(Pressemitteilung) Mit einer symbolischen Außensauna auf dem heißesten und am stärksten versiegelten Platz des Campus (CAS) machen Studierende der htw saar am Dienstag, den 14. Juli, um 13:15 Uhr auf die zunehmende Hitzebelastung an der Hochschule aufmerksam. Unter dem Motto „Saunieren statt Studieren“ lädt das AStA-Referat für Nachhaltigkeit und Soziale Gerechtigkeit gemeinsam mit den Fachschaften Sowi und Ingwi alle Studierenden dazu ein, sich mit Badehandtüchern, Sonnenhüten, Bademänteln oder anderen kreativen Accessoires auf dem Vorplatz der Mensa vor Gebäude 10 zu versammeln.
Die Aktion findet vor dem Hintergrund immer häufigerer und intensiverer Hitzewellen statt. Erst kürzlich stand das Saarland aufgrund außergewöhnlich hoher Temperaturen bundesweit im Fokus. Für die Studierenden sind diese Rekorde jedoch weit mehr als Schlagzeilen, sie bestimmen zunehmend den Hochschulalltag. Versiegelte Flächen, fehlende Verschattung und aufgeheizte Gebäude führen insbesondere während Hitzeperioden zu einer erheblichen Belastung. Konzentriertes Lernen, Arbeiten und das Ablegen von Prüfungen werden dadurch immer schwieriger.
Mit einem symbolischen Saunaaufguss und gemeinsamem Sonnen machen die Studierenden sichtbar, was viele täglich erleben: Ein Campus, der sich im Sommer immer stärker zur Hitzefalle entwickelt.
„Die Klimakrise ist längst auf unserem Campus angekommen. Wir sitzen in überhitzten Seminarräumen, Bibliotheken und Lernräumen. Gute Studienbedingungen sehen anders aus. Hitzeschutz ist keine Komfortfrage oder Luxus, sondern eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und gesundes Arbeiten“, erklärt Ronja Wachall, Referentin für Nachhaltigkeit und Soziale Gerechtigkeit im AStA.
Die Aktion verbindet Humor mit einer ernsten Botschaft: Ein Campus darf keine Hitzefalle sein. Deshalb fordert der AStA gemeinsam mit den Fachschaften ein umfassendes Maßnahmenpaket, das sowohl kurzfristige Sofortmaßnahmen als auch eine langfristige Klimaanpassung der Hochschule umfasst.
Kurzfristig fordern die Studierenden unter anderem einen unkomplizierten Zugang zu klimatisierten Räumen, zusätzliche Trinkwasserspender, Ventilatoren in Lehr- und Arbeitsräumen, mehr beschattete Lern- und Aufenthaltsbereiche sowie eine transparente Kommunikation über verfügbare kühle Räume und bestehende Hitzeschutzmaßnahmen. Langfristig müsse die htw saar einen verbindlichen Hitzeschutzplan entwickeln. Dazu gehören unter anderem die Entsiegelung stark aufgeheizter Flächen, mehr Bäume und Begrünung, zusätzliche Schattenplätze, Außenwasserspender sowie eine klimaresiliente Umgestaltung des Campus und seiner Gebäude.
„Wir haben bewusst nicht nur Probleme benannt, sondern konkrete und umsetzbare Lösungsvorschläge erarbeitet. Viele Maßnahmen könnten kurzfristig umgesetzt werden und die Situation für Studierende und Beschäftigte bereits in diesem Sommer verbessern“, so Mathias Lattwein, Referent für politische Kommunikation im AStA.
Der AStA der htw saar hat gemeinsam mit den Fachschaften Sowi und Ingwi ein umfangreiches Forderungspapier entwickelt, das in den kommenden Tagen an die Hochschulleitung übergeben wird. Positiv bewerten die Studierenden, dass Hochschulpräsident und Vizepräsident:innen bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert haben. „Wir freuen uns, dass die Hochschulleitung den Dialog sucht. Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam zügig Lösungen zu entwickeln und den Campus fit für die Herausforderungen der Klimakrise zu machen“, verdeutlicht Lea Gallei, Vorsitzende der Fachschaft Ingenieurswissenschaften.
Gleichzeitig sehen die Studierenden nicht nur die Hochschule in der Verantwortung. „Die zunehmende Extremhitze ist eine Herausforderung für alle öffentlichen Einrichtungen. Hochschulen, Schulen, Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude müssen an die Folgen der Klimakrise angepasst werden. Hier braucht es klare Unterstützung und Investitionen des Landes. Hitzeschutz ist eine öffentliche Aufgabe und darf nicht allein den einzelnen Einrichtungen überlassen werden“, betont Wachall
Die Protestaktion soll deshalb auch ein Signal an die Landespolitik senden. Klimaanpassung müsse künftig als fester Bestandteil öffentlicher Infrastruktur verstanden werden, genauso selbstverständlich wie Barrierefreiheit oder Brandschutz.
Alle Studierenden sind eingeladen, sich an der Protestaktion zu beteiligen und gemeinsam ein sichtbares Zeichen für einen klimaangepassten, lebenswerten und zukunftsfähigen Campus zu setzen.
Termin der Aktion
Ort: Vorplatz der Mensa vor Gebäude 10 Campus Alt-Saarbrücken
Datum: Dienstag, 14. Juli
Uhrzeit: 13:15 Uhr
