Die zwei Gesichter des Dudweiler Rathaussturmes

Rodermann ist entmachten, Ihre Tollitäten Prinz Ralf I. und Marina I. haben das Zepter übernommen (Foto: Thomas Braun)
Rodermann ist entmachtet, Ihre Tollitäten Prinz Ralf I. und Marina I. haben das Zepter übernommen (Foto: Thomas Braun)

Es ist ein Pflichttermin im Terminkalender der Dudweiler Faasenachtler – der Rathaussturm. Immer deutlicher merkt man der Veranstaltung diesen „Pflichtcharakter“ aber auch an. Zwar gibt es sie, die schönen Seiten mit mehreren hunderten, gemeinsam feiernden Menschen, einem bunten Bühnenprogramm und Tanz und Party in den Vereinsbars. Aber auch die Schattenseiten sind da: Sicherheitspersonal, das die Eingänge kontrolliert, lange verwaiste Gänge und zeitweise nur mit wenigen Besuchern gefüllte Bars. Wir haben die Kamera gezückt und beide Seiten festgehalten.

Wir schreiben den 17. Februar anno 2012. Das Wetter ist kalt und feucht und es dunkelt bereits: Genau die richtige Atmosphäre, um Bezirksbürgermeister Walter Rodermann aus seinem schönen Rathaus zu vertreiben. Unterstützt von mannstarken Funkengarden hat sich das Dudweiler Kinderprinzenpaar Prinz Ralf I. und Prinzessin Marina I. genau das vorgenommen. Punkt 18.11 Uhr beginnt der Sturm auf das Rathaus – die wackeren Bleistiftrecken können der närrischen Übermacht nur kurz Stand halten. Während wir die erste Angriffswelle nur mit der Handykamera festgehalten haben (Video unten), hatte auch der Saarländische Rundfunk einen Kamera-Reporter geschickt, der die Erstürmung für den aktuellen bericht festgehalten hat.

Soweit, so schön. Aber ist es auch schön, dass das Kinderprinzenpaar nach der Erstürmung fast mutterseelenalleine den Schlüssel zur Stadt zum Fenster hinaus hält, während der Rest der „Erstürmer“ sich in anderen Räumen des Rathauses „verirrt“ hat? Ist es schön, dass dann im Narrentrauermarsch gen Bürgerhaus gezogen wird – am Rande bejubelt von … na ja, eigentlich niemandem.

„… und Tschüß“ nach dem offiziellen Programm?

Okay, im Bürgerhaus warten zwar schon die Schaulustigen – und spätestens mit dem Einzug der Aktiven der sechs Karnevalsvereine ist das Bürgerhaus gut gefüllt. Aber auch nur, bis alle Mariechen, Garden und Schautanzgruppen zu Ehren des Prinzenpaars ihren aktuellen Tanz aufführen durften. Dann leert sich das Bürgerhaus: Wo man sich vor Jahren noch nur mit viel Geduld durch die Gänge drücken konnte, ist heute gähnende Leere. In einzelnen Bars wird zwar noch kräftig gefeiert – die Schar der Narren ist aber dennoch einigermaßen überschaubar.

Hat sich das Konzept Rathaussturm, wie es jetzt seit Jahren praktiziert wird, überlebt? Wäre es an der Zeit für was Neues. Ideen wären da, wie sich im Gespräch mit einzelnen Vertretern der Vereine zeigt: Wäre es nicht interessant, den Rathaussturm komplett ans Bürgerhaus zu verlegen, das ein richtig schönes Ambiente bieten könnte (gut, an dem Namen „Rathaussturm“ müsste dann gearbeitet werden). Könnte das Konzept mit den einzelnen Bars nicht überarbeitet werden und mehr Vielfalt geschaffen werden. Hier eine Cocktailbar mit fastnachtlich-karibischen Klängen, dort die Livemusik – im anderen Teil des Hauses der 60er und 70er Beatschuppen? Ideen wären da – man müsste sich nur einmal damit auseinandersetzen. Und wer weiß, vielleicht erleben wir schon nächsten Jahr einen ganz neuen Rathaussturm …

Nun viel Spaß mit den Bildern – wir haben bewusst nach den „schönen“ Seiten gesucht, weshalb der erste Teil der Galerie dann auch deutlich umfangreicher geworden ist. Aber auch die „Schattenseiten“ wollten wir nicht ersparen – haben sie aber erst einmal noch ans Ende gepackt. Und zum Start mein persönlicher Höhepunkt des Tages – „Unter dem Meer“ mit den Geisekippcher Buwe unn Mäde: Schöne Kostüme, lustige Choreo-Einfälle, und gut getanzt:

Galerie: Die schönen Seiten des Rathaussturms 2012

Galerie: Die Schattenseiten des Rathaussturms 2012

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One Thought to “Die zwei Gesichter des Dudweiler Rathaussturmes”

  1. Pappnase

    So ist das halt bei den Pappnasen. Was früher noch wenigstens ein kleinwenig Sinn hatte ist doch im Jetzt zu einer staatlich verordneten Fröhlichkeit verkommen. Es sind doch immer die gleichen Protagonisten die hierbei aufteten und auf Faasenacht machen. Wobei ja jetzt die Faasenachter lieber die Ferien zum Skifahren nutzen als ein Rathaus zu stürmen oder am Umzug (der auch immer gleichlangweilig ist) teilzunehmen.

    Aber es ist halt wie mit allen Festen im Jahr, einschließlich Weihnachten, alles verliert irgendwie seinen ürsrünglichen Sinn, aber Hauptsache wir haben frei und können wichtigere Dinge erledigen.
    Außer die neuen Feste wie Thanks Giving und/oder Halloween, die hier ja schon immer gefeiert wurden.

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