„Saarbrücken à la carte – Die Geschichte der Genussregion Saarland“

(Pressemitteilung) Am Freitag, 23. November, 19 Uhr, hat Oberbürgermeisterin Charlotte Britz das Buch „Saarbrücken à la carte – Die Geschichte der Genussregion Saarland“ im Festsaal des Rathauses St. Johann vorgestellt. Rund 120 Gäste waren anwesend. Sternekoch Jens Jakob wertete die Veranstaltung mit einer kulinarischen Köstlichkeit auf. Das vorgestellte Buch hat über 360 Seiten, ist komplett in Farbe gehaltenen, reich bebildert und erklärt, warum sich in Saarbrücken und im Saarland eine so herausragende Kulinarik entwickelt hat.

Für Britz bildet das gute Essen ein Stück Saarbrücker Identität. In ihrer Begrüßung sagte sie: „Unsere kulinarische Kompetenz ist Teil unserer Tradition, sie erklärt auch unsere Saarbrücker Identität. Unglaublich vielfältig, diese Vielfalt ist auch Ergebnis unserer Offenheit. Bei uns kann man den Geist Europas schmecken. Die saarländische Gastronomie so wie sie heute ist, ist nicht nur gewachsen durch die vielen französischen Verbindungen, sondern früh waren wir offen für die mediterranen Einflüsse.“

Der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Hans-Christian Herrmann, Autor und Herausgeber, beschrieb in seiner Präsentation die Geschichte der Kulinarik an der Saar. Eine Vielzahl von Faktoren wirkte zusammen: die Industrialisierung mit ihren Hüttenkasinos, die Grenzlage und Nähe zum gastronomisch entwickelten Lothringen und zum Elsass, vor allem aber das Hin- und Hergerissensein der Saar zwischen Deutschland und Frankreich. Durch die Wirtschaftsunion mit Frankreich (1947 bis 1959) bestimmten französische Lebensmittel und Weine das Lebensmittelangebot der Saarländer in den 50er Jahren, da gab es Lebensmittelgeschäfte, in denen eines von zwei Schaufenstern ganz dem französischen Wein vorbehalten war. In dieser Zeit entstanden geschmackliche Prägungen, etwa die Liebe der Saarländer zur französischen Butter, die auch fortbestanden, nachdem das Saarland 1957 Bundesland wurde. Französische Lebensmittel, Weine und Champagner prägten den Geschmack der Saarländer, auch gefördert durch die legendären „Französischen Wochen“, die in den 60er und 70er Jahren an der Saar ein großes gesellschaftliches Ereignis waren.

Zudem entwickelten und verfeinerten viele Saarländer ihren Geschmack und ihr Wissen über gutes Essen auf den vielen Reisen nach Frankreich. Urlaubserlebnisse und „Französische Woche“ bedingten einander und verstärkten das Entdecken der kulinarischen Genüsse Frankreichs und seiner Weinlagen. So entwickelten die Saarländer eine außerordentliche kulinarische Kompetenz. In den 70er und 80er Jahren emanzipierte sich die saarländische Kochkunst wiederum von der französischen Dominanz. Sowohl Frankreich als auch die gesamte mediterrane Welt im Blick entwickelte die Gastronomie unter Rückgriff  auf die regionale saarländische Küche eine kulinarische Kultursynthese, die Saarländer führten das Beste zusammen.

Das gute Essen und Trinken in Saarbrücken ist ein Pfund für den Tourismus. Das Buch beleuchtet auch ein Stück Tourismusgeschichte und widmet sich ebenso der Geschichte der Brauereien und des Weinbaus sowie der Glas-, Porzellan- und Keramikindustrie. 

Die Publikation wurde von der Aleksandra-Stiftung, der Saarland Sporttoto, der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Thalhofer, Herrmann und Kollegen, der DEHOGA Saarland und Villeroy & Boch gefördert. Es ist im Verlag Perlenschnur erschienen, im Buchhandel erhältlich und kostet 37,90 Euro.

ISBN: 978-3-9810696-5-5

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