Abgesang auf ein kleines Paradies

Text und Kommentar von Helmut Sauer:

Der seit 1952 bestehende Botanische Garten der Universität des Saarlandes (vgl.: https://www.facebook.com/Botanischergarten.Saarland) – der einzige wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Botanische Garten des Saarlandes – schließt mit Ablauf dieses Monats die Tore.

Sämtliche Initiativen zur Rettung sind an der Vogel-Strauß-Politik der saarländischen Landesregierung wohl endgültig gescheitert.

Zu einer künftigen Nutzung des Geländes fehlen konkrete Angaben. Vieles spricht für eine weitere Bebauung, zumal das gesamte Gelände östlich des Campus Richtung Stuhlsatzen Haus inzwischen zugebaut ist. Fraglich bleibt, ob die Pflanzen des Gartengeländes nicht unter Naturschutz zu stellen sind. Der gesamte Garten gehört zudem unter Denkmalschutz gestellt. Aber auch das wird wohl an der Haltung der Landesregierung scheitern.

 

Dennoch stirbt die Hoffnung zuletzt:

Zu Frühlingsbeginn am gestrigen Palmsonntag pflanzte der Leiter des Botanischen Gartens, Dr. Wolfgang Stein, getreu dem Martin Luther zugeschriebenen Spruch –

„Wenn ich wüsste, dass morgen der jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

– einen Apfelbaum vor dem Eingang zu den Gewächshäusern des Botanischen Gartens.

Dazu schreibt er am 19.03.2016 unter https://www.facebook.com/Botanischergarten.Saarland:

„Am gestrigen Freitag lud unser Universitätspräsident Vertreter von Stadt Saarbrücken, Regionalverband Saarbrücken, der Staatskanzlei sowie die drei zuständigen Ministerien für Umwelt, Bildung und Tourismus ein, um ihnen mitzuteilen, wie die Abwicklung des einzigen Botanischen Gartens im Lande vollzogen werden soll. Letzte Gelegenheit des Einlenkens!
Einzig der Stadtverband und die Stadt Saarbrücken waren vertreten. Die Ministerien hatten wohl kein Interesse, zumal sie sich ja allesamt selbst als nicht zuständig für diese Bildungseinrichtung bezeichnen, nicht mal die für die Universität zuständige Staatskanzlei.

Unseren Apfelbaum, den ich während unseres morgigen Abschiedsfestes eigentlich als Zeichen der letzten Hoffnung pflanzen wollte, werde ich aber dennoch in Mutter Erde setzen. Nun aber als Symbol für die Versündigung unserer Landesregierung an dieser Kultur- und Bildungsstätte und als mein trotziger Protest dagegen. Möge er ewig blühen.“

 

Bleibt nur – resignierend – das Fazit:

Botanischer Garten der Uni am Ende…

 

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