Gemeinschaftsschule Dudweiler gewinnt den saarländischen Schulpreis 2013

Als einer von drei Preisträgern hat die Gemeinschaftsschule in Dudweiler den saarländischen Schulpreis erhalten. Die Schule erhielt den mit 4.000 Euro dotierten Preis unter anderem für sein „überzeugendes pädagogisches konzept, ein überdurchschnittlich engagiertes Lehrerteam, eine unterstützende und Freiraum gewährende Schulleitung, begeisterte Schüler sowie Eltern und viele außerschulische Kooperationspartner.“

Im Namen der Jury hielt die Schulberaterin Ingrid Kaiser, ehemalige pädagogische Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, die Laudatio, die wir hier im Wortlaut wiedergeben:

„Der Neurobiologe Joachim Bauer in Freiburg im Breisgau sagt treffend: „Die stärkste Motivationsdroge für den Menschen ist der andere Mensch“. Diese Erkenntnis hat sich die Schule schon seit ihrer Gründung zu einem ihrer Leitsätze gemacht, denn die Grundlage ihrer Arbeit sind die Beziehungsebenen. Die hier spürbare positive Atmosphäre wird geprägt durch die Teamarbeit der Schulleitung und der Lehrerinnen und Lehrer. Die Schule zeigt, dass ihre Schüler lernbereit sind, weil sie sich in ihrer Lerngemeinschaft angstfrei und sicher fühlen, ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickeln können und viele Hilfsangebote erhalten. Das Zweite, was Schüler an diese Schule bindet und sie stolz macht, sind Herausforderungen, die sie hier erleben, die sie neugierig und ehrgeizig machen und sie motivieren, gute individuelle Leistungen zu erreichen. Ein dritter Grund der Schüler, stolz auf ihre Schule zu sein, sind die Wahlmöglichkeiten, die ihnen mit unterschiedlichen Anforderungen oder Arbeitsaufträgen angeboten werden oder bei Vorschlägen zu Projektthemen, bei der Entwicklung von Beurteilungskriterien oder beim Lernen außerhalb der Schule zur Auswahl stehen.

Die Gratwanderung, Schülern eine Lernorientierung zu geben, einen reflektierten Umgang mit ihrer Selbstständigkeit zu üben, ohne sie allein zu lassen, ist in vielen Ansätzen sichtbar. Ein gutes Beispiel, eigene Lernerfahrungen und Arbeitsergebnisse zu überprüfen, ist die Einführung des Lerntagebuchs an dieser Schule. Die Schüler setzen sich dabei mit Inhalten auseinander und machen sich Gedanken, was sie gelernt und was sie noch nicht verstanden haben.

Diese Schule hat sich als lernende Organisation kontinuierlich weiterentwickelt und akzeptiert die immer wieder notwendigen Veränderungen und den Schritt zum nächsten Aufbruch. Der Teamgedanke wird konsequent auf unterschiedlichsten Ebenen gelebt, nämlich in Jahrgangs-, Fach- und Entwicklungsteams. Es besteht ein Anspruch, einerseits fachkompetente Instruktionen zu vermitteln, andererseits den Schülerinnen und Schülern beim kooperativen und selbstständigen Lernen ein guter Lernbegleiter zu sein.

Die Ergebnisse dieser anspruchsvollen Arbeit haben bei Schülern, Eltern und dem Kollegium zu hoher Zufriedenheit geführt, die in allen Gesprächsrunden deutlich wurde. Hervorgehoben werden muss noch die aktive Beteiligung der Eltern in allen Gremien und ihr Gefühl, dass ihre Meinung willkommen ist, auch wenn sie kritisch ausfällt. Eines ihrer Argumente war die Zusammenarbeit mit innovationsbereiten Lehrerinnen und Lehrern für eine frühzeitige und umfangreiche Berufsorientierung bis hin zu Ausbildungs- oder Studienmöglichkeiten. Diese Eltern haben sich bewusst für diese Schule entschieden und stehen weiterhin mit großer Überzeugung zu ihrer Entscheidung.

Bei Unterstützung von Interessen, Fähigkeiten und Neigungen der Schüler spielen nicht nur die kognitiven Fächer eine Rolle. Die Schule hat weitere Schwerpunkte mit besonderen Profilen entwickelt, z.B. durch Einrichtung einer Bläserklasse, Tanzprojekte in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Staatstheater und Aufgaben in der Bildenden Kunst. Die Präsentation dieser Aktivitäten sind Höhepunkte jedes Schuljahres und bilden große Herausforderungen, die die Schülerinnen und Schüler mit Begeisterung annehmen. Hier findet etwas statt, was in Schulen oft zu kurz kommt, nämlich eine Kultur der Anerkennung.

Allen voran agiert eine aktive Schulleitung als Team und unterstützt Initiativen von Kolleginnen und Kollegen. Sie erarbeitet seit Jahren Themen der schulinternen Fortbildung und für Pädagogische Tage im Rahmen des sich verändernden Schulprogramms und bemüht sich, durch die wachsenden Herausforderungen der Integration und jetzt Inklusion die Professionalität des Kollegiums zeitgemäß zu fördern.

Zur Anerkennung des bisher Geleisteten und als Ansporn für die weiteren Schritte auf dem Weg zu einer beispielgebenden Schule verleiht die Jury einen Saarländischen Schulpreis an die Gemeinschaftsschule Dudweiler / Gesamtschule Sulzbachtal.“

Hauptpreisträger beim diesjährigen Schulpreis war das Technisch-wissenschaftliche Gymnasium Dillingen, ebenfalls geehrt wurde die Gemeinschaftsschule Freisen. Vergeben wird der Preis von der Stiftung Demokratie Saarland und der Landeselterninitiative für Bildung. Unter den Gästen bei der Ehrung am vergangenen Mittwoch war auch Bildungsminister Ulrich Commerçon.

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