Dudweiler Relikte Folge 33 – August 2019 – Kellerlöcher

(Beitrag H. Sauer) Zu 30 Jahre Erstveröffentlichung der Dudweiler Geschichtswerkstatt

Kellerlöcher, Kellerläden und andere Kellerzugänge

Hauskeller waren schon immer wichtige Räume zur Bevorratung und Aufbewahrung all der Dinge, die nicht ständig gebraucht werden.

Wikipedia (Zugriff 8/2019) erklärt dazu u. a.: „Ein Keller (von lat. cella; auch „Kellergeschoss“, „Untergeschoss“ oder „Souterrain“ genannt) ist ein geschlossenes Gebäudebauteil, das sich ganz oder zumindest überwiegend unterhalb der Erdoberfläche befindet. Zweck des Kellers war ursprünglich die Lagerung von Lebensmitteln in kühler Umgebung, da ein Keller eine gleichmäßigere Temperatur aufweist als ein oberirdisches Bauwerk.“

Kellerzugänge

Manche der älteren Dudweiler Häuser verfügten über Kellerzugänge von der Straße her. Über eine schiefe Ebene oder eine Treppe gelangt man auf die Kellerebene. Einige dieser Zugänge haben sich bis heute erhalten. Hier drei Beispiele, wie sie auf dem Dudweiler Büchel noch zu finden sind.

 

Zu finden sind auch Zugänge, die über ein begehbares Gitter im Bürgersteig verschlossen und gesichert sind.

Obige Fotos: R. Jakobs, 2018 (1. Foto v. l.) und Autor, 2019

Kellerlöcher

Wichtig waren über die Zugänge hinaus die Kellerfenster, die eigentlichen „Kellerlöcher“, die weniger der Beleuchtung als der Belüftung dienen. Wichtig waren sie in den Zeiten der Kohleöfen und -heizungen, weil über sie der häusliche Kohle- oder Koksvorrat für den Winter von der Straße direkt in den Kohlenkeller verfrachtet werden konnte. War der Brennstoffhaufen durch die Fuhrleute der örtlichen Pferdefuhrwerke, später auch die Fahrer der Laster, vor das Haus gekippt, musste er schnellstmöglich durch das Kellerloch geschippt werden. Kluge Leute, wie die Bergleute, besaßen dafür eine „Panneschipp“ mit leicht gewölbter, fast schon herzförmiger Schaufel, mit der das lose Gut besser und schneller befördert werden konnte. In vielen Häusern gab es zudem ein hölzernes Schüttgestell in Form einer an beiden Seiten durch ein hochgestelltes Brett begrenzten Rutsche, das von Innen an das Kellerloch schräg angestellt worden ist und über das die Kohlen in den Keller gleiten konnten.

In gleicher Weise wurden die oftmals lose angelieferten Winterkartoffeln über die Rutsche in den Keller verfrachtet, wenn sie nicht bereits in Säcken geliefert worden sind. Aber auch hier wurde oftmals die Rutsche eingesetzt, wenn der Transport der schweren Säcke in den Keller zu schwierig oder unzumutbar war. Hier musste man wegen des empfindlichen Schüttgutes natürlich vorsichtiger zu Wge gehn als bei Steinkohle oder Koks.

Solche Kellerlöcher waren durch Kellerläden gesichert, wie sie nur noch selten zu sehen sind. Hier ein liebevoll gepflegtes und erhaltenes Exemplar an einem alte Bergmannshaus auf dem Büchel.

Foto: Autor, 2019

Wie auch auf dem Foto zu erkennen, sind die Kellerlöcher heute regelmäßig durch Bleche (auf dem Foto zusätzlich angebracht), kleine Fenster, Gitter, Glasbausteine o. ä. verschlossen.

Die Dudweiler Geschichtswerkstatt ist eine Arbeitsgemeinschaft der Volkshochschule des Regionalverbandes Saarbrücken – VHS in Dudweiler, die jedermann zur Mitarbeit offen steht. Die Mitarbeiter treffen sich während der Semesterzeiten der VHS an jedem zweiten Mittwoch eines Monats um 18:00 Uhr im Kulturhaus Schlachthof in der Schlachthofstraße 52 in Dudweiler. Zusätzlich treffen wir uns zu einem offenen Stammtisch an jedem letzten Mittwoch im Monat um 18 Uhr im Gasthaus „Kopps Haus“, Büchelstraße in Dudweiler.

Weitere Informationen und Hinweise zu den Publikationen unter: www.dudweiler-geschichtswerkstatt.de

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