155.000 Euro für unterdimensionierte Toilettenanlage im Park

Holztoilette im GrünenLange Zeit war es still um das „Örtchen“ im Dudweiler Stadtpark – nun kommt wieder Bewegung in die Sache „Toilettenanlage“. Doch die Pläne, die das Gebäudemanagement der Stadt im Bezirksrat am Donnerstag vorgestellt hat, sorgte dort für Kritik. Und nicht nur wegen der hohen Kosten von 155.000 Euro.

Es war eines der ersten Themen, über die wir in der Anfangszeit des Dudweiler Blogs berichtet hatten: Die desolate Situation der Sanitäranlagen im Park – beziehungsweise die faktisch nicht mehr vorhandenen Anlagen. Das ist jetzt knapp zwei Jahre her. Aber bereits damals hatte es Pläne gegeben, für rund 160.000 Euro eine neue Anlage zu errichten, doch erst jetzt wurden sie offiziell dem Bezirksrat zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Vandalismusresistent ist teuer

Den Plänen zufolge, die auch im Internet für jeden einsehbar veröffentlicht sind, soll auf eine Systemlösung in Fertigbauweise analog zu der Toilettenanlage am Dudoplatz zurückgegriffen werden. Sie soll vandalismusresistent sein, dank automatisierter Technik die Betriebskosten senken und am ehemaligen Gartenstützpunkt (früheres Affenhaus) errichtet werden. Im Wirtschaftsplan sind für den Bau 155.000 Euro vorgesehen – 85.000 alleine für die Fertigtoilettenanlage. 8.000 Euro sind für die Fundamente eingeplant, 15.000 Euro für die Anschlüsse an die Versorgungs- und Abwasserleitungen, 26.000 Euro für Randanschlüsse, Verbundsteinpflaster und Außenbeleuchtung und noch einmal 21.000 Euro für weitere Nebenkosten.

Toilettenanlage könnte im Juli in Betrieb gehen

Sollte der Auftrag noch im März erteilt werden, könnte die neue Anlage im Juli in Betrieb genommen werden – also rechtzeitig NACH dem Park- und Lichterfest, der größten Veranstaltung im Dudweiler Stadtpark. Aber für die Dimensionen, die bei solch einem Fest benötigt würden, wäre die neue Anlage sowie nicht ausgelegt. Mit nur einer gemeinsamen Kabine für Steh-Pissoir und WC bei den Herren, sowie einer Damentoilette, die gleichzeitig auch Behindertentoilette ist, wären Staus nicht nur bei den weiblichen Gästen vorprogrammiert.

Aber das ist nicht der einzige Kritikpunkt, den der Dudweiler Bezirksrat bei der Vorstellung der Pläne hatte. Wie die SZ berichtete, kritisierte beispielsweise der Behindertenbeauftragte Michael Wagner, dass die Steigung zum geplanten neuen Standort mit neun Prozent zu hoch sei.

Schließlich wurde sich darauf geeinigt – so heißt es weiter im Bericht – dass die Ausschreibung nachgebessert werden soll und künftig eine Tür zwischen Urinal und Toilette in der Herrenkabine vorsehen soll und dass auch geprüft werde, den Standort weiter „ins Tal“ legen zu können.

Weitere Informationen

Sie wollen sich selbst ein Bild von den Plänen machen: Die gibt es als Download auf der Ratsinfoseite zum Bezirksratstermin (rechts oben auf der Seite): http://ratsinfo.saarbruecken.de/vo0050.php?__kvonr=12128&voselect=1837

Weitere Kritik der Bezirksratmitglieder kann nachgelesen werden in der Saarbrücker Zeitung von Montag: http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/sulzbachtal/Dudweiler-Stadtpark-Toilettenanlage-behindertengerecht;art2811,4661219


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