Ankerplatz der Dudweiler Marinekameradschaft weiter aufgewertet

Seit kurzer Zeit ziert den Ankerplatz der Marinekameradschaft Dudweiler „Zerstörer Lütjens“ e. V. (MK) an der Sulzbachtalstraße zwischen einem der Anker des namengebenden und inzwischen außer Dienst gestellten Schiffes der Bundesmarine

und einem echten Poller zum Festmachen großer Schiffe ein Kunstschmiedewerk. Es zeigt über dem Schriftzug „Marinekameradschaft Dudweiler“ einen so genannten Festmacher, der gerade eine Leine um einen Poller legt.

Dazu erläutert der Schriftführer der Dudweiler Marinekameradschaft Fregattenkapitän Michael Meding gegenüber Dudweiler Blog:

„Das Festmacher-Emblem war bislang im Außenbereich des Heimat- und Kulturvereins an einer Hauswand befestigt. Das Klubhaus des HKV diente bis zum Umzug in die Räumlichkeiten des Tennisclubs Blau-Weiß Dudweiler u. a. auch als Vereinsheim der MK Dudweiler. Das Klubhaus des HKV war es auch, wo am 13./14. Juli 1996 die Feierlichkeiten für das 40-jährige Jubiläum der MK stattfanden.

Dieses schmiedeeiserne Werk auf dem Ankerplatz überreichte am 13. Juli 1996 eine Abordnung des Kieler Patenschiffs „Lütjens“ unter der Führung des Oberleutnant zur See Jörg Maier der MK Dudweiler als Geschenk zum 40-jährigen Jubiläum. Es wurde hergestellt an Bord von einem Besatzungsmitglied der Lütjens, dem Obermaat Haag. Haag war von Beruf aus Kunstschmied und hatte mit der an Bord vorhandenen Werkstatt ideale Voraussetzungen, seinem kunstvollen Handwerk auch in See nachzugehen. Er fertigte u. a. jede Menge „Heizerrosen“ an. Das waren aus Kupferstäben und Kupferblech stilvoll zusammengelötete Rosen, die zu vielen Anlässen verschenkt wurden und bei den Beschenkten immer gut ankamen. Auch im Theresienheim in Saarbrücken Burbach, mit dem die MK über viele Jahre innig verbunden war, ist im Eingangsbereich ein Kunstwerk des Obermaaten Haag zu finden.

Festmacher ist eine Berufsbezeichnung. Es sind diejenigen Menschen, die auf der Mole stehen und die Leinen der einlaufenden Schiffe entgegennehmen, um sie dann auf die Poller zu legen. Auch beim Ablegen kommen sie zum Einsatz, wenn sie die Leinen der in See stechenden Schiffe wieder loswerfen. Der Beruf des Festmachers ist keineswegs so trivial, wie sich das im ersten Moment anhören mag. Festmacher müssen genau wissen, welche Poller in welcher Reihenfolge benutzt werden und wo ein Aufenthalt lebensgefährlich sein kann, falls ein Tau bricht und ihn möglicherweise erschlagen könnte.

Dem Festmacher, der bei dem Emblem bildlich die Leine auf den Poller legt, darf in Verbindung mit dem schweren Anker durchaus eine gewisse Symbolkraft zugestanden werden. Der Platz an der Sulzbachtalstraße soll die Menschen dazu animieren, dort einmal vor Anker zu gehen bzw. die Leinen festzumachen, um mit den Kameraden der MK ein paar schöne Stunden zu verbringen.“

Nächste Gelegenheit hierzu ist das diesjährige Ankerfest am Sonntag, dem 11. August 2019 .

Fotos: H. Sauer, Juli 2019

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