Die Ministerpräsidentin in Dudweiler im Gespräch über Probleme, die sie nicht betreffen

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer beim Saarland-Dialog im Bürgerhaus Dudweiler (Foto: Thomas Braun)
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer beim Saarland-Dialog im Bürgerhaus Dudweiler (Foto: Thomas Braun)
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer beim Saarland-Dialog im Bürgerhaus Dudweiler (Foto: Thomas Braun)

In der Reihe „Saarland Dialog“ war die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwoch im Dudweiler Bürgerhaus zu Gast. Die aufwändige Veranstaltung, die Bürgernähe demonstrieren soll, offenbarte vor allem eines: Die Uninformiertheit der Bürger. Fast nie betrafen die Fragen den Zuständigkeitsbereich des Landes.

Exemplarisch für die rund anderthalbstündige Veranstaltung kann im Prinzip die erste Frage gesehen werden: Ein 17-jähriger aus Dudweiler erkundigte sich bei der Ministerpräsidentin, ob das Dudweiler Freibad wirklich ab dem kommenden Jahr geschlossen bleibt. Abgesehen davon, dass die Stadt Saarbrücken mittlerweile eine andere Lösung gefunden hat – das Bad ist demnach die nächsten Jahre gesichert – hat das Land damit eigentlich nichts zu tun. Die Entscheidung fällt der Saarbrücker Stadtrat.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer beim Saarland-Dialog im Bürgerhaus Dudweiler (Foto: Thomas Braun)
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer antwortete ausführlich auf die Fragen. (Foto: Thomas Braun)

Kramp-Karrenbauer nimmt sich Zeit

Das erklärte auch Kramp-Karrenbauer in ihrer Antwort – und auch die fiel typisch für den Abend aus. Es hätte kurz und knapp erklärt werden können: Freibad bleibt auf – aber dafür trägt der Stadtrat die Verantwortung. Aber nein, in bestem Politikerdeutsch referierte Kramp-Karrenbauer über die Bedeutung der Bäder für die Bürger, welche Lösungen in ihrer Heimatregion, dem Köllertal gefunden wurde, und dass letztlich die Kommunen selbst dafür verantwortlich sind – und auch bleiben sollen.

Schön, dass sich die Ministerpräsidentin Zeit für den Jungen genommen hat – Zeit, die am Ende aber gefehlt hat, um auch Andere zu Wort kommen zu lassen. In gleicher Art und Weise ging es die nächsten 80 Minuten weiter: Die geringe Rente kam zur Sprache – eine Sache des Bundes. Genauso wie die steigenden Strompreise und Probleme mit der EEG-Umlage: Auch das ist ganz klar Bundesbaustelle – auch wenn die Länder sich sehr gerne zu Wort melden. Nicht Bundes- sondern kommunale Angelegenheit ist der Zustand der Straßen in Dudweiler – aber auch hier wusste Kramp-Karrenbauer viel zu erzählen, ohne wirklich etwas ändern zu können.

Voll besetzter Bürgerhaussaal

Positiv festzuhalten bleibt: Die Veranstaltung war wesentlich besser besucht, als noch der Auftakt vor wenigen Tagen in St. Wendel. Damals waren viele Plätze unbesetzt geblieben – in Dudweiler mussten bis kurz vor Veranstaltungsbeginn noch Stühle beigeschafft und aufgestellt werden. Rund 100 Bürger waren zum „Saarland Dialog“ bekommen – der größte Teil davon aus Dudweiler und Kaltnaggisch. Wenn man aber bedenkt, dass die Veranstaltungsreihe Bürger aus dem gesamten Regionalverband ansprechen sollte – hier wohnen rund 300.000 Menschen – dann sind 100 Diskussionsgäste auch eine sehr überschaubare Zahl.


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