Viele offene Fragen, wenig glaubhafte Versprechungen: Nachklapp zur Bezirksratssitzung mit Bürgermeister Latz

Unser Leser Harald Groß mit seinem Fazit von der Bezirksratssitzung am Donnerstag im Bürgerhaus, zu der neben den örtlichen Politikern und rund 100 bis 120 interessierten Bürgern auch der Saarbrücker Bürgermeister Ralf Latz gekommen war.

»Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten…« – so etwa klang die Versicherung des Herrn Latz, als er während der Bezirksratssitzung am Donnerstag freigiebig politisches Opium für das Volk verteilte. Und in etwa genau so hoch, sollte der Wahrheitsgehalt der Saarbrücker Aussagen eingestuft werden.

Bewaffnet mit einer wenig eindrucksvollen Powerpoint-Präsentation erklärte er den Versammelten, wie harmlos die Saarbrücker Maßnahme eigentlich ist und das er und Frau Britz eigentlich nur Gutes tun wollen. Nachdem die Phrasen und das übliche nichtssagende Zahlenjonglieren von den Dudweiler Bezirksratsmitgliedern mit nicht zu widerlegender Logik weggefegt worden waren, verlegte er sich darauf, dass Saarbrücken an all dem eigentlich gar keine Schuld hat, sondern nur die Aufgaben erledigen würde, die ihnen vom Land auferlegt wurden.

Wenig Vertrauen

Sieht das erstmal nach einem schlüssigen Argument aus, zieht es bei genauerer Überlegung doch keine alte Katze hinter dem Ofen hervor. Abgesehen davon, dass Frau Britz schon seit ihrem Amtsantritt versucht Dudweilers Teilautonomie wegzufegen, fällt es schwer zu glauben, dass dieses Engagement der Saarbrücker Bürgermeister nur auf blinden Gehorsam dem Land gegenüber beruht. Dafür wurde es einfach schon zu oft, auf mehr oder weniger offensichtlichen -oder sollte man besser sagen mehr oder weniger hinterhältigen?- Wegen versucht. Das in Dudweiler und auch den anderen Randbezirken von Saarbrücken wenig Vertrauen in die Worte aus der Kernstadt besteht, dürfte daher nicht verwundern.

In der Vorlage zur Sitzung ist die Rede von einem ehrenamtlichen Bürgermeister bei Auflösung des Sonderstatus und voraussichtlich drei Mitarbeitern. Ein Hinweis der Anwesenden, dass es aus Erfahrungswerten höchstens zu Anfang drei Mitarbeiter sind, die dann nach und nach ebenfalls weggespart werden, ließ Herr Latz wohlweislich unbeantwortet!

Keine Antwort zur Bäderfrage

Es gab noch nicht mal eine der üblichen inhaltslosen Versprechungen, dass so etwas nicht passieren würde! Auch besorgte Äußerungen, über die Zukunft der Dudweiler Bäder, erzeugten kein vernehmbares Echo bei Herrn Latz! Hier dürfte also schon bald der nächste Kampf ins Haus stehen! Eine Antwort darüber, warum die Stadt Saarbrücken ausgerechnet beim Konkurrenten (!) der städtischen Bäder ein Gutachten (Kosten 66 000 €) über den Zustand der Saarbrücker Schwimmbäder bestellt, steht ebenfalls aus.

Aber anscheinend gibt man sich in Saarbrücken nicht mal mehr Mühe, ein auch nur einigermaßen neutrales Gutachten zu bestellen. Wie das, von der Calypso AG, erstellte Gutachten ausfällt und was es letztendlich für Dudweiler bedeutet, dürfte jedem klar sein, für den Demokratie keine leere Worthülse auf einem Stück Papier ist. Die Tatsache, dass sie für Betrug am Wähler auch noch bezahlt werden, zeigt wie weit die Politikverdrossenheit in all ihren Facetten schon fortgeschritten ist.

Mehr Fragen als Antworten

Alles in allem, hat der Besuch von Herrn Latz bei dieser Sitzung mehr Fragen als Antworten aufgeworfen. Umso mehr ist zu begrüßen, dass der Dudweiler Bezirksrat EINSTIMMIG beschlossen hat, diese erneute Saarbrücker Farce nicht zu unterstützen. Während der Sitzung war sogar von einer Klage beim Verwaltungsgericht die Rede.

Bezirksrat demonstriert Politik FÜR den Bürger

Das ist Politik, FÜR den Bürger, die der Dudweiler Bezirksrat hier eindrücklich demonstriert. Eine Politik, die für die Interessen des Bürgers auch mal gegen die eigene Partei geführt werden muß, wenn die Umstände es erfordern. Eine Politik, an der die Damen und Herren in Saarbrücken eigentlich verpflichtet wären, sich ein Beispiel zu nehmen. Eine Politik für den Bürger, nicht für die Partei. Von Politik für die Partei hatten wir schon genug, als es noch die Leute gab, die niemals die Absicht hatten eine Mauer zu bauen!

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