Geschobenes Brot

Hans-Jörg Kleinbauers Brotmanufaktur
Hans-Jörg Kleinbauers Brotmanufaktur

In unserer Gesellschaft sollte niemand mehr Hunger leiden. Dennoch gibt es Menschen oder ganze Familien, die sich ihr täglich Brot nicht leisten können. Dem wollen wir in Dudweiler zusammen mit Bäckermeister Hans-Jörg Kleinbauer entgegen wirken. Das Projekt „geschobenes Brot“ startet ab sofort. Wir erklären, was sich dahinter verbirgt und wie es funktioniert.

Die Grundidee ist eigentlich ganz einfach und wir hatten auch schon mehrfach darüber berichtet: Wer beim Einkauf das nötige Kleingeld hat, bezahlt nicht nur einen Artikel, sondern gleich zwei. Der eine wird mitgenommen, der zweite „geschoben“ – sprich aufgeschrieben und kann später von Jedermann eingelöst werden, der bedürftig ist und nicht das nötige Geld besitzt.

Warum Brot – und nicht ein Kaffee?

Als klar war, dass sich Bäckermeister Hans-Jörg Kleinbauer an diesem Projekt beteiligen will, war die nächste Frage: Was wird „geschoben“? Ein Kaffee, ein Baguette, ein Croissant? Alles möglich – aber hilft man damit wirklich weiter? Hans-Jörg Kleinbauer hatte hier eine bessere Idee: „Ein Brot wäre die beste Hilfe. Das hält auch mal mehrere Tage und da werden gleich mehrere Personen satt.“

Letztlich sollen in Kleinbauers Brotmanufaktur in Dudweiler-Süd zwei Artikel zum „schieben“ angeboten werden: Ein Pfund Brot oder alternativ ein Wurstweck. Beide sind mit 2,10 Euro beziehungsweise 1,80 Euro eigentlich unterschiedlich teuer, Hans-Jörg Kleinbauer will die Differenz aber ausgleichen. Wer etwas „schiebt“, zahlt also nur 1,80 Euro – wer einen geschobenen Artikel abholt, kann zwischen Wurstweck und Brot wählen.

„Hier geht es auch um Vertrauen“

Seine „Bedürftigkeit“ nachweisen muss übrigens niemand, der ein Brot abholen möchte: „Bei dem Projekt geht es um Nächstenliebe und auch viel um Vertrauen“, erklärt Blog-Redakteur Thomas Braun. „Wir glauben an das Gute im Menschen: Daran, dass es Leute gibt, die anderen helfen wollen – und umgekehrt aber auch daran, dass andere das nicht ausnutzen.“

Computerservice Caspari und Druckerei Pirrot helfen beim Bekanntmachen

Alles, was geschobenen wird, wird auf einer Tafel direkt im Eingangsbereich notiert. So kann auch jeder sehen, wie viel schon geschoben wurde. Und damit auch die, die vielleicht auf ein geschobenes Brot angewiesen sind, von dem Projekt erfahren, sollen Flyer und Plakate erstellt und beispielsweise bei der Arge, im Bürgeramt oder später auch beim „KIEZ am Anger“ ausgelegt werden. Hier kommen „Computerservice Caspari“ und die Druckerei Pirrot ins Spiel, die die Flyer kostenlos gestalten und drucken wollen.

Was nicht abgeholt wird, wird gespendet … und noch 500 Euro draufgelegt

Was nun, wenn mehr geschoben als abgeholt wird? Kein Problem, denn die Hilfe ist nicht verloren. Der Geldwert der Brote, die bis zum Jahresende nicht abgeholt werden, soll an ein soziales Projekt in Dudweiler gehen. Und nicht nur das: Hans-Jörg Kleinbauer will zusätzlich noch 500 Euro drauflegen. Zum Hintergrund: Wir als Blog-Redaktion hatten ein Jahr kostenlose Werbung für denjenigen versprochen, der das Projekt als erstes umsetzt – und die Werbung ist auch wichtig, um das Sozialprojekt bekannt zu machen. „Wir wollen uns aber nicht daran bereichern“, betont Kleinbauer. Deshalb wird das, was an Werbekosten gespart wird, gespendet.

Vorschläge für ein soziales Projekt gesucht

Welchem sozialen Projekt in Dudweiler es zu Gute kommt, steht noch nicht fest – und hier können Sie als Leser gerne Vorschläge machen. „Mir ist nur wichtig, dass die Hilfe hier in Dudweiler bleibt und dass das Geld 1:1 dort ankommt, wo es wirklich benötigt wird“, sagt Kleinbauer.

Die Aktion in Kleinbauers Café in Dudweiler-Süd startet ab sofort. „Das Bäckerhandwerk stand schon immer für ein soziales Engagement. Diesem Engagement kommen wir nach“, so Kleinbauer abschließend. Wir als Dudweiler Blog sind froh, ihn für dieses Projekt gewonnen zu haben und würden uns natürlich freuen, wenn es in Dudweiler noch einige Nachahmer findet.

Kontakt und Anschrift:

Brotmanufaktur Kleinbauer
Herrmann-Löns-Straße 33
66125 Dudweiler
Tel.: 06897 – 723 60

Direkt hinter dem Café befindet sich eine Bushaltestelle – fast alle zehn Minuten hält dort ein Bus aus Richtung Dudoplatz, beispielsweise die 101, 136 oder 138.

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