SPD gewinnt Landtagswahl in Dudweiler

Hätte nur Dudweiler mit seinen Stadtbezirken den neuen Landtag gewählt, hieße der nächste Ministerpräsident Heiko Maas. Seine SPD hätte die Wahl mit 35 Stimmen Vorsprung gewonnen. 3.437 Dudweilerer (29,6 Prozent) wählten die SPD, die CDU kam „nur“ auf 3.402 Stimmen (29,3 Prozent).

Die Linkspartei hat in Dudweiler 19,5 Prozent der Stimmen geholt – und die Grünen hätten den Einzug in den Landtag nicht nur knapp, sondern mit 7,2 Prozent recht deutlich geschafft. Anders die FDP – sie konnte auch die Bürger in Dudweiler nicht recht überzeugen – mit 1,7 Prozent liegen sie zwar leicht über dem Landesdurchschnitt – in absoluten Zahlen sind das aber gerade mal 197 Stimmen.

Für die Piraten stimmten 964 der Dudweiler Bürger – das entspricht 8,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 56 Prozent zwar deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 62,5 Prozent – aber ungefähr auf dem Niveau des gesamten Saarbrücker Stadtbezirks.

Wieder deutliche Unterschiede im ortsinternen Vergleich

Die generell schon niedrige Wahlbeteiligung wurde im Bezirk Dudweiler-Mitte noch einmal deutlich unterschritten. Gerade einmal 41 Prozent der Wähler machten dort von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Umgekehrt auf dem Scheidterberg – dort gingen 72,9 Prozent der Anwohner zur Wahl. Das schlägt sich dann auch im Wahlergebnis nieder: Mit 47,1 Prozent hat die CDU die absolute Mehrheit dort nur knapp verfehlt – die SPD kam gerade mal auf 21,8 Prozent. Beim Bezirk mit der zweithöchsten Wahlbeteiligung – 60,3 Prozent in Dudweiler Süd – hatte auch die CDU die Nase vorne: 33,2 Prozent haben dort die Christdemokraten gewählt. Der Unterschied zur SPD, die 27,2 Prozent erreichte, war schon nicht mehr so groß. Und 55 der 197 FDP-Stimmen kamen aus Dudweiler-Süd.

Auf dem Pfaffenkopf und dem Geisenkopf lag auch die CDU in Front – aber nur noch sehr knapp. Ansonsten siegte überall das linke Lager – teilweise sogar recht deutlich: In Dudweiler-Mitte kam die SPD auf 30,3 Prozent und die Linkspartei – deutlich über dem Landesdurchschnitt – auf 24,3 Prozent. Oder Dudweiler Nord: Die CDU erreichte hier 25,7 Prozent, SPD und Linke hingegen 31,6 bzw. 21,4 Prozent.

Jägersfreude: Von rechts nach links zurück zur Volkspartei

Deutliches Ergebnis auch in Jägersfreude: Die SPD mit 35,8 Prozent klar vorne – und die Linkspartei landete mit 24,6 Prozent sogar noch vor der CDU (21,9 Prozent). Dabei haben die Linken gegenüber der Wahl 2009 rund 9 Prozent verloren. Damals waren sie in Jägersfreude noch stärkste Kraft. 2004 – bevor die Linken zur Landtagswahl angetreten sind – erreichte übrigens die NPD dort noch 8,4 Prozent der Stimmen – heute spielen sie mit 2,2 Prozent fast keine Rolle mehr.

Der Newcomer der diesjährigen Landtagswahl, die Piraten, erreichten in Dudweiler in der Regel zwischen sechs und acht Prozent – mit zwei Ausreißern nach oben: 10 Prozent der Kittenbewohner und sogar 10,4 Prozent der Wähler von der Wilhelmshöhe stimmten für die Piratenpartei.

Wer selbst einen Blick darauf werfen möchte, wie in seinem Wahlbezirk gewählt worden ist, kann im Wahlheft der Landeshauptstadt nachschlagen (Dudweiler-Detail-Ergebnisse ab S. 54): http://www.saarbruecken.de/assets/2012_3/1332747600_heft_78_1_2012.pdf

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4 Thoughts to “SPD gewinnt Landtagswahl in Dudweiler”

  1. spdler

    Wenn man bedenkt das die SPD einstmal 50plusX hier hatte ist das doch toll.Die CDU war in Dudweiler eigentlich immer schwach und die FDP hatte aus Kiefer keinen Wähler.
    Aber nach der Überschrift haben doch wieder mal Alle gewonnen, auch die SPD.

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    1. Thomas Braun

      Das mit den 50 plus X ist aber lange, lange her … oder? Lange bevor es die Linken gab, gaaaanz lange bevor die Piraten aufgetaucht sind und vermutlich auch lange, bevor die Grünen das linke Lager bevölkert haben.

      Wenn man sich diese Parteien alle wegdenkt und somit die Mehrheit der „linken“ Stimmen der SPD zugefallen wäre, hätte sie immer noch deutlich über 50 Prozent.

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  2. SPDLER

    Hallo Herr Braun, Sie argumentieren schon wie ein richtiger Politiker. Die sagen: wir haben auch im Verhältnis zu einer anderen Wahl früher, wieder zugelegt.
    Wenn das „Linke“ Lager die 50plus hat, gilt dann für die konservativen auch 50% wenn man Alles schön rechnet?

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    1. Thomas Braun

      Sicherlich gilt der Spruch: „Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.“ Letztlich sind es Zahlen, aus denen man das eine oder das andere herauslesen kann – und ich habe mir zwei Schwerpunkte herausgesucht: A) Dass in Dudweiler anders abgestimmt wurde als im Landesdurchschnitt und b) dass es ortsintern teils deutliche Unterschiede gab. Aber ich bin auch um Transparenz bemüht und habe deshalb unsere Quellen gleich mit angegeben. Sie sind herzlich eingeladen, selbst einmal einen Blick auf die nackten Zahlen zu werfen und sie dann ins Verhältnis zueinander zu setzen. Vielleicht fallen Ihnen andere Sache auf, die mir entgangen sind.

      Zum konservativen „50 Prozent“ Lager: Da muss man definitiv sagen, dass die CDU offensichtlich alleine auf weiter Flur ist; also weit weg von 50 Prozent – wobei auch festzuhalten ist, dass „links“, „konservativ“, „liberal“ oder „bürgerlich“ heute nicht mehr so einfach zu definieren sind. Die Grenzen der Lager verschwimmen zusehends …

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