Schon wieder alles teurer – nur Einbildung?

Einkaufswagen (Foto: imageworld24 / pixelio.de)
Einkaufswagen (Foto:imageworld24  / pixelio.de)
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Reicht bei Euch auch vorne und hinten das Geld nicht? Habt ihr das Gefühl, dass heute alles teurer ist als früher? Dieser Eindruck ist weit verbreitet und wird auch durch die offiziellen Statistiken bestätigt. Der Preisanstieg ist im vergangenen Jahr allerdings vergleichsweise gering ausgefallen – mal abgesehen von Lebensmitteln und Strom. Hier gingen die Preise rasant nach oben.

Gerade einmal um 1,1 Prozent sind die Kosten für einen durchschnittlichen Warenkorb 2013 im Saarland im Vergleich gestiegen. Das geht aus der aktuellen Mitteilung des Statistischen Landesamtes zur vorläufigen Inflationsrate hervor. Der Preisanstieg lag damit auch leicht unter dem Bundesdurchschnitt (1,5 Prozent).

Starker Preisanstieg bei Lebensmittel

Besonders stark gestiegen sind jedoch einzelne Preise, insbesondere bei den Lebensmitteln, wie beispielhaft ein Vergleich zwischen Dezember 2013 und Dezember 2012 zeigt. H-Milch zum Beispiel war mehr als 15 Prozent teurer, Butter sogar 22,5 Prozent. Deutlich gestiegen sind auch die Preise für Kartoffeln (+ 26,5 Prozent) und für Blumenkohl (+ 36,4 Prozent). Preiswerter als vor einem Jahr waren Tomaten (- 3,5 Prozent) und Gurken (- 2,2 Prozent).

Im Vergleich zu so manchen anderen deutschen Regionen zeigte sich der saarländische Wohnungsmarkt mit einem unterdurchschnittlichen Preisanstieg bei den Wohnungskaltmieten um 0,6 Prozent entspannt, während sich die Haushaltsenergie insgesamt betrachtet um 2,9 Prozent verteuert hat. Der Grund hierfür liegt laut Statistikamt in dem kräftigen Preisanstieg für Haushaltsstrom (+ 10,3 Prozent).

Heizölpreise um 4,5 Prozent gefallen

Die Gastarife stiegen lediglich um 1,0 Prozent, wohingegen die Heizöltanks um 4,5 Prozent preiswerter aufgefüllt werden konnten als vor einem Jahr. Auch die Preise für Zentralheizung und Fernwärme waren leicht rückläufig (- 0,7 Prozent).

Preiswerter als vor einem Jahr waren auch Bekleidung und Schuhe (- 0,9 Prozent) sowie Waren und Dienstleistungen aus dem Bereich der Nachrichtenübermittlung: Die Preise für Kommunikationsgeräte gingen weiter um 4,5 Prozent zurück und die Dienstleistungen der Telekommunikation wurden im Schnitt um 1,3 Prozent günstiger angeboten. Hingegen wurden Post- und Kurierdienste um 1,8 Prozent teurer.

6,2 Prozent Mehrkosten in drei Jahren

Wir fassen zusammen: Rund ein Prozent Mehrkosten – trügt also das persönliche Empfinden? Nicht unbedingt – denn über mehrere Jahre gesehen wird der durchschnittliche Preisanstieg schon wesentlich deutlicher. So lagen die Preise 2013 zum Beispiel um 6,2 Prozent über dem Durchschnittswert des Jahres 2010. Vergessen werden darf bei all der Diskussion aber auch nicht, dass zwischenzeitlich auch einige Gehälter gestiegen.

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