Wulff-Bashing – das Internet macht mit

Quelle: "Presse- und Informationsamt der Bundesregierung" © Jesco Denzel

Es geht weit weit weit über Dudweiler Politik hinaus – aber es betrifft uns nicht minder hier vor Ort, was heute die Nachrichtenlage im Land bestimmt: Der höchste Mann im Staat, Bundespräsident Wulff, soll versucht haben, den „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann mit Druck an der Veröffentlichung einer Story über seinen Hauskredit zu hindern.

Mittlerweile bestätigte die Bild-Chefredaktion, dass es eine entsprechende Nachricht auf dem Anrufbeantworters Diekmann gegeben habe – Wulff wollte sich bislang nicht dazu äußern.

Diese jüngste Nachricht und das mediale Trommelfeuer wegen der Kreditaffäre in den letzten Tagen sägen an dem Stuhl Wulffs. Und längst ist der Bundespräsident zur Zielscheibe hämischer Kommentare im Netz geworden – insbesondere beim Kurznachrichtendienst Twitter: „Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung für Schloss Bellevue heraus“, schreibt ein Nutzer. Eine andere: „Die britische Presse muss Mails abfangen, um Skandalstories zu kriegen, der Bild-Chef macht einfach den Anrufbeantworter an.“ Ein weiterer will sich 500.000 Euro „wulffen“. Ob ihm einer den Betrag denn „geerken“ oder „maschmeyern“ könne? Oder waren das alles nur „Telefonscherze“ des Bundespräsidenten bei Kai Diekmann?

Während die Twitterer mit Häme reagieren, finden die Journalisten der großen traditionellen Medien klare Worte. Im tagesschau.de-Kommentar fragt Jörg Brandscheid: „Wie souverän ist ein Bundespräsident noch, der so hilflos agiert?“ „Das war’s, Herr Wulff“, titelt Zeit-online. Und Spiegel-online beschreibt Wulff als einen Mann, „der die Kontrolle über sich verliert.“

Tausende verbitterte Kommentare bei Facebook

Gar kein Blatt vor den Mund nehmen tausende Facebook-Nutzer, die ihre Wut und Enttäuschung in den Kommentaren auf Christian Wulffs Facebook-Seite abladen (http://www.facebook.com/Christian.Wulff.Bundespraesident). Immerhin: Eine Zensur findet hier offenbar nicht statt. Jetzt kann der Präsident zeigen, wie ernst es ihm wenigstens um die Meinungsfreiheit ist, wenn er nach Ansicht vieler schon die Pressefreiheit versucht hat, mit Füßen zu treten.

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One Thought to “Wulff-Bashing – das Internet macht mit”

  1. gustav gans

    Man hat über Berlusconi und Italien gelacht und sich dann gewundert wie lange er sich halten konnte. Er hat sich geschickter angestellt als Herr Wulff. Wenn Herr Wulff bei solchen Aktionen nicht fähig ist sich selbst zu schützen, wie soll er dann eine Nation wie Deutschland schützen? Er ist untragbar, wie viele andere Politiker in diesem Land, die an Ihrem Posten kleben und auf Ihre Pensionsansprüche warten. Wir bekommen italienische Verhältnisse, nur können wir Deutsche damit nicht leben und umgehen, die einfachen Italiener sind das schon Jahrzehnte lang gewohnt und machen ihre eigene Politik, die des Überlebens. Wir sind mitten in einer schweren Krise und müssen uns über unfähige Vertreter des Volkes unterhalten. Unfassbar!

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