AfD-Wahlkampfabschluss mit Bundesprominenz in Dudweiler

Am 24. März feiert die Saar-AfD ihren großen Wahlkampfabschluss im Dudweiler Bürgerhaus. Dazu hat sie reichlich Bundesprominenz eingeladen – allerdings eher aus dem rechten Flügel der sowieso schon rechtsorientierten Partei. Kurz vor dem Endspurt wird die Fünf-Prozent-Hürde für die AfD zur Gefahr.

Mit Alexander Gauland und Jörg Meuthen fährt die Saar-AfD zum Wahlkampf-Abschluss zwei der prominentesten Bundesvertreter auf, die die Parteispitze Spitze um Rolf Müller und Josef Dörr beim Endspurt unterstützen sollen. Diesen Endspurt hat die saarländische AfD, die immer wieder in Skandale verwickelt war, offenbar auch nötig. Beim letzten Saarlandtrend des SR Ende Januar war die AfD auf neun Prozent gerutscht – bundesweit hatte die Partei damals noch 14 Prozent. Und dann kam Martin Schulz, der viele der enttäuschten Wähler wieder für die SPD zurückgewinnen und auch Proteststimmen hinter sich versammeln konnte.

Bundesweit rutschte die AfD in Umfragen auf zehn Prozent (Emnid im Auftrag der Bild vom 5. März) oder gar noch darunter (acht Prozent bei der Forsa-Umfrage im Auftrag des Stern vom 22. Februar). Für die saarländische Landtagswahl gibt es keine aktuellen Umfragen nach Bekanntwerden der Schulz-Kandidatur – aber angesichts der Tatsache, dass die Saar-AfD immer ein gutes Stück unter den Bundeszahlen rangierte, könnte die Fünf-Prozent-Hürde plötzlich zum Problem werden.

Gauland in Trump-Manier

Wen sich die Saar-AfD aber nun zum Wahlkampfabschluss einlädt, zeigt auch, wo die Partei steht: Spätestens seit seiner Aussage über den ungeliebten Nachbarn „Boateng“ im Umfeld der Fußball-WM ist Alexander Gauland vielen Deutschen ein Begriff. Vor wenigen Tagen gab er dann den Trump und forderte einen weitreichend Einreisestopp für Muslime. „Wir sollten keine Muslime ins Land lassen, denen es nur um das persönliche Fortkommen geht“, sagte er in der vergangenen Woche den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Kurz zusammengefasst: Gauland zählt zu den Rechtsaußen der sowieso schon rechts orientierten Alternative für Deutschland. Deutlich gemäßigter tritt Jörg Meuthen, Co-Bundeschef der Partei, auf. Wo genau er wirklich steht, ist derzeit allerdings schwer einzuschätzen. Denn in der aktuellen Diskussion beispielweise um den Rauswurf von Björn Höcke aus der AfD stärkt er dem umstrittenen Thüringer den Rücken. Auch der niedersächsische AfD-Chef Paul Hampel kommt nach Dudweiler – ein Gauland-Freund und Petry-Gegner, der in seinem Landesverband zuletzt ähnlich umstritten war wie der saarländische Landeschef Josef Dörr.

Müller gibt sich medienscheu

Dörr und der AfD-Spitzendkandidat Rolf Müller werden natürlich auch bei der Wahlkampfveranstaltung vor Ort sein. Rechtzeitig vor der Wahl darf sich Müller darüber freuen, dass sein Hakenkreuz-Verkauf für ihn ohne juristische Folgen bleibt. Ansonsten gibt sich Müller eher medienscheu – das Interview der Woche mit dem SR, zu dem alle Spitzenkandidaten der anderen Parteien angetreten sind, hat er abgesagt. Vielleicht aus gutem Grund. Denn schon bei der „Elefantenrunde“ der IHK vor einigen Wochen gab der AfD-Spitzenkandidat kein glückliches Bild ab. Auf die Frage etwa, wie der Fachkräftemangel im Saarland gelöst werden solle, kam von ihm nur: „Wenn ich das wüsste …“ Klar für ihn ist nur: Ausländer sind nicht die Lösung. (http://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=7&id=47210). Ansonsten will seine Partei alles befürworten, was der Wirtschaft nützt und alles bekämpfen, was ihr schadet. Konkrete Wirtschaftspolitik klingt anders.

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