Wird Dudweiler zu teuer für junge Familien?

Das Leben für junge Familien wird 2013 deutlich teurer.
Das Leben für junge Familien wird 2013 deutlich teurer.
Das Leben für junge Familien wird 2013 deutlich teurer.

Während aktuell über Einsparpotenzial durch den Wegfall der Bezirksverwaltung in Dudweiler gestritten wird, steht bereits fest, dass das Leben in Dudweiler und Saarbrücken – insbesondere für junge Familien – im kommenden Jahr erheblich teurer wird. Grund sind teils saftige Gebührenerhöhungen bei Stadt und Land.

So steigen die Gebühren für einen Ganztagesplatz in einer städtischen Kindertagesstätte monatlich um 26 Euro von derzeit 314 auf 340 Euro. Auch die Gebühren für einen Ganztagesplatz in der freiwilligen Ganztagsschule – also zum Beispiel in Scheidt, an der Turmschule oder der Albert-Schweitzer-Schule – werden erhöht, beziehungsweise neu eingeführt. Für die Betreuung bis 15.00 Uhr werden künftig 30 Euro fällig – bislang war das kostenlos. Die Kosten für die lange Betreuung steigen von 40 auf 60 Euro.

Eine Familie mit einem Kindergarten- und einem Schulkind, die jeweils ganztags betreut werden, darf also von vorneherein mit Mehrkosten von bis zu 672 Euro im Jahr rechnen.

Zoo und Schwimmbad werden teurer

Aber damit nicht genug, denn in Saarbrücken steigen auch die Kosten für einige Freizeitaktivitäten, zum Beispiel der Eintrittspreis in den Zoo. Die Verwaltungsvorlage hatte hier eine Erhöhung der Preise für Erwachsene von 6,50 Euro auf acht Euro und für Kinder von 2,50 Euro auf 3,50 Euro vorgesehen. Für die vierköpfige Familie bedeutet das pro Zoobesuch vier Euro Mehrkosten. Das Kindergartenkind unter sechs Jahren bleibt frei.

Aber da der Zoobesuch sicherlich nicht so häufig stattfindet, wie zum Beispiel ein Schwimmbadbesuch, dürfte er nicht so arg ins Gewicht fallen. Aber auch in den Dudweiler Schwimmbädern wurden die Preise erst im September deutlich erhöht.

Busfahrkarten werden teurer

Und wenn wir gerade über Gebührenerhöhung reden – auch im öffentlichen Nahverkehr werden die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 2,78 Prozent angehoben – nachdem bereits Anfang 2012 die Preise um 3,9 Prozent erhöht wurden. Eine Einzelfahrkarte für Erwachsene in der günstigsten Preisstufe kostet ab Januar 2,10 Euro, Kinder zahlen 1,60 Euro. Ob sich die vierköpfige Familie dann noch regelmäßig eine Busfahrt leistet, dürfte fraglich bleiben. Aber zur Shoppingtour in die Landeshauptstadt dann den Familien-Pkw zu benutzen, wird auch mehr kosten – nicht nur wegen der Spritpreise. Die Parkgebühren in Saarbrücken im öffentlichen Raum werden um bis zu 60 Prozent steigen. Bei den privaten Parkraum-Anbietern zählt die Landeshauptstadt sowieso schon zu den teuersten bundesweit. Und wer riskieren will, einfach keinen Parkschein zu ziehen, dem sei gesagt, dass die Landeshauptstadt auch die Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs ausweiten will. 150.000 Euro Mehreinnahmen werden erhofft.

Der Traum vom eigenen Haus wird teuer

Sollte die vierköpfige Familie trotz allem noch etwas Geld auf der hohen Kante haben und sich den Traum vom eigenen Haus in Dudweiler erfüllen wollen – genügend Immobilienangebote und Bauplätze gibt es ja – müssen sie dank der Landesregierung 2013 tiefer in die Tasche greifen. Die Grunderwerbssteuer steigt von 4,5 auf 5,5 Prozent – der bundesweit höchste Wert. Wer ein Objekt für 150.000 Euro ersteht, muss 8.250 Euro an das Land zahlen, 1.500 Euro mehr als noch vor Jahresfrist. Mal ganz abgesehen davon, dass die wenigsten Immobilien heute noch ohne Makler vermittelt werden – und auch die in der Regel noch einmal ein paar Tausender kassieren.

Gar nicht miteingerechnet haben wir all die weiteren Erhöhungen, die 2013 befürchtet werden – seien es der Strompreis, der für die Durchschnittsfamilie um mindestens 60 Euro jährlich steigen wird. Oder die Kosten für Brot und Brötchen, wo wegen gestiegener Rohstoffpreise eine Preiserhöhung erwartet wird.

Statistische Mehreinnahme als Ausgleich?

Einen Hoffnungsschimmer gibt es: Rein statistisch wird der Saarländer im kommenden Jahr wegen gestiegener Löhne und Gehälter in vielen Branchen 507 Euro mehr im Geldbeutel haben. Das hat nach einem Bericht der Saarbrücker Zeitung zumindest die Gesellschaft für Konsumforschung errechnet. Ob eine Durchschnittsfamilie sich aber wirklich über ein Plus im Geldbeutel freuen kann, mit dem all die anderen Anstiege ausgeglichen oder zumindest abgedämpft werden könnten, darf dann doch bezweifelt werden.


Mehr zum Thema

Saarländer haben 2013 statistisch 507 Euro mehr im Geldbeutel
http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/Nuernberg-Saarbruecken;art27856,4555708

Sparorgie im Bildungsbereich?
http://www.sr-online.de/sronline/nachrichten/politik_wirtschaft/gebuehrenerhoehung_bildungsbereich100.html

Saarbrücken dreht an Gebührenschraube
http://www.sr-online.de/sronline/nachrichten/politik_wirtschaft/gebuehren_kita_parkplatz_abwasser100.html


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