Umfragebeeinflussung made by Junge Union

Screenshot der SR 1 - Facebookseite
Screenshot der SR 1 - Facebookseite

Nach den ersten Sondierungsgesprächen zwischen CDU und SPD am vergangenen Wochenende ist die Große Koalition noch längst nich in trockenen Tüchern – auch wenn vieles darauf hin deutet. Auch das Stimmungsbild in der Bevölkerung hat noch längst nicht auf eine Richtung eingeschwenkt – die Meinungen wanken zwischen Koalition und Neuwahl.

Auf seiner Facebook-Seite hat SR 1 deswegen eine Umfrage zu dem Thema gestartet – mit vergleichsweise großer Beteiligung: Mit Stand 16.01. 21 Uhr haben sich 163 Teilnehmer für die Bildung einer Großen Koalition ausgesprochen – 75 Personen würden gerne Neuwahlen sehen.

Also doch ein recht deutliches Ergebnis? Nicht, wenn man bedenkt, dass die Umfrage alles andere als repräsentativ ist und Interessengruppen versuchen, das Ergebnis zu beeinflussen. So weisst zum Beispiel die Junge Union – die Nachwuchsorganisation der CDU – in Ihrem aktuellen Newsletter auf die Umfrage hin und gibt den Parteimitgliedern auch gleich noch den weisen Ratschlag mit, wofür sie sich entscheiden sollen: „… auf der auch du für eine Große Koalition stimmen kannst.“

Den Link zur Abstimmung gibt es der Einfachheit halber gleich mit, damit die treuen Parteisoldaten ihre Stimme nicht verschwenden, weil sie die Umfrage nicht finden.

Umfragebeeinflussung kein Einzelfall

Diese Art von „Lobbyarbeit“ ist übrigens kein Einzelfall, sondern gerade bie Online-Abstimmungen gang und gebe. Die Erfahrung musste zum Beispiel auch tagesschau.de machen, bei deren Abstimmungen sich regelmäßig tausende Bürger beteiligen. Zur Interpretation der Ergebnisse weist tagesschau.de aber ausdrücklich darauf hin, dass die Umfragen gerne von Interessengruppen missbraucht werden und so ein verzehrtes Stimmungsbild entsteht.

Zurück zur Großen Koalition: Wenn Sie sich auch noch an der SR 1-Umfrage beteiligen wollen, können Sie das hier tun: http://www.facebook.com/#!/pages/SR-1-Europawelle/143640712328105.

Und wir laden Sie ausdrücklich ein, Ihre freie Meinung zu äußern und sich nicht durch irgendwen beeinflussen zu lasssen.

Hinweis zu Abstimmungen bei tagesschau.de
http://www.tagesschau.de/meldung212042.html

P.S.: Wir werden diesen Artikel im Anschluss auf den Facebook-seiten von SPD, Grüne, Linkspartei und FDP-Posten und freuen uns darauf, dann morgen mal einen Blick auf die Ergebnisse zu werfen.

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6 Thoughts to “Umfragebeeinflussung made by Junge Union”

  1. „P.S.: Wir werden diesen Artikel im Anschluss auf den Facebook-seiten von SPD, Grüne, Linkspartei und FDP-Posten und freuen uns darauf, dann morgen mal einen Blick auf die Ergebnisse zu werfen.“

    Die Piratenpartei Saarland haben sie wohl vergessen?
    Gruß,
    J.D.

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  2. Maz

    wie man sieht sind die cdu jünger fleissig dabei weiter zu manipulieren.

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  3. Thomas Braun

    Ja, die ist mir wirklich durchgerutscht …

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  4. Klaus

    Sie sollten dann aber wenigstens auf den Facebookseite ,von der Grünen Jugend usw schreiben ,dass die JU ihre Mitglieder dazu aufruft abzustimmen und nicht schreiben, dass die JU Parteimitglieder aufruft. Bei der JU muss man nicht Parteimitglied sein ( wie das bspw. bei den Jusos der Fall ist)..es ist auch wirklich dreist, dass die JU eine Abstimmungsempfehlung gibt..würde sonst ja niemand machen^^.Kleppern gehört zum Handwerk.
    Viel Spannender ist es ja, warum es so ein Thema auf den Blog hier packt. Solche politische Stellungnahmen sind doch sonst nicht die Regel. Vlt sollte man dann den Blog als parteilich kennzeichnen?!

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    1. Thomas Braun

      Wir sind durchaus politisch, aber nicht parteilich. Und insbesondere ich als Autor verfasse dann einen Beitrag, wenn mir die Art, wie „gekleppert“ wird, nicht gefällt – auch wenn es zum Handwerk gehört. Ich werde aber auch nicht müde, zu betonen, dass die Meinung der Blogautoren letztlich nur eine Einzelmeinung darstellen kann – ein differenziertes Bild entsteht durch die Kommentarfunktion.

      Würde ich mich in einer Partei engagieren – dann am ehesten in der „Partei der besten Idee“. Ich höre mir bei einem Thema alle Meinungen an, mache mir selbst Gedanken und gebe letztlich der Idee meine Zustimmung, die ich für die beste halte. Denn nicht immer ist das Festhalten an der politischen Ausrichtung einer Partei im konkreten Einzelfall der richtige Weg – meiner Meinung nach. Problematisch bei dieser Partei: Sie wäre nicht wählbar, weil man einem Wähler vorab nicht versprechen könnte, für welchen Weg man sich entscheiden würde …

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  5. Harald Groß

    An Klaus.
    Seltsam, seltsam was sie hier so so schreiben.
    Zitat: „Viel Spannender ist es ja, warum es so ein Thema auf den Blog hier packt. Solche politische Stellungnahmen sind doch sonst nicht die Regel. Vlt sollte man dann den Blog als parteilich kennzeichnen?!“ Zitatende.
    Seit wann sind denn hier politische Stellungnahmen nicht die Regel?
    Beiträge und Kommentare sind hier sehr oft politisch motiviert.
    Regelmässiges und vollständiges LESEN würde hier vielleicht Abhilfe schaffen!
    Und den Blog als parteilich kennzeichnen?
    Für oder gegen welche Partei hätten sie´s den gerne?
    Wenn schon dann politisch, aber parteilich ist eine Unterstellung!

    Und was den Rest ihres Kommentares angeht…
    Ganz egal mit welcher Partei sie nun sympathisieren, wenn sie regelmäßiger Besucher dieses Blog´s wären, dann wüßten sie das hier sehr oft die Seilschaften, Absprachen und andere fast illegalen Machenschaften unserer lieben lieben Politiker angemahnt werden.
    Und zwar quer durch die Parteienlandschaft.
    Kleppern gehört zum Handwerk?
    Ist ja prima, vielleicht sollten es die politischen Parteien, ihren Mitgliedern oder Sympathisanten SELBST überlassen, was für sie diie richtige Wahl ist.
    Aber gerade diese Art von Beeinflussung ist es, die von vielen hier nicht gerne gesehen wird.
    Sowas dann auch noch mit einem „Kleppern und Handwerk“- Spruch quasi zu legalisieren, dass ist dreist!

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