Die „Vorerst-Rettung“ des Dudweiler Freibades – eine spannende Sommerpause

Demonstration vor der Stadtratssitzung zum Bäderkonzept.
Demonstration vor der Stadtratssitzung zum Bäderkonzept.
Demonstration vor der Stadtratssitzung zum Bäderkonzept.

Mit einer überraschenden Schlappe geht die Saarbrücker Verwaltung in die Sommerpause: Oberbürgermeisterin Britz will nun schnell das Gespräch mit dem Land suchen, um doch einige der gesperrten Kredite frei zu bekommen. Unterdessen gibt es weitere Details zu den Investorenplänen rund ums Freibad – und einer möglichen, neuen Eissporthalle in Dudweiler.

Der Jubel bei den Gegner der Freibadschließung am Dienstag war groß: Wir haben gewonnen, der Stadtrat hat das Bäderkonzept abgelehnt, das Protestieren hat sich gelohnt. Es ist ein Erfolg – aber letztlich vermutlich nicht mehr als ein Etappensieg. Durchgefallen ist lediglich das mit heißer Nadel gestrickte Konzept, das in letzter Sekunde präsentiert worden war. An dem grundlegenden Beschluss, 800.000 Euro im Bäder- und Sportbereich zu sparen, wurde nicht gerüttelt.

Mit einer Niederlage für die Verwaltung und einer erheblichen Erschütterung des Koalitionsbündnisses geht es nun in die politische Sommerpause. Zeit, die genutzt werden muss, um aus einem unausgegorenem Konzept einen tragfähigen Zukunftsplan zu machen.

Britz will mit dem Land wegen Kreditsperre verhandeln

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hatte kurz nach der Abstimmung bereits angekündigt, zeitnah Gespräche mit dem Land zu suchen, um wenigstens einen Teil der Kredite frei zu bekommen, die wegen Nicht-Einhalten der Sparvorgaben gesperrt werden sollen. Die Gelder seien für den Kita-Ausbau gedacht, macht die Verwaltung den Schließungsgegnern ein bisschen ein schlechtes Gewissen.

Stadtratssitzung
Stadtratssitzung

Geht die Bäderdebatte in die nächste Runde?

Man darf sich sicher sein, dass die Zukunft der Saarbrücker Bäder schon bald wieder auf der Tagesordnung einer Stadtratssitzung stehen wird: Denn nicht nur die Schließung der Bäder wurde abgelehnt – dadurch, das das Konzept durchgefallen ist, wurde auch die Effizienzsteigerung in der Verwaltung, mit der über 300.000 Euro jährlich gespart werden sollen, nicht beschlossen.

Und dann gibt es ja noch die Alternativpläne, die im Hintergrund heiß diskutiert werden. Einer wurde am Dienstagabend bereits im aktuellen bericht vorgestellt: Sven Kielmann, Bruder der erfolgreichen deutschen Eiskunstläuferin Marina Kielmann, würde gerne als Investor beim Freibad einsteigen und es als gemeinnützige GmbH betreiben.

„Man kann gerade auch mit dem Veranstaltungsbereich sehr viel machen“, ist sich Kielmann sicher. „Man muss es nicht nur als Schwimmbad nutzen, sondern man kann die ganze Fläche nutzen. Und die kann man das ganze Jahr über nutzen, nicht nur, wenn das Schwimmbad auf ist.“ Ein Konzept liegt der Stadt nach SR-Informationen bereits vor.

Neue Soccer- und Eissporthalle für Dudweiler?

Neben der Bäderübernahme plant Kielmann in Dudweiler auch ein weiteres Projekt. Er möchte gerne eine neue Eventhalle mit Beachvolleyball-Plätzen, Soccer-Arena und Eislaufbahn errichten. Über ausreichend Erfahrung in diesem Bereich verfügt er offenbar – in den letzten Jahren hatte er u.a. in mehreren Städten in Deutschland mobile Eisbahnen betreut. Und auch die Eislauf-Erfahrung in der Familie dürfte von Vorteil sein.


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