Kinder- und Elternzentrum „KIEZ Am Anger“ in Dudweiler soll im Mai starten

Anger an der Dudogalerie (Foto: Thomas Braun)
Anger an der Dudogalerie (Foto: Thomas Braun)
Anger an der Dudogalerie (Foto: Thomas Braun)

Dudweiler Mitte ist einer der sozialen Brennpunkte im Ort. Mit dem neuen Kinder- und Elternzentrum soll dem entgegengewirkt werden. Geplant sind verschiedene Betreuungs- und Beratungsangebote, mit denen unter anderem die Armutsspirale durchbrochen werden sollen. Stimmen Stadtrat und Bezirksrat zu, könnte es im Mai los gehen.

(Pressemitteilung | gekürzt) Am Dienstag haben Saarbrückens Bildungsdezernent Erik Schrader, Uschi Biedenkopf, Leiterin des Jugendamtes des Regionalverbandes, und der Geschäftsführer des Diakonischen Werks an der Saar, Pfarrer Udo Blank, das geplante Kooperationsprojekt Kinder- und Elternzentrum „KIEZ Am Anger“ im Bürgerhaus Dudweiler vorgestellt. Im Rahmen der Überlegungen, in Dudweiler ein Gemeinwesensarbeitsprojekt zu initiieren, haben die drei Projektpartner das Konzept für „KIEZ Am Anger“ entwickelt.

Im „KIEZ Am Anger“ soll es ab dem 1. Mai ein vielfältiges Angebot für Kinder bis zwölf Jahre und deren Eltern geben. Für die Eltern werden zum Beispiel Erziehungstrainings, Beratungen und Gesprächskreise angeboten. Für Kinder ab sechs Jahren werden eine Hausaufgabenbetreuung und ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm geboten. Kindern bis drei Jahren und ihren Eltern wird das „KIEZ Am Anger“ zum Beispiel ein Müttercafé, eine Krabbelgruppe und Spielkreise anbieten. Es soll täglich von 30 bis 40 Kindern genutzt werden können. Dazu sind Räume im Bürgerhaus Dudweiler und in der Dudogalerie vorgesehen. „KIEZ Am Anger“ wird Sechs- bis Zwölfjährigen von 12.30 Uhr bis 16.30 Uhr offen stehen. In den Ferien kann es auch vormittags geöffnet werden.

Auch Ernährungstrainings sollen angeboten werden

Das „KIEZ Am Anger“ will durch sein Angebot die gesunde Entwicklung der Dudweiler Kinder unterstützen. Deshalb werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich gemeinsam mit den Kindern einen ausgewogenen Mittagssnack zubereiten und den Eltern die Bedeutung von Gesundheitsfürsorge und Ernährung für die gesunde Entwicklung von Kindern vermitteln. Dazu werden Beratungen und Kurse angeboten. Die Kinder werden bei „KIEZ Am Anger“ in die Ausgestaltung der Gruppenangebote einbezogen. Dabei können sie lernen Verantwortung zu übernehmen und ihre Interessen demokratisch, gewalt- und aggressionsfrei zu vertreten.

Sprachförderung für Familien mit Migrationshintergrund

Das „KIEZ Am Anger“ wird auch auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien eingehen. Für Familien mit Migrationshintergrund soll es zum Beispiel eine Sprachförderung geben. Auch für Familien mit besonderen sozialen Problemen soll es Angebote geben, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter. Bildungsdezernent Erik Schrader: „Armut hat nicht nur einen finanziellen Aspekt, sondern auch einen emotionalen und wirkt sich negativ auf die Bildung, Ernährung und Gesundheit der Kinder aus. Dem wollen wir entgegenwirken. Durch das sportliche, pädagogische und kulturelle Angebot sollen die Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft in ihrer Entwicklung nachhaltig unterstützt werden.“

„Armut soll nicht vererbt werden“

Kindern aus armen Familien soll das „KIEZ Am Anger“ dabei helfen nicht in einer Armutsspirale hängen zu bleiben. Die Leiterin des Jugendamtes des Regionalverbandes, Uschi Biedenkopf, dazu: „Das KIEZ Am Anger soll verhindern, dass Armut vererbt wird. Es wird durch sein vielfältiges Angebot dazu beitragen, die Armutsspirale zu durchbrechen und dabei helfen, allen Kindern eine Chance auf eine glückliche Zukunft zu bieten.“

Der Geschäftsführer des Diakonischen Werks an der Saar, Pfarrer Udo Blank, freut sich über das neue Projekt: „Gemeinsam mit der Landeshauptstadt und dem Regionalverband können wir mit diesem niedrigschwelligen Angebot zum Erhalt Dudweilers als gesundem Stadtteil beitragen. Wir können mit diesem Projekt allen Kindern bis zwölf Jahre und deren Eltern ein qualitativ hochwertiges Angebot machen und werden dabei gleichzeitig dem Inklusionsgedanken gerecht.“

2,5 Stellen vorgesehen

„KIEZ Am Anger“ soll zudem Koordinationsstelle sein und ausgehend von bestehenden Angeboten in Dudweiler Netzwerkstrukturen aufbauen. Für das Projekt sind zwei Vollzeitstellen vorgesehen, die mit pädagogischen Fachkräften besetzt werden sollen. Zusätzlich soll die Schulsozialarbeiterin der Turmschule eine halbe Stelle zu „KIEZ Am Anger“ beitragen. Das „KIEZ Am Anger“ möchte dabei die Zusammenarbeit zwischen Familie und Schule stärken. Außerdem werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kulturamtes der Landeshauptstadt Saarbrücken projektbezogen bei „KIEZ Am Anger“ mitarbeiten.

„KIEZ Am Anger“ wird von der Landeshauptstadt und dem Regionalverband finanziert. Träger wird das Diakonische Werk an der Saar sein, es wird die beiden Vollzeitkräfte beschäftigen. Die Landeshauptstadt stellt dafür jährlich 26.000 Euro zur Verfügung sowie Zeitkontingente der in der Turmschule eingesetzten Schulsozialarbeiterin. Der Regionalverband stellt 110.000 Euro pro Jahr zur Verfügung, außerdem wird er für die Erstausstattung des „KIEZ Am Anger“ aufkommen.

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