Ideengeber Neujahrsempfang – oder „Der Abgesang auf den Rathaussturm“

Rathaussturm Dudweiler 2011

Momentan füllen sie die Terminkalender zahlreicher Vereinsmitglieder, Politiker und Vertreter von Organisationen: Die Neujahrsempfänge und Ordensfeste in unserem Stadtbezirk. Für viele ein eher langweiliger Pflichttermin, kann solch ein Beisammensein aber durchaus zu einer interessanten Veranstaltung werden – insbesondere wenn die Chance genutzt wird, mit den Gästen und Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Rathaussturm Dudweiler 2011
Rathaussturm Dudweiler 2011

Ich war am Wochenende auf dem Ordensfest eines Karnevalsvereins – und ich habe einmal die Gelegenheit genutzt, mit Vertretern anderer Vereine und Verbände ins Gespräch zu kommen. Und ich war erstaunt, wie viel Konsenz in der Diskussion über den Sinn und Unsinn mancher gemeinschaftlicher Veranstaltungen besteht.

Konkret ging es zum Beispiel um den Rathaussturm – einer Dudweiler Traditionsveranstaltung, von der der Dudweiler Blog bereits im letzten Jahr als einem eher „toten Fest“ berichtet hat.

Noch vor einigen Jahren war der Rathaussturm ein Höhepunkt im Dudweiler Faasenachtskalender: Saal und Bars im Bürgerhaus waren prall gefeiert und es wurde gemeinsam gesungen, geschunkelt und gelacht. Diese Zeiten sind lange vorbei: Auch wenn für manche Vereine die Bar am Rathaussturm immer noch eine wichtige Einnahmequelle für die Vereinskasse darstellt – von einem „Besucherandrang“ kann heute wahrlich nicht mehr gesprochen werden (auch wenn es natürlich die aktuelle Session noch abzuwarten gilt).

Kritik am Rathaussturm

Aber auch der Rathaussturm an für sich wurde kritisiert: Ein Häufchen Hardcore-Karnevalisten, die als Pflichtübung die Zentrale der Dudweiler Verwaltung stürmt, um dann in einem Trauermarsch durch menschenleere Straßen ins Bürgerhaus zu ziehen, um dort möglichst schnell das Ende der Veranstaltung herbeizusehnen – nein, das ist wahrlich kein Höhepunkt der Faasenachtssession.

Es gab Erinnerung an alte Zeiten – als sich der Rathaussturm und auch das anschließende Feiern noch alles im Rathaus abspielte – auf den Fluren und in den Büros des Rathauses. Diesem bunten Treiben hatte aber irgendwann die Baubehörde wegen Sicherheitsbedenken und baulicher Gefahren einen Riegel vorgeschoben. Seither gibt es wohl das heutige Konzept, das sich mittlerweile aber offenbar auch überlebt hat. Wer ehrlich ist, kommt nicht drumherum, einzugestehen, dass es Zeit für etwas Neues ist.

Ideen für was „Neues“

Wie dieses „Neue“ aussehen konnte – dazu gibt es auch schon die ein oder andere konkrete Vorstellung: Warum macht man aus dem Rathaussturm nicht einen „Sturm auf die Bezirksverwaltung“ und verlegt das ganze Geschehen vom Rathaus direkt zum Bürgerhaus. Eine ansprechende Kulisse gäbe es mit dem schönen Außenbalkon allemal. Auch der Ablauf nach der eigentlichen Erstürmung könnte komplett neu organisiert werden: Statt sieben Bars, die mehr oder minder das gleiche bieten – Fastnachtsmusik aus der Konserve und die Standard-Getränke-Palette – könnte ein differenziertes Angebot geschaffen werden: Livemusik in der einen Bar, karibische Klänge und Cocktails in der nächsten, Oldie- und Beatschuppen in der dritten Bar – oder halt die reine Faasenachtsbar mit den saarländischen und kölschen Klassikern der letzten Jahre.

Es sind Ideen und Konzepte, die in den Schubladen und Köpfen so mancher aktiver Fastnachtler schlummern, aber anscheinend nie zur Diskussion gebracht werden, weil es so unwahrscheinlich schwer scheint, an Traditionen und Altherrgebrachtem zu rütteln. Der Dudweiler Blog macht es nun öffentlich und stellt die Ideen zur Diskussion. Wir sind auf Ihre Meinungen hierzu gespannt.

Ist ein Verkehrsverein noch nötig?

Und wenn wir gerade bei Meinungen sind: Auf dem Ordensfest wurde nicht nur über Faasenacht „geschwätzt“ – erst einmal warm diskutiert, wurde teilweise zum großen Rundumschlag ausgeholt: Brauchen wir eigentlich noch eine Kirmes? Ist das Dudofest nicht auch schon längst überholt? Und ist ein Verkehrsverein zwingend nötig? In Sulzbach wurde er offenbar abgeschafft und durch einen regelmäßigen Stammtisch von Geschäftsleuten, Vereinsvertretern und engagierten Bürgern ersetzt, die seither einige neue Ideen und Innovationen auf den Weg gebracht haben. Und Innovationen und neue Ideen könnten wir in Dudweiler ja auch ganz gut gebrauchen.

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