Lebacher Erklärung im Bürgeramt Dudweiler unterzeichnen

(Pressemitteilung)Die Lebacher Erklärung, zum 1. Integrationsgipfel des Saarlandes am 3. März 2015 verfasst, kann bis zum 16. Oktober im Bürgeramt Dudweiler unterzeichnet werden.

Am 3. März wurde von den 15 landesweit größten Organisationen und Institutionen die Lebacher Erklärung beschlossen und unterzeichnet. Danach startete die Erklärung eine Rundreise durch alle 52 Gemeinden des Saarlandes, um bis zum Ende des Jahres von möglichst vielen Menschen unterzeichnet zu werden. In der Erklärung wird konstatiert, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist und dass unser Erfolg unter anderem auf einer Willkommenskultur und einer gelungenen Integration basiert.

Ein Kommentar von Uwe Caspari:

Aus verschiedener Richtung erhielt die Lebacher erklärung auch negative Kritik. Sie sei zu allgemein und unkonkret, sie täusche über die Tatsache hinweg, dass wir als Gesellschaft weit von einer echten Willkommenskultur entfernt sind.

Natürlich ist es korrekt, dass wir leider nicht die offene Gesellschaft sind, die ich mir wünsche. Wenn man Parteien vom rechten Spektrum betrachtet oder sich anschaut, wie stark der Zulauf bei Gruppierungen wie „Irgendwas gegen Salafisten“ und „Irgendwas gegen die Islamisierung des Abendlandes“ aussieht, wird einem ganz flau im Magen. Das soll uns jedoch nicht daran hindern, an einer besseren Zukunft zu arbeiten.

Ein Statement für Menschlichkeit und gegen Hass und Hetze ist wichtig, dazu gehört jedoch auch Aufklärung und Bildung. Aber auch ein ehrlicher Umgang mit den aufkommenden Problemen, denn sie zu verleugnen schadet der Sache am Ende nur. Die Lebacher Erklärung ist ein guter Schritt, denn Sie zeigt, dass die breite Masse der Bevölkerung sich eben nicht von SageSa, PEGIDA, AfD, NPD oder ähnlichen Gruppen manipulieren lässt und am Ende sind wir mehrheitlich als Saarländer menschlich. Das ist ein Grund für Lob und für Teilnahme.

 

Die Lebacher Erklärung im Originaltext:

„Zusammenhalt und Miteinander – Lebacher Erklärung“

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher
Kulturen, Ethnien, Nationalitäten und Religionen basiert auf einer staatlichen und gesellschaftlichen Aner-
kennungs- und Willkommenskultur, auf gegenseitigem Respekt und gelebter Solidarität. Unsere Verfassung
und unsere Gesetze fördern und schützen diese Vielfalt. Die gesellschaftliche und berufliche Integration von
Menschen mit Migrationshintergrund ist hierbei ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Die Unterzeichner der Erklärung teilen diese Grundhaltung, unterstützen und stärken die Integrationsbeauf-
tragte der saarländischen Landesregierung bei der Umsetzung.

  1. Das Saarland ist – bedingt durch seine Lage inmitten Europas und seine wechselvolle Geschichte –
    ein weltoffenes, europäisches und menschenfreundliches Land.
  2. Wir wollen die Freiheit, die Grundwerte und die Vielfalt unserer Gesellschaft bewahren und den
    Zusammenhalt und das Miteinander in unserem Land durch Begegnungen und den Dialog stärken.
    Gleichzeitig wollen wir dort, wo es notwendig ist, Vertrauen durch Begegnung schaffen und um
    Verständnis werben.
  3. Das Recht auf Meinungs- und Religionsfreiheit ist ein hohes verfassungsrechtlich geschütztes Gut,
    für das wir tagtäglich eintreten und eintreten müssen. Jeder Mensch genießt gesetzlich garantierte
    Rechte und kann an das glauben, was er für richtig hält. Wir werden die Menschen bei der Wahr-
    nehmung ihrer Rechte unterstützen und nicht zulassen, dass diese Rechte in Frage gestellt werden.
  4. Für uns ist jeder Mensch gleichwertig, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, Behinde-
    rung, Rasse und sexueller Orientierung.
  5. Gewalt und Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus – ganz egal, aus welcher Ecke sie
    kommen – haben in unserem Land keinen Platz und werden in keinem Fall geduldet.
  6. Wir treten Menschen mit Migrationshintergrund mit Dank, Respekt und Anerkennung gegenüber;
    sie haben unser Land nach dem Zweiten Weltkrieg mit aufgebaut und somit einen wichtigen
    Grundstein für unseren Wohlstand gelegt.
  7. Damit der Frieden und die Solidarität jetzt und in Zukunft bewahrt bleiben, wollen wir die Will-
    kommens- und Anerkennungskultur im Saarland weiterentwickeln, damit jeder Mensch sich nach
    eigener Vorstellung auf der Grundlage des Grundgesetzes entfalten, als gleichberechtigtes Mitglied
    am sozialen und kulturellen Leben teilhaben und seine Potenziale für sich und die Gemeinschaft
    einbringen kann.
  8. Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Verfolgung Zuflucht in unserem Land suchen und bei uns
    leben möchten, sind im Saarland herzlich willkommen. Wir verstehen die Aufnahme von Flüchtlin-
    gen und Asylsuchenden in unserem Land, das für einen hohen Grad an sozialer Wärme steht, als
    eine humanitäre Verpflichtung.
  9. Wir erkennen die Vielfalt und den kulturellen Reichtum in unserem Land als Bereicherung an und
    unterstützen die Aufklärung und Information gegen Diskriminierung, Klischees und Vorurteile in-
    nerhalb unserer Einrichtungen und Organisationen – aber auch darüber hinaus.
  10. Wir möchten Alternativen für all diejenigen in der Gesellschaft aufzeigen, die für sich keine Pers-
    pektive sehen und dadurch für demokratiefeindliche Entwicklungen empfänglich werden.

Lebach, 1. Integrationsgipfel des Saarlandes, 3. März 2015

 

Weitere Infos unter:

http://www.ucaslife.de/lebacher-erklaerung-im-buergeramt-dudweiler-unterzeichnen/

http://www.bsb-dudweiler.de/lebacher-erklaerung-im-buergeramt-dudweiler-unterzeichnen/

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