Ärger um „KIEZ am Anger“ – Vereine fürchten um ihre Veranstaltungen

BürgerhausAm kommenden Freitag, zwei Tage vor der Kommunalwahl, soll der Vertrag für das Sozialprojekt „KIEZ am Anger“ unterschrieben. Doch noch vor dem Start sorgt das Projekt für Ärger – wegen seines Raumbedarfs. Einzelnen Vereinen wurde bereits mitgeteilt, dass sie über lange Jahre immer wieder angemietete Räume im Bürgerhaus künftig nicht mehr nutzen können.

Landeshauptstadt Saarbrücken, Regionalverband und Diakonisches Werk wollen im Dudweiler Bürgerhaus ein Kinder- und Elternbildungszentrum, kurz „KIEZ am Anger“ einrichten. Der entsprechende Kooperationsvertrag soll am Freitag, 23. Mai, unterschrieben werden. Hintergrund ist der überdurchschnittlich hohe Anteil an Hartz-IV-Beziehern in Dudweiler Mitte. Mit knapp 30 Prozent ist er fast doppelt so hoch wie im städtischen Durchschnitt.

Der Bedarf für ein solches Projekt ist also unbestritten da, dennoch macht sich derzeit alles andere als Freude über das Projekt in Dudweiler breit. Hintergrund sind die Details, die nun langsam bekannt werden. So haben erste Vereine bereits die Mitteilung erhalten, dass sie Gemeinschaftsräume im Bürgerhaus, die sie über lange Jahre immer wieder für ihre Veranstaltungen angemietet haben, nicht mehr nutzen können.

Was wird aus Rathaussturm, DudoVital und Tanzturnier? – Stadt bleibt Antworten schuldig

Stehen dadurch Kappensitzungen, Rathaussturm oder andere Veranstaltungen wie DudoVital auf der Kippe? Genau kann das derzeit noch keiner abschätzen, auch weil sich die Veranwortlichen mit ihrer Informationspolitik stark zurückhalten. So haben wir als Dudweiler Blog vor einer Woche eine detaillierte Anfrage an die Landeshauptstadt geschickt: Wir wollten wissen, welche Räume künftig in Beschlag genommen werden – und ob sie auch für Großveranstaltungen nicht mehr zur Verfügung stehen. Außerdem wollten wir wissen, welche Auswirkungen die neue Raumbelegung für die Gastronomie im Bürgerhaus hat. Hier werden nicht nur starke Einbußen, sondern eine Bedrohung der Existenz befürchtet.

Die Antworten zu der Anfrage stehen bis heute aus. Bleibt die Frage, ob die Stadt erst nach der Kommunalwahl die Karten auf den Tisch legen will, oder vorher noch ausführlich informiert. Klar ist: Dudweiler braucht ein solches Projekt und es ist zu begrüßen, dass sich nach jahrelangem Warten nun endlich etwas bewegt. Dass dafür aber bestehende Strukturen zerschlagen werden und Vereine – und damit einige der engagiertesten Bürger in Dudweiler – darunter leiden müssen, zeugt nicht gerade von Augenmaß – wie leider so oft bei Entscheidungen, die in Saarbrücken für Dudweiler getroffen werden.

Wir appellieren an die Stadt, dass sie noch vor der Vertragsunterzeichnung endlich die offenen Fragen beantwortet und Klarheit schafft.

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8 Thoughts to “Ärger um „KIEZ am Anger“ – Vereine fürchten um ihre Veranstaltungen”

  1. Lisa

    Es ist unfassbar, dass halb Dudweiler – Mitte leer steht (zb Häuser in der Sudstraße oder Räume in der Dudo – Galerie) aber dieser Platz nicht genutzt wird – Nein lieber bohrt man gut funktionierende Strukturen auf und macht mehr kaputt als man mit dem ganzen Projekt hilft !!! Das darf genau so wenig geduldet werden wie die Bäderschließungen!

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  2. Gabriele

    Es ist schon seltsam, dass bei der internen Vorstellung des Projekts keine Einwände zu der Nutzung der Räume von der Dudweilerer Verwaltung kam. Jetzt aber Stimmung gegen die Stadtverwaltung gemacht wird. Warum kam das nicht früher?

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    1. Christian Weirich

      Hallo „Gabriele“,
      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Ich weiß ja nicht, was Sie unter der internen Vorstellung verstehen. Aber mir wurde gesagt, dass bis vor der letzten Bezirksratssitzung noch jede Fraktion davon ausgegangen ist, dass das Projekt in der Dudo Galerie unterkommt. Als klar wurde, dass das Projekt nun ins Bürgerhaus ziehen soll, wurde mir gesagt, dass das von den Fraktionen so unterstützt wurde mit der Grundvoraussetzung, dass die Räumlichkeiten für die Dudweiler Vereine und anderen Mieter des Bürgerhauses nicht eingeschränkt werden. Das wäre auch so in der letzten Sitzung seitens GMS versprochen worden.

      Was mich persönlich sehr stört, ist die Tatsache, dass dieses seit Jahren verschleppte Gemeinwesenprojekt (welches ich im Grundsatz auch für gut befinde!) jetzt in einer „Hau-Ruck-Aktion“ vor den Kommunalwahlen durchgebracht wird, ohne komplett durchdacht zu sein. Ich persönlich habe den Eindruck, dass keiner der Beteiligten sich über die Auswirkungen bisher ernsthaft und voll umfänglich Gedanken gemacht hat. Das zeigen mir offene Fragen bei allen Beteiligten. Ist das Haus überhaupt dafür geeignet (Kindgerecht)? Welche Auswirkungen hat das ganze auf die Gastronomie? Welche Auswirkungen hat der Wegfall des meistgemieteten Raumes „G2“ (neben dem großen Saal) auf die Vereine und anderen Mieter? Gibt es eventuelle andere Beeinträchtigungen bei parallelen Veranstaltungen wie Tagungen etc. im Haus durch das Projekt?… – Ich freue mich auf Ihre Antworten.

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    2. Thomas Braun

      Hallo Frau Ungers,

      bitte bedenken Sie auch, dass hier nicht die „Dudweiler Verwaltung“ Stimmung gegen die Stadtverwaltung macht, sondern dass die Vereine und die Gastronomie, die bislang noch gar nicht öffentlich informiert werden, plötzlich Angst um ihre Existenz bekommen bzw. Kündigkungsschreiben erhalten. DIE sind es, die jetzt sauer sind, DIE sind die leidtragenden, und DIE wurden auch nicht auf „internen“ Sitzungen informiert. Mit etwas Glück lösen sich alle Probleme in Wohlgefallen auf, weil passende Lösungen gefunden werden. Den ganzen Ärger hatte man aber vermeiden können, wenn man vorher ausführlich informiert hätte.

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  3. Heinz Klatt

    es ist erforderlich das diese Kuh aus Saarbrücken bei den nächsten Regionalwahlen mal ein Denkzettel kriegt.

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  4. Susanne NIckolai

    Hallo Christian Weirich, hallo Herr Braun

    Ich finde es doch sehr schade, dass so ein gutes Projekt für Dudweiler so kaputt geredet wird. Was mich an dieser Stelle vor allem ärgert, ist diese unnötige Panikmache.
    Die Verwaltung der Landeshauptstadt Saarbrücken hat Sie diesbezüglich informiert, Herr Braun

    Das Projekt „Kiez am Anger“ wurde unter anderem in der Bezirksratssitzung in Dudweiler vorgestellt. Es stimmt, dass in den ersten Plänen den Mitgliedern des Bezirks- sowie des Stadtrates andere Räume vorgeschlagen wurden. Die veränderten Pläne wurden dem Bezirksrat aber auch erneut vorgestellt.
    Die Gastronomie kann aus meiner Sicht von einem belebten Bürgerhaus sogar profitieren.
    Die für das Kiez benötigten Räume werden in den nächsten Monaten noch leicht baulich angepasst. Unter anderem werden die Räume des Kiez zu einem abgeschlossenen Bereich innerhalb des Gebäudes. Der Bereich Bürgerhaus steht so auch weiterhin für Großveranstaltungen zur Verfügung.
    Die inhaltliche Gestaltung des Projektes wird vom Regionalverband in Zusammenarbeit mit dem Träger dargestellt.

    Susanne Nickolai
    Bildungspolitische Sprecherin SPD-Stadtratsfraktion

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    1. Thomas Braun

      Hallo Frau Nickolai,

      wir machen keine unnötige Panik. Wir haben eine Woche auf eine Antwort der Stadt gewartet – reagiert wurde erst, nachdem wir den Artikel veröffentlicht haben. Das ist alles andere als „die Verwaltung hat sie informiert“. Mittlerweile haben wir die Stellungnahme der Verwaltung veröffentlicht – und ich hoffe sie sehen, dass wir keine Panik machen. Aber es gibt noch problematische Punkte, wie etwa der Hinweis an die Nelke, dass der GII künftig nicht mehr zur Verfügung steht, umgekehrt Herr Blug aber verspricht, dass alle belegten Räume für solche Veranstaltungen weiter genutzt werden. Uns ist auch sehr an diesem Projekt gelegen und man hätte ganz viiieel Ärger vermeiden können, wenn die Absprachen nicht in internen Treffen – wie Frau Unger es beschrieben hatte – getroffen worden wären, sondern öffentlich vorgestellt worden wären und mögliche Bedenken direkt hätten ausgeräumt werden können.

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  5. Maz

    nachdem das ganze säuferpack vorm woolworth abgezogen ist dadurch das die sinnlosmasnahmen der arge im 1. stock eingestellt wurden, verlagert man nun alles weiter nach hinten. solche projecte ziehen das gesindel magisch an. der kleine prozentsatz anständiger leute die da am anfang hingehen wird verschwinden. wartets ab. danach werden die kulturbereicherer mit einzelfall hintergrund und migrantenbonus das ganze sehr schnell verschönern.

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