Treibjagd nach dem Triebtäter

Brauchte man früher die Massenmedien bei der öffentlichkeitswirksamen Fahndung nach einem Verdächtigen, genügt heute offenbar das weltweit größte soziale Netzwerk. Das Bild des Verdächtigen der versuchten Vergewaltigung an einer Saarbrücker Studentin Anfang Dezember wurde über Facebook innerhalb weniger Stunden über 4000 mal verbreitet.

Das Bild wurde auch hundertfach diskutiert: Neben Forderungen nach einem Wiederaufleben der Todesstrafe gab es aber auch viele, die darauf hingewiesen haben, dass erst dann jemand ein „Täter“ ist, wenn vor einem ordentlichen Gericht seine Schuld bewiesen wurde und er vom Gericht verurteilt wurde. Bis dahin müsse er als „Verdächtiger“ oder „mutmaßlicher“ Täter gelten.

Ausgiebige Bildanalysen

Manch einer betätigt sich auch als Hobby-Kriminologe und analysiert das Bild – versucht mehr Details herauszufinden: Handelt es sich um einen Kettenraucher? Trägt er einen kleinen Kinnbart? Ist er Rechts- oder Linkshänder? Alles interessant, alles spannend. Endlich im Krimi dabei und nicht nur vor dem Fernseher kauend.

Ja, es ist wichtig, dass dieser Mann gefunden wird. Ist diese Aufnahme aus einer Überwachungskamera doch die „heißeste Spur“, die es derzeit zu verfolgen gibt. Zumal ja noch im Raum steht, ob die gehäuften Übergriffe auf Frauen im Umfeld der Universität und in Dudweiler nicht vielleicht in einem Zusammenhang stehen.

Aber es muss auch die Option offen gehalten werden, dass hier ein „Unschuldiger“ gesucht wird, der „nur“ in dringendem Verdacht steht, eine verabscheuungswürdige Tat begangen zu haben.

Wohl eine Sache von Stunden oder wenigen Tagen

Bei der Qualität des Fotos und der Schnelligkeit der Verbreitung scheint es aber sicher, dass der Verdächtige noch eher heute als morgen gefasst wird: Denn, kennt ihn jemand, wird er ihn auf dem Foto eindeutig erkennen: An der Kleidung, der Körperhaltung und letztlich am Gesicht, auch wenn dies auf dem Bild verpixelt ist.

Einen vielleicht brauchbaren Hinweis aus dem Facebook-Umfeld gibt es schon: Ein Nutzer scheint sich sicher, den Verdächtigen und seinen ungefähren Wohnort zu kennen. Nach eigenen Aussagen hat er bereits die Polizei kontaktiert.

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