Junger Einbrecher will zurück ins Gefängnis, um dort die Schule zu beenden

Ein kurioser Fall, der zu Denken geben sollte: In Dillingen hat sich heute ein junger Einbrecher der Polizei gestellt, weil er zurück ins Gefängnis wollte. Er komme nicht klar und wünsche sich wieder die geordneten Strukturen und die Möglichkeit seine Schulausbildung zu beenden.

Hier die Pressemeldung der Polizei:

Ein aus Neunkirchen stammender 19-jähriger Einbrecher hat sich am Dienstagmorgen freiwillig der Polizei in Dillingen gestellt, nachdem er dort bereits telefonisch ein Geständnis angekündigt hatte. Der bei den Jugendsachbearbeitern des Kriminaldienstes bekannte Heranwachsende erschien auf der Dienststelle und machte Angaben über drei Einbrüche, die er seit Ende Januar in Dillingen begangen hatte.

Die erste Tat, einen Einbruch in einen Kindergarten, verübte der junge Mann bereits eine Woche nachdem er aus der Jugendstrafvollzugsanstalt in Ottweiler entlassen wurde. Hier verbüßte er eine Jugendstrafe wegen Eigentumsdelikten, die vorzeitig zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Heranwachsende gab als Motiv für seine Taten an, dass er zur Finanzierung seiner Drogensucht auf die Begehung von Straftaten angewiesen sei. Er verfüge über keinerlei Einkommen und wäre auch ohne festen Wohnsitz. Zu seinen Eltern hätte er keinen Kontakt mehr. Der Bewährungsauflage, eine Drogenberatung aufzusuchen, wäre er auch nicht nachgekommen.

Den Leiter des Kriminaldienstes Dillingen, Kriminalhauptkommissar Michael Rupp, stimmt der Antrieb für das Geständnis nachdenklich: „Der junge Täter hat uns erzählt, dass er nach seiner Haftentlassung einfach nicht alleine klar gekommen ist. Er wollte wieder in Haft kommen, da er im Strafvollzug geregelte Strukturen vorfindet und er seine Schulausbildung beenden kann. Er meinte, das da draußen sei für ihn die Hölle, drinnen ginge es ihm gut! Es stimmt schon nachdenklich, wenn ein junger Mensch eine Haftstrafe als letzte Chance ansieht, sein Leben vielleicht wieder in den Griff zu bekommen!“

Gegen den Heranwachsenden erging Haftbefehl wegen Flucht- und Wiederholungs-gefahr. Er wurde anschließend der JVA Ottweiler zugeführt.

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One Thought to “Junger Einbrecher will zurück ins Gefängnis, um dort die Schule zu beenden”

  1. Klaus Kirch

    Also ich war 18 jahre lang in der JVO Otw mit der beruflichen Schulbildung betraut. Da kann ich dem 19-jährigen nur zustimmen: In der Freiheit wird er seine Schulbildung nicht abschließen können aber im Gefängnis. Das kann ich bestätigen. Wenn der junge Mann eine berufliche Qualifikation errreicht hat, dann wird er auch größere Chancen haben in der freien Wirtschaft als Arbeiter aufgenommen zu werden. Das ist sicher. So gesehen hat der 19-jährige doch seinen letzten Gefängnisaufenthalt sehr gut für seine weitere Entwicklung zu einen Menschen in der Gesellschaft genutzt. Dies sollte dann doch auch vom Richter unterstützt werden mit einer entsprechenden Urteilsfindung. Ich habe viele Fälle erlebt, bei denen dieser Weg funktionierte und die heute arbeitende Menschen sind und Sozialabgaben zahlen statt Sozialempfänger zu sein.

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