Dudweiler wird Teil der Via Democratia Europa

Die Plakette zur Via Democratia Europa. Man sieht eine Europakarte mit der eingezeichneten Route von Brüssel über Luxemburg bis Straßburg. Darüber steht "Hier verläuft die Europastraße der Demokratie". Darunter steht: STRASBOURG Saarbrücken Metz Schenken LUXEMBOURG Trier Aachen Maastricht BRUXELLES.

Auf dem Frühlingsfest Dudweiler wurde es am Sonntag enthüllt: Dudweiler wird Teil der Via Democratia Europa – Die Europastraße der Demokratie.

Um 14 Uhr am 19. April 2026 empfingen der Bezirksbürgermeister Ralf-Peter Fritz und der sulzbacher Bürgermeister Michael Adam den Vorsitzenden des Via Demoractia e.V., Gerhard Laux auf dem Frühlingsfest in Dudweiler. In diesem Rahmen wurde enthüllt, dass nicht nur Saarbrücken und Sulzbach, sondern explizit auch der Bezirk Dudweiler, Teil der Via Democratia Europa wird, der Eur­­o­­pa­­s­­traße der Demo­­kra­­tie, von Brüssel über Luxemburg bis Straßburg.

Auf der Internetseite des Vereins wird das Projekt wie folgt beschrieben:

In der Zeit verstärk­­ter globaler Riva­­li­­tät der Groß­­mächte und wach­­sen­­der auto­­kra­­ti­­scher Struk­­tu­­ren steht das vereinte und demo­­kra­­ti­­sche Europa vor beson­­de­­ren Heraus­­for­­de­­run­­gen.  Die 10 Grün­­dungs­­mit­­glie­­der des nicht gewin­­n­­o­­ri­­en­­tier­­ten Vereins Via Demo­­cra­­tia Europa e.V. haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, entlang der Grenze von fünf Grün­­dungs­­staa­­ten der Euro­­pä­­i­­schen Union – Frank­­reich, Deut­­sch­­land, Luxem­­burg, den Nieder­­lan­­den und Belgien – durch die “VIA DEMO­­CRA­­TIA EUROPA – Euro­­pa­­s­­traße der Demo­­kra­­tie“ die Gedanken des demo­­kra­­ti­­schen Europas erfahr­­bar zu machen und lebendig zu halten.

Gerhard Laux hält seine Ansprache

Dazu wurde ein deutsch-, fran­­zö­­sisch- und englisch­­spra­­chi­­ger Kultur-Reiseführer herausgegeben, der die Orte entlang der Route beschreibt und verbindet. Der Reiseführer besteht aus zwei Teilen, einem Kult­­ur­­teil mit Textbei­­trägen verschie­­de­­ner Autor*innen zur Route, Darstel­­lung der Regionen, grenz­­über­­schrei­­ten­­den poli­­ti­­sche Insti­­tu­­ti­­o­­nen sowie die Geschichte der Euro­­pä­­i­­schen Union und einem Reise­­routen­­teil mit Infos zu den Sehens­­wür­­dig­­kei­­ten der 8 Städte und Zwischen­­sta­­ti­­o­­nen, nahe­­ge­­le­­ge­­nen Welt­­kul­­tur­­erbe-Stätten sowie vielen Bildern und einem humor­­vol­­len Beitrag zur Kuli­­na­­rik.

Wir sind natürlich gegen Grenzkontrollen. Unser politischer Wunsch ist, dass die Grenzen entsprechend Schengen wieder offen sind. Es lebe Europa

~ Gerhard Laux

Entlang der Route, an den Orten und Sehenswürdigkeiten, werden Plaketten angebracht, die anzeigen, dass der jeweilige Ort zur Via Democratia Europa gehört. Eine solche Plakette wurde am Sonntag auf dem Marktplatz feierlich von Gerhard Laux übergeben. Die erste ihrer Art wurde in Schenken am Europamuseum angebracht, außerdem ist zum Beispiel am aachener Rathaus eine angebracht und in Mastricht ist die Anbringung in Planung.

Michael Adam, Gerhard Laux und Ralf-Peter Fritz halten die Plakette hoch.

Es ist dem sulzbacher Beigeordneten Jörg Scheller zu verdanken, dass nicht nur Sulzbach, sondern auch Dudweiler sowie Rémelfing und Sankt-Avold Teil dieses Europaprojektes wurden. Für die nachbarschaftliche Freundschaft zwischen Dudweiler und Sulzbach ist es ein Zeichen der gemeinsamen Werte und kooperativer Anstrengungen.

Diese Plakette ist Symbol dafür, dass wir als Sulzbach und Dudweiler gemeinsam die Region voran bringen.

~ Michael Adam

Die begleitende Wanderausstellung “Via Demo­­­­cra­­tia Europa – die Kultur und Reise­­­­route – Stati­­o­­­­nen der Euro­­pa­­s­­traße der Demo­­­­­­kra­­tie” möchte dazu anregen, sich mit der Idee Europas auseinanderzusetzen, sich selbst als Teil dieses demkoratischen Projekts zu begreifen und Begegnungen über Grenzen hinweg zu suchen. Man kann sagen, im Fall der Gemeinden Sulzbach, Dudweiler, Rémelfingen und Sankt-Avold ist das bereits gelebte Praxis, wenngleich es nie wichtiger war als heute, die Fahne der Demokratie und des Friedens hoch zu halten. Ob und in welcher Form die Wanderausstellung nach Sulzbach oder Dudweiler kommen wir, ist noch offen, wird aber bereits besprochen.

Zum Abschluss fand Ralf-Peter Fritz noch ein paar besondere Worte zu Europa und der Rolle, die wir als Gemeinden und Menschen der Grenzregion in einem demokratischen Europa spielen.

Europa ist mehr als ein geografischer Raum. Europa ist eine Idee. Eine Idee, die aus den dunkelsten Kapiteln unserer Geschichte gewachsen ist und die uns bis heute leitet: Frieden, Freiheit, Solidarität und gegenseitiger Respekt.

Gerade hier, in unserer Region, wissen wir, wie wertvoll diese Werte sind. Die Grenzen, die einst trennten, verbinden heute. Besonders sichtbar wird das in unserer Freundschaft mit unseren französischen Nachbarn in Saint-Avold. Diese Freundschaft ist kein abstraktes Konzept — sie lebt durch Begegnungen, durch gemeinsame Projekte und durch echtes Vertrauen.

Dass wir diesen Weg heute gemeinsam gehen, macht ihn umso bedeutungsvoller. Denn diese Initiative ist nicht das Werk einer einzelnen Stadt. Sie ist ein gemeinsames Bekenntnis: von Sulzbach/Saar, von Remelfing, von Saint-Avold und von Dudweiler. Gemeinsam zeigen wir, dass Europa vor Ort beginnt — in unseren Städten, in unseren Vereinen, in unseren Begegnungen.

Die Via Democratia Europa erinnert uns daran, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist. Sie lebt davon, dass wir sie gestalten, schützen und weiterentwickeln. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und Spaltung ist es unsere Aufgabe, Brücken zu bauen — über Grenzen hinweg, über Sprachen hinweg, über Unterschiede hinweg.

Lassen Sie uns Europa nicht nur verwalten, sondern leben. Hier in Dudweiler, in unserer Region und weit darüber hinaus. Denn Europa beginnt bei uns.

~ Ralf-Peter Fritz

Alle Beteiligten aus den Rathäusern, der Politik und des Verkehrsvereines posieren für ein abschließendes Gruppenbild.

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