Feuerwehr nach Brandtragödie ohne Schuld

Die Staatsanwaltschaft hat die Vorwürfe gegen die Feuerwehr, die nach der Brandtragödie erhoben wurden, entkräftet. Wie der Saarländische Rundfunk berichtet, hätten die bisherigen Ermittlungsergebnisse diese Vorwürfe nicht bestätigt. Das habe die Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Der erste Löschzug sei vier Minuten nach der Alarmierung eingetroffen, alle nötigen und möglichen Maßnahmen zur Rettung seien umgehend ergriffen worden.

Die Kinder seien bei dem Brand erstickt. Die Obduktion habe eine Kohlenmonoxid-Vergiftung – zum Teil in Verbindung mit Brandeinwirkung – ergeben. Die Brandquelle sei ein zwischen den Matratzen abgestellter Teller mit Kerzen- und Tabakresten gewesen.

Traurige, erschreckende Diskussion im Netz

Die Brandtragödie in Burbach hatte in den letzten Tagen viele Menschen in der Region tief berührt – und auch für sehr viel Gesprächsstoff in den sozialen Netzwerken gesorgt. Und es war teilweise erschreckend, wie diskutiert wurde: Mit viel Halbwissen wurden Vermutungen geäußert, wild spekuliert, Vorwürfe gegen die Feuerwehr weiterverbreitet, aber auch die betroffene Familie angegriffen – teilweise ohne Sinn und Verstand. Auch die Medien standen im Mittelpunkt der Kritik, weil sie über die Ereignisse und Vorwürfe berichteten.

Aber es lief auch eine Welle der Solidarität durchs Netz – mit den Eltern und mit den Einsatzkräften, die so schwer beschuldigt worden waren. Weit verbreitet war zum Beispiel der bewegende offene Brief eines anonymen Feuerwehrmannes, der mehr als 130.000 mal gelesen wurde. Mit seinen Gedanken sei er bei der Familie und wünsche Ihnen „viele gute Freunde, einen festen Glauben und eine tiefe Liebe zueinander, um diese Situation zu überleben“. Aber vor allem war er mit den Gedanken bei seinen Kollegen, die in dieser Nacht vermutlich einen der schlimmsten Einsätze in ihrem Leben erlebt hätten. In dem Brief hieß es u.a., er denke an die Familienväter, „die morgens zu ihrer Familie zurückgekehrt sind und sich nicht getraut haben, zu erzählen, was sie gesehen haben. Und die jetzt, aufgrund Ihrer Vorwürfe auch noch mit dem Makel behaftet sind, nicht alles getan zu haben, was möglich ist.“ Und er plädierte dafür, zu erkennen, dass Feuerwehrleute keine Heiligen oder Supermänner, sondern Menschen seien – Menschen, die auch Zuspruch bräuchten.

Kommentar

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen haben der wild wütenden Diskussion im Netz nun Fakten gegenüber gestellt. Die Rettungskräfte sind rehabilitiert – und viele Menschen, die mit Vorwürfen und verletzenden Meinungsäußerungen um sich geworfen haben, sollten nun die Stärke beweisen, eine aufrichtige Entschuldigung auszusprechen. Und sich vielleicht auch mal an alte Bibelworte erinnern: „Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Vielleicht hilft es manchmal auch, sich in denjenigen, über den man gerade seine Meinung äußern will, hineinzuversetzen: Seien es die Eltern oder die Rettungskräfte.

Mehr zum Thema

Kinder in Burbach sind erstickt
http://www.sr-online.de/nachrichten/1668/1472806.html

Offener Brief eines Feuerwehrmannes
http://www.retter.tv/de/feuerwehr.html?ereig=-Offener-Brief-eines-Feuerwehrmanns-zu-dem-Unglueck-mit-vier-toten-Kindern-in-Saarbruecken-&ereignis=14449

„User sollten sich in die Eltern hineinversetzen“ – Interview mit Michael Schmitz vom Verein „Trauernde Eltern und Kinder im Saarland e.V.“ zu den Äußerungen im Netz und ihre mögliche Belastung für die Betroffenen. http://www.sr-online.de/nachrichten/1668/1471725.html

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One Thought to “Feuerwehr nach Brandtragödie ohne Schuld”

  1. Marquis des Sud

    So MAZ…wieviel Rückgrat haben sie denn jetzt???

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