Opi muss ins Altenheim – aber wie finde ich das richtige Pflegeheim in Dudweiler?

Elisabeth-Pflegeheim in Dudweiler (Foto: Thomas Braun)
Elisabeth-Pflegeheim in Dudweiler (Foto: Thomas Braun)
Elisabeth-Pflegeheim in Dudweiler (Foto: Thomas Braun)

Die Todesfälle in saarländischen Demenzeinrichtungen haben die Diskussion über die Qualität der Pflege wieder hochkochen lassen. Auch bundesweit wird über die aktuelle Pflegesituation diskutiert. Grund genug für uns, einmal zu schauen, wie gut die drei Dudweiler Pflegeheime abschneiden. Einen Ansatz bieten die mehr als 80 Punkte umfassenden Transparenzprotokolle des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), die im AOK-Pflegenavigator im Internet veröffentlicht werden.

141 Pflegeheime gibt es im Saarland, drei davon stehen in Dudweiler: Das Senioren- und Pflegeheim Elisabeth am Neuhauser Weg, das DRK Sozialzentrum am Markt und das Caritas Seniorenhaus St. Irmina am Krankenhaus. Sie alle werden regelmäßig vom MDK geprüft, der dann Schulnoten für einzelne Punkte vergibt.

Mit Gesamtnoten zwischen 1,2 und 1,4 stehen alle drei Dudweiler Heime gut da. Allerdings hat der MDK selbst schon mehrfach kritisiert, dass die Gesamtnoten wenig aussagekräftig sind. Problem dabei sei, dass alle 82 Punkte des Prüfprotokolls gleich gewichtet werden – egal ob es nur die räumliche Ausstattung betrifft oder die eigentlich viel wichtigere Betreuung der Bewohner.

Im Detail: Pflegeheim Elisabeth

Deshalb sollte man auf jeden Fall einen Blick in die detaillierten Transparenzberichte werfen. So zeigt sich zum Beispiel beim Pflegeheim Elisabeth (Gesamtnote 1,4 – Prüfung am 23.08.2012) – mit 98 Bewohnern das größte Heim in Dudweiler – dass zwar in ganz vielen Punkten die Bestnote Eins vergeben, allerdings nicht nur. So hat es offenbar in einem einzelnen Fall Probleme mit Dekubitus gegeben: Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunden waren nicht nachvollziehbar, zudem wurde eine mangelnde differenzierte Dokumentation bemängelt. Negativausreißer gab es auch bei den Fragen, ob eine systematische Schmerzeinschätzung erfolgt, oder ob die Mund- und Zahnpflege „den Bedürfnissen und Gewohnheiten des Bewohners entsprechend durchgeführt“ wurde.

Das war es dann aber auch mit den schlechten Noten. Durchgehend die Bestnote gab es beispielsweise in dem Qualitätsbereich, der sich mit dem Umgang mit demenzkranken Personen befasst – bei vielen Heimen generell eher ein Problembereich. Auch bei den Fragen zur sozialen Betreuung und Alltagsgestaltung war den MDK-Prüfern nichts Negatives aufgefallen.

Den kompletten Transparenzbericht gibt es hier: http://www.aok-pflegeheimnavigator.de/index.php?module=nursinghome&id=31496&action=popup&popuptitle=showDetailPflegekarte&layout=detailpflegekarte#b_med

Im Detail: Seniorenhaus St. Irmina

Mit der Gesamtnote 1,4 (Prüfung am 21.08.2012) hat auch das Seniorenhaus St. Irmina eine gute Durchschnittsnote erreicht. Mit seinen 72 Bewohnern ist es das zum Prüfungszeitpunkt zweitgrößte Haus in Dudweiler. Ähnlich wie im Elisabeth-Heim mahnten die MDK-Prüfer auch bei St. Irmina Probleme im Umgang beziehungsweise bei der Prophylaxe von chronischen Wunden an – insbesondere die Dokumentation des Dekubitus wurde in zwei Fällen kritisiert.

Schlechte Noten gab es auch bei der Frage, ob bei Demenzpatienten „die Biographie des Heimbewohners beachtet und bei der Tagesgestaltung berücksichtigt wird“. Die Note „Fünf“ bei dieser Frage ist allerdings die einzige schlechte Bewertung in diesem Qualitätsbereich – und generell eine der ganz wenigen. In den allermeisten der 82 Fragen konnten die Prüfer ansonsten die Bestnote „Eins“ vergeben.

In der Stellungnahme zu einem früheren Transparenzbericht hatte die Caritas mitgeteilt, dass Verbesserungsvorschläge des Prüfteams aufgegriffen und zeitnah umgesetzt würden.

http://www.aok-pflegeheimnavigator.de/index.php?module=nursinghome&id=57866&action=popup&popuptitle=showDetailPflegekarte&layout=detailpflegekarte#b_med

Im Detail: DRK Sozialzentrum am Markt

Das kleinste Pflegeheim in Dudweiler ist das DRK Sozialzentrum am Markt mit 30 Bewohnern. Bei der letzten Prüfung im April 2013 kam das Heim auf die Durchschnittsnote 1,2 und liegt damit genau im Landesdurchschnitt.

Der Blick in den Transparenzbericht zeigt: Auch hier gab es einzelne Kritik bei den Fragen zu Dekubitus und chronischen Wunden – insgesamt hatten die Prüfer dort aber weniger zu bemängeln als bei den anderen Dudweiler Heimen.

Deshalb gab es teils schlechtere Noten bei Fragen, bei denen die großen Heime mit ihren relativ neuen Außenbereichen glänzen konnten: So wurde zum Beispiel bemängelt, dass beim Heim in der Dudweiler Stadtmitte offenbar nicht allen Bewohnern nach ihren Wünschen Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien angeboten wurden. In der Summe bleibt aber auch hier ein überwiegend positives Bild.

Den kompletten Überblick gibt es hier: http://www.aok-pflegeheimnavigator.de/index.php?module=nursinghome&id=73428&action=popup&popuptitle=showDetailPflegekarte&layout=detailpflegekarte#b_med

Nicht ganz unwichtiges Entscheidungskriterium: Die Preise

Bei den Kosten für Unterkunft und Betreuung gibt es laut AOK-Pflegenavigator Unterschiede zwischen den Dudweiler Heimen, die sich je nach Pflegestufe auf einen dreistelligen Betrag pro Monat summieren können. Demnach ist das Elisabeth-Heim derzeit das günstigste, gefolgt vom DRK Sozialzentrum. Am teuersten ist der AOK-Aufstellung zufolge das Seniorenhaus St. Irmina. Die AOK verweist allerdings darauf, dass bei allen Heimen noch eine Pauschale für Investitionskosten hinzu kommt, die nicht von den Kassen verhandelt werden und wo es deshalb auch keine aktuellen Angaben gibt. Deshalb der Tipp: Vor einer Entscheidung für ein Heim bei allen die individuellen Preise anfragen.

Welches Heim ist das richtige?

Die Entscheidung für das Heim sollte nicht alleine vom Preis abhängen. Experten empfehlen zudem, sich auch nicht nur auf die Prüfberichte zu verlassen, sondern sich einen persönlichen Eindruck von in Frage kommenden Heimen zu verschaffen. Dabei sollte auf jeden Fall nach dem Betreuungsschlüssel gefragt werden: Wie viel Personal ist für wie viele Bewohner zuständig? Denn ausreichend Personal ist eine grundlegende Voraussetzung für eine gute Pflege. Weitere Tipps gibt die Checkliste Pflegeheime der Weissen Liste, die man sich im Internet individuell zusammenstellen und ausdrucken kann. http://pflegeheim-checkliste.weisse-liste.de/

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