„Straßenwahlkampf“ auf Facebook – wie im Kindergarten

Screenshot der SPD-Flickr-Seite mit dem Wahlkampf-Fotostream
Screenshot der SPD-Flickr-Seite mit dem Wahlkampf-Fotostream

Die heiße Phase des Wahlkampfes ist eröffnet und die ersten Wahlplakate werden geklebt. Die Damen und Herren Politiker legen dabei gerne mal selbst Hand an – zumindest so lange die Presse dabei ist. Wirklich interessant ist aber das kindische Gezanke, dass anschließend auf Facebook stattfindet.

Ein Kommentar von Thomas Braun

CDU und SPD haben es getan: Von den ersten großflächigen Plakaten lächeln die Konterfeis der Spitzenkandidaten. Und dass der SPD-Spitzenkandidat zumindest für das Pressefoto den Kleisterbesen mal selbst in die Hand genommen hat, wurde publikumswirksam auf der Facebook-Seite der Saar-SPD verbreitet. Und sofort geht der Sturm der politisch Andersdenkenden los. Darunter zum Beispiel Alexander Zeyer, ein politisch nicht unaktiver Anhänger der CDU und Vorsitzender der Landesschülervertretung: „… da waren wir mal wieder schneller und unser Plakat ist auch noch viel schöner!“, kommentiert er das Foto. Aha – die CDU hat zumindest beim Plakate kleben die Nase vorne, lernen wir da. Auch andere, jüngere CDU-Anhänger stellen das fest und können noch hinzufügen, dass selbst die „Der Chef klebt selbst“-Idee ja eigentlich von der CDU stammt.

Okay, es ist der politische Nachwuchs, der dort kommentiert. Und gegen etwas Facebook-Gezänk ist ja nichts einzuwenden. Überraschend ist dann aber doch die wenig professionelle Antwort im offiziellen (Facebook-)Namen der SPD an Alexander Zeyer: „Können wir mal durch SB fahren und Euer Plakat suchen? Ausser zwei Dummies gibt’s wohl keins. Wir hängen schon 100 mal. Und dass ihr ein Foto aus dem letzten Jahr genommen habt, weil ihr noch keine Neuen hinbekommen habt, ist zwar nicht schlimm, hättet ihr der Presse aber doch auch sagen können, oder? ;-)“

Kinder, bitte, wo sind wir denn? Da wird einem Angst und Bange, wenn man sieht, auf welchem Niveau derzeit in den sozialen Netzwerken Wahlkampf geführt. Den Schülervertretern sei es verziehen, die SPD Saar sollte sich aber einmal dringend Gedanken darum machen, wer da alles in Ihrem Namen öffentliche Nachrichten verbreiten darf. Aber zumindest eines haben wir doch noch lernen dürfen: Die Saar-SPD hat wohl etwas mehr Geld zum „aus dem Fenster werfen“ für den Wahlkampf und kann sich ein paar Plakate mehr leisten …

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One Thought to “„Straßenwahlkampf“ auf Facebook – wie im Kindergarten”

  1. W. Groß

    achja , und am Freitag in der Wochenshow sah man ja wie gut die
    Wahlwerbung wieder iss ….
    könnt ich heut noch drüber lachen …..
    mal ehrlich ? diese Leute sollen uns nach vorne bringen ?????
    naja , was sollen wir dann Nachts träumen ???

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