracht. Und an die Diskussion um den Fortbestand des Schwimmbades erinnern sich bestimmt auch noch viele.

Umgekehrt stehen in der „Zukunftsregion“ Saarbrücken mit der „Stadtmitte am Fluss“ und dem Stadion-Umbau Investitionen in Millionenhöhe an. Sind dies erste Anzeichen dafür, dass auch im Saarland ein Umdenken begonnen hat? Wird Saarbrücken auf Kosten des umliegenden Landes zukunftsfähig gemacht – um letztlich das Überleben der Großregion zu sichern?

„Saarbrücken setzt auf lebendige Stadtteile“
Noch jedenfalls wehrt sich unsere Landeshauptstadt gegen diese Entwicklung – in ihrem Stadtentwicklungskonzept setzt Saarbrücken nicht nur auf die Innenstadt, sondern auch auf „lebendige Stadtteile“. In den Randbezirken gehe es vor allem darum, die Ortskerne und die wohnortnahen Versorgungsmöglichkeiten zu stabilisieren. Ortsansässige Unternehmen und die lokale Beschäftigung sollen gefördert werden.

Eine ebenso große Rolle spielt hierbei aber auch der Erhalt einer lebendigen Stadtteilkultur, die die Identifikation der Einwohner mit ihrer Heimat stärken soll. Dass das Dudofest in diesem Jahr ausfällt, ist hier sicherlich kein guter Anfang.

Ideen gesucht
Wir hatten uns zum Start dieses Weblogs das große Ziel gesetzt, mit unserer Berichterstattung an genau diesen Punkten anzusetzen. Einen Beitrag zu leisten, die Identifikation der Bürger mit Ihrem Stadtteil zu fördern. In den Dialog mit der lokalen Politik und den Vereinen zu treten und die engagierten Bürger besser zu informieren und zu vernetzen. Und letztlich Ideen zu liefern, wie Dudweiler wieder ein Stück lebendiger werden kann.

Und hier sind Sie gefragt: Welche Ideen haben Sie für die Dudweiler Zukunft? Wie kann ein Dudofest wieder zum Publikumsmagnet werden? Wie können die lokalen Händler und Handwerker gestärkt werden? Was ist nötig, damit Dudweilerer wieder (oder weiterhin) in Dudweiler einkaufen gehen? Wir sind auf Ihre Vorschläge gespannt…

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3 Thoughts to “Düstere Zeiten für Randbezirke”

  1. Melanie Siegel

    Es gibt in Dudweiler einige Probleme, aber auch positive Ansätze, die dringend unterstützt werden müssen. Beginnen wir mit einigen Problemen:
    Die Parksituation ist chaotisch, obwohl wir ausreichend Parkraum haben: Auf dem Dudoplatz und im Parkhaus sind massenhaft freie Parkplätze, aber die Autos stehen auf dem Marktplatz und in der Fußgängerzone im Weg. Das liegt einerseits daran, dass das Parken in Dudweiler kostenpflichtig ist. Kostenfreies Parken auf den beiden großen Parkflächen würde sicher dazu führen, dass die Autos auch dort abgestellt werden. Das Parkhaus hat andererseits aber noch ein spezielles Problem: Es ist einfach zu düster. Jetzt gibt es auch nicht mal mehr eine Bewachung – da muss man sich ja fürchten. Also freies Parken, Licht, Kunstobjekte, Menschen würden hier helfen.

    Es fehlt an Treffpunkten für die Jugend. Ein (alkoholfreies) Jugendcafé mit z.B. Kinoangebot oder kleinen Workshops mitten in Dudweiler würde den Markt interessanter machen. Es gibt so viel Platz in der Dudo-Galerie!

    Noch besser wäre ein Bürgerzentrum mit offenem Treff zu Marktzeiten und Beratungs- und kleinen Kursangeboten. Da könnte man den Jugendtreffpunkt gleich integrieren.

    In den Ortsteilen gibt es fast gar keine Möglichkeit zum Einkaufen mehr. Viele Anwohner fahren dann gleich in den großen Supermarkt, wenn sie schon fahren müssen.

    Positive Ansätze gibt es in Dudweiler aber auch:
    Es gibt einige wunderbare Geschäfte für frisches Gemüse, Brot, Fleisch, italienische Lebensmittel u.a., für die es sich lohnt, in die Fußgängerzone zu gehen. Jeden Samstag gehe ich einkaufen und Kaffee trinken, am liebsten sitze ich draußen direkt in der Fußgängerzone. Die Autos stören dann natürlich schon…

    Die KrummStubb ist mit einem wunderbaren Musikprogramm ein echter Anlaufpunkt geworden.

    Das Lichterfest im November ist ein Riesen-Erfolg. Die traditionelle Kirmesbelustigung ist ziemlich out heutzutage, neue Ideen wie beim Lichterfest kommen sehr gut an.

    Melanie Siegel

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  2. Nickolai Ralph

    Hallo
    Also kostenlose Parkplätze bringen mit Sicherheit keine Lösung. St Ingbert und Homburg haben auch kostenlose Parkplätze und sind nicht besser eher schlechter dran mit den Leerständen von Geschäften.
    Das Parken am Markt und in der Füssgängerzone bekommt man nur in den Griff, wenn man so macht wie in Saarbrücken . KONTROLLE . IN SB fährt kaum einer in die Füssgängerzone rein … warum weil jeder weiss dass hier Kontrolliert wird und auch Tickets verteilt werden.

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  3. Hans

    Das Thema kostenfreie Parkplätze ist nur EINS von vielen in Dudweiler. Zum Thema Einkaufen will ich mal fragen, wer es von uns noch auf sich nimmt 5-6 Geschäfte in der Dorfmitte wegen der doch begrenzten Auswahl an Waren aufzusuchen? Auch wollen sicherlich die Wenigsten mehrere Einkaufstüten zu ihrem weiterweg abgestellten PKW schleppen. Da ist das Einkaufen auf der grünen Wiese sicherlich bequemer! Noch etwas, wer will schon in der Fußgängerzone, in der es sicherlich an attraktiver Außen-Gastronomie fehlt, sitzen und sich die verschiedenen modischen Bekleidungen der Gesellschaft aus Dudweiler antun? Ja und wo ich gerade dabei bin, wann lernt die Dudweiler Kaufmannschaft mal endlich ihre Schaufenster auf den Stand der Dinge zubringen? Hier sehe ich immer noch den Charme der 70er Jahre!

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