Was einem in Dudweiler so auffällt – Ein Bergbaurelikt taucht wieder auf

(Gastbeitrag) Gesehen an der Sulzbachtalstraße

Der Stollenmund des Charlottenstollens, der bis in die 1970er Jahre unterhalb des Brennenden Bergmassivs unmittelbar an der Sulzbachtalstraße noch zu sehen war,

Zustand 1977

ist mit einigen seiner oberen Randsteine nach Rodungsarbeiten im Bereich der dortigen historisch-touristischen Hinweistafel wieder „aufgetaucht“. Hier zwei Fotos vom 29.04.2022.

Das nach 1977 verschwundene, offenbar aber nur zugeschüttete, aus Sandsteinblöcken gemauerte Bauwerk ist dem Eingang zum Charlottenstollen – auch als „Tagesstrecke Charlotte“ erwähnt – zuzuordnen (vgl. Karl Heinz Ruth, Stollen und Schächte im Steinkohlenbergbau an der Saar (1), Grube Hirschbach, S. 23, 29 und die dort abgebildete Karte; allgemein zum alten Bergbau am Brennenden Berg vgl. etwa. Werner Zimmer, Von der Teufelsbrück zum Brennenden Berg – Das alte Industriegebiet im Nordosten Dudweilers mit seinen Werks- und Wohngebäuden, Historische Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt, Band 9, 2006, S. 40 ff.).

Hinweise darauf, was hier weiter geschehen wird, liegen bislang nicht vor. Vielleicht könnte das allem Anschein nach weiterhin unter der Hangaufschüttung verborgene historische Bauwerk aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts, das eigentlich unter Denkmalschutz stehen sollte, wieder vollständig aus dem „Dornröschenschlaf geweckt“ werden.

Als „Bergbauerbe“ wäre es eines der wenigen in Dudweiler noch verbliebenen, sichtbaren Relikte, die an die große Dudweiler Bergbauzeit erinnern, eine kleine, aber deutliche historische Landmarke an der vielbefahrenen Durchgangsstraße im Sulzbachtal. Dies zumal an diesem Ort die touristische Barockstraße vorbeiführt – und das unabhängig davon, dass es selbst nicht mehr zur Barockzeit gehört, hat doch Goethe 1770 an der Belegenheit des Relikts vorbei seinen Weg über den Brennenden Berg nach Sulzbach gefunden und dem „kleinen Ruhrgebiet“ zwischen Dudweiler und Sulzbach ein literarisches Denkmal gesetzt.

Fotos : Autor

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