Abschied vom Burgherrn Heinz Schönewolf

(Nachruf) Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit starb am 11. September 2019 der weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannte und beliebte „Burgherr“ Heinz Schönewolf aus Dudweiler im 84. Lebensjahr. Er hinterlässt seine Frau Hildegard, 2 Söhne und 7 Enkel. In seiner letzten Lebensphase war er von einer schweren Krankheit gezeichnet. Im engsten Familienkreis wurde er im Friedwald Saarbrücken beigesetzt.

 

Aus seiner hessischen Heimat kam er als junger Mann nach Dudweiler. Zunächst in seinem gelernten Beruf als Maurer tätig, wechselte er bald bis zur Rente in die Ausleihe der Stadtbücherei Dudweiler. Humorvoll und freundlich in Umgang und Beratung kam er hier mit vielen Menschen zusammen und war allseits beliebt.

 

Seine Gestaltungsfreude und musische Begabung bestimmten nun für Jahrzehnte seine gesamte Freizeit. Aus einer Stützmauer im Hof seines Wohnhauses wurde der Grundstock zur Realisierung seines Kindheitstraumes: Am Fuße einer Burg aufgewachsen, errichtete er aus Heimweh nach seinem Heimatdorf seit 1975, unter tatkräftiger Unterstützung seiner Ehefrau Hildegard, die 15 Meter hohe „Burg Schönewolf“ am Hofweg. Unter Verwendung von 5.500 Sack Zement (ca. 310 Tonnen), zahlreichem Steinmaterial und dem Einsatz von ca. 60.000,-€ verbrachte er hier bei ständigem Verzicht auf Urlaubsreisen den größten Teil seiner Freizeit. Hinzu kam die Herstellung bunter Steinfiguren aus dem Tier- und Fabelreich. In der Burg legte er zwei große Aquarien an und er verfügte über eine riesige Sammlung musikalischer Tonträger, vor allem mit Marschmusik.

 

Heinz Schönewolf spielte zahlreiche Blasinstrumente, gründete und dirigierte jahrelang die Blaskapelle „Dudweiler Musikanten“, wobei er auch für die Jugendarbeit besonderes Geschick bewies. Als sehr guter und unterhaltsamer Gastgeber empfing und führte er unzählige Einzelbesucher und Gruppen, Presse und internationale Kamerateams in seiner Burg. Einem großen Freundes- und Bekanntenkreis wird er sehr fehlen.

 

Nun wird die für 2019 geplante Einweihungsfeier der Burg wohl nicht mehr erfolgen.

 

Foto und Text: Franz-Peter Kossmann

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