Die Politik – Upgrade überhaupt möglich?

Harald Groß macht sich Gedanken über Farbenspiele und neue Politik-Anwendungen, nachdem für die alten Programme die nötigen „Upgrades“ viel zu lange ausgesetzt wurden. Ein Kommentar zur aktuellen politischen Landschaft und neuer Straßendemokratie.

„Es ist doch wirklich zum … und da hat man schon wieder das Dilemma. Man kann ja heutzutage nicht mal mehr mit reinem Gewissen eine Farbe wählen, wenn man sich ärgert.

Schwarz ärgern? Vor Ärger Grün werden? Rot werden vor Wut? Gelb werden vor … obwohl, die Gelben kann man erstmal weglassen. Zumindest politisch gesehen, haben sich die Gelben, so gründlich wie eben möglich, selbst demontiert. Und Braun will sowieso nur derjenige werden, der den Kopf als willkommene Möglichkeit ansieht, die radikale Haarentfernung zu demonstrieren und danach mit dem integrierten Kommunikationsorgan, begeistert geistigen Dünnpfiff zu verbreiten.
Was, bis auf die Glatze, nun doch wieder an die dunkelroten erinnert.

Niemand in unserer politisch-nicht vielfältigen Landschaft, verbreitet mit solcher Leidenschaft eingestaubtes politisches Wortgut, wie die dunkelroten und die, mit der Farbe der letzten, erfolgreich überstandenen Diarrhoe. Sollte man denken. Oder sollte man das vielleicht nicht denken?

Ist es denn nicht eher so, dass alle Politiker schon seit geraumer Zeit, immer dasselbe Argumenten-Futter hochwürgen und mehr oder weniger erfolgreich wiederkäuen? Und zwar auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene?

Zeit für „Upgrades“

Da wäre es doch mal Zeit für ein Upgrade, am besten mit einigen systemweiten Verbesserungen. „Glaubwürdigkeit“ existiert ja schon seit den frühen Achtzigern in der Version 0.3 Beta und erweckt durchaus den Eindruck, als wäre es weder auf- noch abwärtskompatibel mit irgendeinem Service-Pack.

Noch schlimmer sieht es bei „Bürgernähe 0.1.5“ aus. Seit den frühen fünfziger Jahren wurde diese Komponente erfolgreich ignoriert. Und mit spöttischen Hinweisen auf „Grundgesetz 1.0“ und „Wahlrecht 1.0“, wurde uns immer wieder versichert, dass ein Upgrade hier komplett unnötig sei, weil viel zu zeit- und kostenaufwändig.

Anstatt sich mit „Bürgernähe 0.1.5“ rumzuärgern, können die Politiker sich wesentlich effektiver mit „Schwarzgeld 50.0“ der Firma „Yellow Party-Politics- Software“ oder „Leere Wahlversprechen 120.4“ von „Lafontaine Soft-und Hardware“ beschäftigen. Damit niemand auf den Gedanken kommt, dass sich unsere Politiker nur amüsieren, wird auch hin und wieder ein Hinweis über die Machenschaften des jeweiligen politischen Konkurrenten oder konkurrierenden Parteigenossen mit dem praktischen „Diffamierungs-Tool“ der „Kohl-Merkel Corp.“ an örtliche oder sogar überregional arbeitende Zeitungen oder Fernsehsender lanciert.

Neue Anwendung „New German Streetdemonstration“

Die knapp bemessene Freizeit verbringen sie dann mit Selbsthilfe-Programmen wie „Unterschlagung für Dummies“  oder „Steuerbetrug für Politiker“  beide aus dem Hause „Schröder Earthgas und Political Software“  und dem allseits beliebten „Lobbyarschkriechen leicht gemacht“, der „Green Politics Software Corp.“ die alle im Quartalsturnus ein Upgrade bekommen.

Dem Bürger bleibt da eigentlich nur auf die Anwendung „New German Streetdemonstration“ zurückzugreifen, in der Hoffnung, dass sie damit die Freigabe von „Bürgerabstimmung 2.0“ durchsetzten können.“

Ein Kommentar von Harald Groß

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