Info-Veranstaltung zum Thema „Grubenflutung“

(Pressemitteilung)Am 02. 02. 2017 fand im Clubheim des TUS Herrensohr eine gut besuchte Informationsveranstaltung der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Grubenflutung – Risiken und Nebenwirkungen“ statt.

Vor dem Hintergrund der Pläne des Bergbaukonzerns RAG, die Schächte der stillgelegten Gruben im Saarland – trotz der vertraglichen Vereinbarung, das Grubenwasser abzupumpen – bis 2035 zu fluten wurde über die möglichen Folgen derartigen Vorgehens informiert. Grundlagen des Erblastenvertrages aus 2007 war die Tatsache, dass wegen der bestehenden Risiken immer abgepumpt wird. Dies wurde auch von dem Umweltminister Mörsdorf (CDU) bestätigt.

Die Kosten dieser Pumpmaßnahmen belaufen sich alleine im Saarland auf jährlich 17 – 20 Millionen. Diese werden derzeit von der RAG getragen und sollen nach der endgültigen Einstellung des Bergbaus zukünftig von der Stiftung der RAG übernommen werden. Hier ist jedoch zu befürchten, dass durch die niedrigen Zinserträge der Stiftung deren Begleichung gefährdet ist.

Die RAG plant daher in 2 Stufen die Pumpen abzuschalten. Hierdurch steigt das Grubenwasser zunächst auf minus 320 m NN, bis 2035 auf plus 190 m NN (NN = Erdoberfläche an, bis es in Ensdorf drucklos in die Saar überlaufen soll.

Die dadurch entstehende Problematik stellt sich wie folgt dar: Es besteht das Risiko, dass Ausspülungen Gefahren für Hauseigentümer mit sich bringen, die sich schon beim Kohleabbau massiv zeigten (durch Hebungen der Erdoberfläche, Erderschütterungen und Tagesbrüche). Wollen Hauseigentümer Schadensersatzansprüche gegen die RAG geltend machen, gilt die umgekehrte Beweislast, das heißt sie müssen beweisen, dass Schäden durch den Bergbau entstanden sind. Daneben bestehen folgende weitere Gefahren und Risiken.

  • Ausgasungen (Methan, Radon)
  • Vernässungen der Erdoberfläche (im Warndt schon aufgetreten)
  • Grund- und vor allem Trinkwasserverunreinigungen. Grubenwasser ist salzhaltig und vermischt sich mit den Giftstoffen in unbekannter Größenordnung unter Tage. Hierzu gehören Stoffe, die früher für den Betrieb im Einsatz waren wie PCB (giftige und krebserregende Chlorverbindung) Daneben wurden unter Tage auch andere Stoffe entsorgt oder eingelagert wie Asbest oder Gießereialtsande. Niemand kann sagen, wie viele Giftstoffe sich untertage befinden. Zum Zeitpunkt der Verwendung und Einlagerung dieser Stoffe ging man aus, dass das Grubenwasser niemals komplett ansteigen wird.

Durch die beabsichtigte Grubenflutung könnten insgesamt rund 600.000 Saarländerinnen und Saarländer betroffen sein.

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