OB-Wahl: Mit Liebe ins Saarbrücker Rathaus?

Mächtig wenig Inhalte, dafür aber ganz viel Gefühl: So buhlen die Kandidaten der großen Parteien seit einigen Tagen um die Gunst der Wähler für die Saarbrücker Oberbürgmeisterwahl am 23. Oktober. Angesichts eines total überschuldeten Haushalts und bevorstehender Mammut-Entscheidungen ein mehr als fragwürdiges Konzept.

„Mut und Liebe“ gegen „I love SB“ – die Kandidatinnen für den Chefsessel im Saabrücker Rathaus überschlagen sich im aktuellen Wahlkampf nicht gerade mit inhaltlichen Parolen. Und man mag sich fragen, wie sie damit am 23. Oktober nicht nur WählerInnen zur Urne locken, sondern auch noch davon überzeugen wollen, das Kreuzchen an der richtigen Stelle zu machen.

Aber auch die CDU weiß ihren smarten Photoshop-Kandidaten derzeit wohl noch nicht so richtig in Szene zu setzen: „Jetzt kommt Peter Strobel“ ist nicht minder inhaltsleer als die Slogans seiner weiblichen Pendants. So schnell wie er kommt wird er damit wohl auch wieder verschwunden sein.

Um etwas mehr über die Inhalte der Kandidaten zu erfahren, muss man als Wähler derzeit schon selbst aktiv werden und zum Beispiel auf Charlottes Webseite surfen: http://www.charlotte-britz.de/. Hier finden sich immerhin ein paar Argumente, die die amtierende Oberbürgermeisterin ins Feld führt. Zum Beispiel, dass sie die „richtige Balance von Investieren und Sparen“ findet. Sie verweist auf das größte Sparpaket der letzten zehn Jahre, das von ihr auf den Weg gebracht wurde – aber erst nach der Wahl so richtig zu greifen beginnt. Das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ – mutmaßlich eines der wichtigeren Wahlkampfthemen verschwindet in ihrer Argumentation irgendwo im Mittelfeld. Sie wird schon wissen, warum.

Unter den Herausforderern nur CDU mit konkreten Inhalten 

Mit ihrem Webauftritt ist Frau Britz ihrer grünen Konkurrenz übrigens schon meilenweit voraus. Außer einer hoffnungslos überalterten Webseite der „Grünen Saarbrücken“ hat Claudia Willger (ohne Lambert) inhaltlich noch nicht viel zu bieten. [* Bitte Nachtrag beachten]

Besser vorbereitet ist da die CDU mit Peter Strobel: Mehr Wohnraum für junge Familien, mehr Bevölkerungswachstum, mehr Parkraum in der Innenstadt und Abschaffung der Müllverwiegung sind einige der Ziele, die er sich auf die Fahnen geschrieben hat. Nachlesen kann man das alles unter www.peter-strobel.info.

Ganz bedeckt hält sich noch der FDP-Kandidat Friedhelm Fiedler. [* Bitte Nachtrag beachten] Darauf zu warten, dass sich die anderen Kandidaten bereits anfangen zu zerfleischen, ist bei „so viel Liebe“, mit der der Wahlkampf geführt wird, wohl das falsche Konzept. Vielleicht muss er aber erst einmal den Berlin-Schock verdauen. In dem Zusammenhang: Die Piratenpartei hat keinen Kandidaten für die Wahl in Saarbrücken aufgestellt.

NACHTRAG:

Da habe ich mich wohl von Google täuschen lassen und nicht sauber genug recherchiert und somit den Kandidaten der FDP und der Grünen Unrecht getan. Auch sie sind mit eigenen Auftritten im Netz vertreten. Wer sich für die Wahlprogramme von Friedhelm Fiedler und Claudia Willger interessiert, möge hierhin klicken: http://www.friedhelm-fiedler.de | http://www.claudia-willger.de.

Wir stehen übrigens zu unseren Fehlern, weshalb wir den Beitrag nicht klammheimlich geändert haben, sondern mit diesem Nachtrag die fehlende Information ganz offen nachreichen.

Zudem wollen wir uns darum bemühen, von den Kandidaten noch Stellungnahmen speziell zur Zukunft Dudweilers zu bekommen.

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2 Thoughts to “OB-Wahl: Mit Liebe ins Saarbrücker Rathaus?”

  1. Hans

    es gibt schon wieder eine Wahl? Oberbürgermeister?
    Oh ja ich hab es gemerkt an den tollen Plakaten überall die einem das Stadtbild ganz verleiten. Ja und die Slogans samt Inhalten sind einfach smart und toll! Ich freue mich auf die Wahl, obwohl warum sollte ich? Es werden doch eh nur Posten innerhalb der Politikerkaste verteilt und für die Bürger ändert sich GARNIX zum Positiven. I Love SB und alle warten auf Peter Strobel wenn er denn kommt.

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  2. Thomas Braun

    Zwei Tage vor uns hatte sich auch die Saarbrücker Zeitung mit den vielsagenden Wahlplakaten beschäftigt … und auch mal nachgefragt, was sich die Parteien dabei eigentlich gedacht haben: http://saarland.sz-sb.de/Elias/detail_it.jsp?number=12

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