Bürgermeister Latz und Sportdezernent Schindel präsentieren Bäderkonzept-Entwurf – Vereins- und Schulschwimmen bleibt im bisherigen Umfang erhalten

(Pressemitteilung) Bürgermeister Ralf Latz und Sportdezernent Harald Schindel haben am Freitag, 7. Juni, bei einer Pressekonferenz im Rathaus St. Johann den Bäderkonzept-Entwurf der Landeshauptstadt präsentiert. Er dient als Grundlage für die weitere Diskussion und wird ebenfalls am 7. Juni den Stadtratsfraktionen sowie den Schwimmsport treibenden Vereinen und Verbänden präsentiert. Ende Juni wird das Konzept in den Bezirksräten West und Dudweiler, im Sportausschuss sowie im Finanzausschuss zur Debatte gestellt. Eine Entscheidung fällt der Stadtrat in seiner Sitzung am 2. Juli.

Entwurf des Bäderkonzeptes der Landeshauptstadt

„Der Stadtrat hatte im Juni 2012 auf Grundlage des Rödl-Gutachtens zur Haushaltskonsolidierung entschieden, den Zuschussbedarf für Sport und Bäder ab 2014 um 800.000 Euro zu verringern. Daraufhin wurde bei der ‚GMF – Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen’ aus Neuried ein Bäder-Gutachten beauftragt, das aufzeigen sollte, wie die Summe erbracht werden kann. Nachdem das Gutachten vorlag, sind wir intensiv in die Diskussion eingestiegen. Intern, aber auch mit den Schwimmvereinen und Verbänden. Nun liegt unser Entwurf eines Bäderkonzeptes vor“, erklärt Ralf Latz.

Der Bürgermeister weiter: „Wir können langfristig das Saarbrücker Vereins- und Schulschwimmen im bisherigen Umfang und zu den bisherigen Zeiten weiterführen. Damit ist das wichtige Angebot ohne Abstriche und verlässlich im Sinne der Vereine gesichert, und die Auflagen der Kommunalaufsicht können erfüllt werden.“

Der Vorschlag der Verwaltung umfasst im Kern folgende Punkte:

  • Optimierte Bäder-Organisation: Zuweisung der Gesamtverantwortung des Bäderbetriebs an die Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) und damit einhergehend eine Neugestaltung der Finanz- und Vertragsbeziehungen zwischen der Landeshauptstadt und der BBS.
  • Erhalt der Bäder an den folgenden Standorten mit Schärfung ihrer Profile: Dudweiler – Sport- und Fitnessbad Dudobad Fechingen – Spaß- und Familienbad Fechinger Bad Mitte – Freibad Schwarzenberg Altenkessel – Schul- und Vereinsbad Alsbachbad
  • Auftrag an die BBS, das Profil dieser Bäder entsprechend zu entwickeln. Durch weitere Investitionen soll der Komfort gesteigert und neue Angebote für bestimmte Zielgruppen (je nach Profil des Bades) geschaffen werden, um die Anziehungskraft der Bäder spürbar zu steigern.
  • Das Vereinsschwimmen im Calypso wird über 2013 hinaus mit dem Betreiber Vivamar vertraglich geregelt.
  • Schließung des Außenbeckens im Kombi-Bad Altenkessel und Erhalt des Schulschwimmens, der Vereinsschwimmangebote, der Nutzung durch den Behindertensport und des Frauenschwimmens im bisherigen Umfang und zu den bisher genutzten Zeiten im Hallenbad (Öffnung an zwei bis drei Tagen pro Woche)
  • Schließung des Freibades in Dudweiler bei gleichzeitiger Ausweitung der Öffnungszeiten im Dudobad (ganzjährig) und der Schaffung einer Liegewiese im Außenbereich. Das Vereins- und Schulschwimmen bleibt im bisherigen Umfang erhalten. Die Schließung kann abgewandt werden, sofern es gelingt, das Bad ab 2014 in Form einer Genossenschaft beziehungsweise eines Fördervereins zu führen. Die Landeshauptstadt unterstützt die Genossenschaft mit jährlich 50.000 Euro.
  •  Aussetzung von Reparatur-/Instandhaltungs-/Sanierungsmaßnahmen in Lehrschwimmbecken, soweit die Kosten 40.000 Euro im Einzelfall übersteigen

„Durch die Teilschließung in Altenkessel und Schließung in Dudweiler sowie Effizienzsteigerung in der Bäder-Organisation erreichen wir eine Einsparsumme von 1,025 Millionen Euro. Im Gegenzug kalkulieren wir 160.000 Euro für das Vereinsschwimmen im Calypso, so dass wir im Ergebnis die geforderte Einsparung von 800.000 erfüllen werden können. Gleichzeitig werden wird den Bedürfnissen der Bürger, der Vereine und der Verbände gerecht. 800.000 Euro lassen sich nicht gänzlich ohne Einschnitte erreichen. Uns ist es mit diesem Entwurf gelungen, diese Summe in einer zumutbaren Art und Weise darzustellen“, erklärte Sportdezernent Harald Schindel.

Aus Sicht der Verwaltung ist dies ein Konzept, das Sparen gewährleistet und gleichzeitig Wege aufzeigt, die Bäder zu erhalten, Möglichkeiten der Kooperation mit anderen offenhält und die Bürger einbezieht, so das Fazit von Latz und Schindel.

Bereits in der Vergangenheit hatten verschiedene Untersuchungen zur Saarbrücker Bäder-Landschaft eine überdurchschnittliche Ausstattung bemängelt. Das Rödl-Gutachten zur Haushaltskonsolidierung von 2009 hat dies erneut bestätigt und die großflächige Schließung von Bädern vorgeschlagen. Der Stadtrat hatte im Juni 2012 entschieden, den Zuschussbedarf für Sport und Bäder ab 2014 um 800.000 Euro zu verringern. Vor diesem Hintergrund wurde 2012 bei der „GMF – Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen“ das Bäder-Gutachten beauftragt.

Die Kernaussagen des Gutachtens                      

Die Gutachter kamen zu folgenden wesentlichen Ergebnissen:

  1. Es existiert eine hohe Bäderdichte: Freizeit-, Thermen-, Sport- und Wellnessbäder mit einem hochwertigen Angebot finden sich in näherer städtischer und regionaler Umgebung (Fahrzeit ab etwa zehn Minuten)
  2. Es besteht im näheren – städtischen wie auch regionalen – Umfeld im Verhältnis zur Bevölkerungsdichte ein Überangebot an Wasserfläche, das zudem nicht ausgelastet ist.
  3.  Gleichzeitig entspricht die Ertragssituation nicht den üblichen Benchmarks (anhand von bundesweit erfolgten Vergleichen festgelegte Bezugswerte), so dass in Saarbrücken ein überdurchschnittlicher Zuschussbedarf entsteht. Der höchste Zuschussbedarf entsteht im Freibad Dudweiler mit 9,60 Euro pro Besucher, der durchschnittliche Zuschussbedarf in den Saarbrücker Bädern liegt bei 7,70 Euro pro Besucher. Der Benchmark liegt je nach Bädertyp zwischen 3,52 Euro und 4,79 Euro pro Besucher. Einnahmen von rund 835.000 Euro stehen Ausgaben von ca. 4,3 Millionen Euro gegenüber.
  4. Der technische Zustand der Bäder wird als gut beziehungsweise zufriedenstellend angesehen, Optimierungspotentiale im Bereich des betrieblichen Personals oder durch energetische Verbesserungen bestehen nur noch im geringen Umfang.
  5. Kritisiert wird vom Gutachter die administrative Situation der Saarbrücker Bäder: uneinheitliche Eigentumsverhältnisse und Verwaltung, umfangreich verteilte Zuständigkeiten mit dezentralen Hierarchieebenen und vielschichtigen Organisationsstrukturen.
  6. Der hohe Zuschussbedarf ist nachhaltig nur durch wesentliche Einschnitte reduzierbar. Sollten alle Bäder im Bestand verbleiben ist mittelfristig ein weiterer Anstieg des Zuschussbedarfes zu erwarten.

Durch eine verbesserte Organisation und höhere Erlöse (Preisanpassung und Besucheranstieg) sowie positive Effekte aus Investitionen sehen die Gutachter ein Einsparpotential von 330.000 Euro. Zusätzlich sehen sie eine Verbesserung von insgesamt 750.000 Euro durch die Schließung des Freibades Dudweiler (300.000 Euro) sowie des Kombibades Altenkessel (450.000 Euro) In der Summe sehen die Gutachter dadurch ein Einsparpotential von 1,08 Millionen Euro.

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