Dudweiler Wutbürger: wir Schönwetter-Demonstranten!

Zum Reden und Aufregen gibt es in Dudweiler derzeit wahrlich genug: Schließung der Geburtenklinik, Parksituation im Ort, Aussterben der Innenstadt, Ausfall des Dudofestes. Doch wenn es darum geht, Flagge zu zeigen und Menschenmassen zu mobilisieren, stehen die Initiatoren alleine da. Woran liegt’s?

Gleich vorab: Auch ich war nicht da, am Dienstag bei der großen Protestveranstaltung gegen die Verlegung der Entbindungsstation! Der großen Protestveranstaltung, die im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist. Bei strömendem Regen hatten es gerade einmal 60 Personen in den Park geschafft. Aber auch wenn die breite Masse nicht anwesend war, so doch anscheinend wichtige Vertreter der Dudweiler Öffentlichkeit: Bezirksratsmitglieder quer durch alle Fraktionen, Bürgermeister, Vertreter der Gewerbetreibenden, lokale Presse und cts-Angestellte. Das erhoffte „Massenbild“ musste trotzdem ausbleiben.

Ähnlich die Diskussionen um die Parksituation im Ortskern und die Zukunft der Fußgängerzone. Auch hier wird heiß diskutiert, wirklich gehandelt wird aber nicht. Der Antrag zum Beispiel, über eine Umwidmung der Fußgängerzone zu diskutieren, wurde von der Mehrheit der Parteien im Bezirksrat abgelehnt.

Ursachenforschung
Aber woran liegt es? Sind wir zu bequem, um für unsere Überzeugung auf die Straße zu gehen? Oder sind wir einfach nur zu sehr mit uns selbst beschäftigt? Oder verlagern sich die Proteste in neue Regionen – weg von der Straße ins Internet? Warum regt sich jeder auf, aber es wird keiner aktiv? Oder kümmern die Diskussionen nur wenige und wir stehen eigentlich alleine mit unserer Meinung?

Hier liebe Dudweilerer, liebe Mitbürger zählt Eure Meinung. Sind wir nur Schönwetter-Demonstranten? Oder ist uns sowieso eigentlich alles egal? Gibt es nichts mehr, für das wir bereit wären, zu kämpfen?

Zeigt Einsatz doch Erfolge?
Apropos kämpfen: Für den Erhalt der Frauenklinik konnten mittlerweile 6000 Unterschriften gesammelt werden – auch eine Form des Protestes, die vielleicht sogar gehört wird. Denn bei Facebook tauchten am Mittwoch die ersten, allerdings unbestätigten Gerüchte auf, dass die Frauenklinik vielleicht doch in Dudweiler bleiben soll. Wohl gemerkt, „Gerüchte“ – aber sie nähren die Hoffnung!

Mehr zum Thema:

http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufmacher/lokalnews/Dudweiler-Protest-Aktion-Stadtpark-Schliessung-Geburtsklinik-St-Josef;art27857,3788863

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2 Thoughts to “Dudweiler Wutbürger: wir Schönwetter-Demonstranten!”

  1. Hans

    Meiner Meinung nach geht es hier um Folgendes: Nein wir sind nicht zu bequem, denn wer geht schon gerne im strömenden Regen demonstrieren. Dann ist das so eine Sache mit der Geburtsklinik. Viele Einwohner in Dudweiler sind nur minimal und nicht mehr wirklich von dem Thema betroffen. Wenn hier eine Abteilung verschoben wird sollten zunächst einmal die Betroffenen der Klinik richtig Rabatz machen und nicht nur die Bürger. Auch ich finde es Schade wenn die Abteilung weg geht, aber so richtig stören würde es mich nicht. Es passt halt zu Dudweiler und das Firmen erst kräftig inverstieren (öfft. Mittel abgreifen) und dann schließen ist wahrlich nix Neues!
    Hier sollte die „Politik“ vor Ort mal richtig Flagge zeigen und nicht nur mit dem Regenschirm d**** rumstehen!

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  2. Harald Groß

    Dudweiler Wutbürger: Sind wir Schönwetter-Demonstranten?

    Meiner Meinung nach… Nein !
    Aber woran liegt es denn nun das es immer nur einige wenige sind, die aktiv etwas tun?
    Ich kann hier wieder nur meine eigenen Erfahrungen aus meiner Zeit bei der Bürgerinitiative Dudweiler einbringen. Und diese Erfahrungen sagen das die meisten Leute desillusioniert sind. Und aus dieser Zeit stammt auch meine Meinung über die Politiker an sich ->fraktions
    übergreifend.
    Aber von Anfang an…
    Dreist und hinterlistig haben die Saarbrücker im Februar 2010- während der Faschingszeit, in der Hoffnung das es im Trubel untergeht- bekannt gemacht das sie in Dudweiler das Freibad, das Kinderschwimmbecken in der Alber-Schweitzer-Schule, die Bücherei und den Dudweiler Bauhof schließen wollen, weil angeblich kein Geld mehr da sei. Gleichzeitig wollten sie aber insgesamt 169 Millionen Euro ausgeben um Saarbrücken attraktiver zu machen.
    Dafür sollten unserer Kinder dann nicht mehr schwimmen gehen können, damit sie aus ihrem Saarbrücker Drecksloch ein attraktives Drecksloch machen können.
    Zum Glück für Dudweiler hat der Plan von Britz und Latz nicht funktioniert. Eine aufmerksame Dudweiler Bürgerin hat eine Demo vor dem Freibad organisiert, die Zeitungen haben darüber berichtet und so habe ich davon erfahren.

    Da ich mitbekommen habe was nach 1974 mit Dudweiler passiert ist, -zum Beispiel war die Fußgängerzone aber auch der Bürgerhaus-Komplex bei Bürgern und Geschäftsleuten in Dudweiler mehr als umstritten, es wurden Gegengutachten von Dudweiler Geschäftsleuten erbracht und einiges mehr- hat mich die Hinterfotzigkeit mit der Saarbrücken mal wieder vorgegangen ist mehr als aufgeregt…ich war stinksauer.
    Also habe ich auf meinem privaten Drucker Flugblätter und Unterschriftenlisten gedruckt und mich mit meinem Sohn und einigen Nachbarskindern in die Fußgängerzone gestellt und Unterschriften gesammelt.
    Dabei fiel auf das es die älteren Mitbürger von Dudweiler waren, die sich über die Machenschaften aufregten während die jüngeren der Sache eher resigniert gegenüberstanden.
    „Schau dich hier mal um, die machen ja doch was sie wollen“ war der allgemeine Tenor.
    Nichtsdestotrotz wurde eine Bürgerinitiative gegründet die sich gegen die Saarbrücker Pläne stark machte.
    Und schon während der Gründung dieser Initiative wurde klar das diverse politische Parteien diese Initiave nur zu gerne „unterwandern“ würden, um ihre eigenen Ziele mit einzubringen. Als dann bekannt wurde das der „harte Kern“ beschlossen hat, dass niemand mit einem politischen Amt in das Leitungsteam der Bürgerinitiative gewählt werden dürfe war die Empörung groß. Ich selbst hatte stundenlange Diskussionen mit verschiedenen Parteiaffen, die einfach nicht einsehen wollten, dass sie bei uns nicht mitspielen dürfen.
    Genauso hatte ich aber auch Gespräche mit Bürgern. Und die vorherrschende Meinung war „Find ich gut das ihr was macht, aber das bringt ja doch nichts.“
    Auf die Frage, warum das nichts bringt erhielt ich als Antwort. „Das interessiert die doch schon lange nicht mehr wie es uns geht, die machen sich ihre Taschen voll, wenn sie abgewählt worden sind kann sie niemand mehr verantwortlich machen und wir sind mal wieder die verar….ten. WIE IMMER“
    Und dieses „WIE IMMER“ ist das eigentliche Problem. Denn, so sehr ich auch versucht habe, auch vor mir selbst, ein Argument gegen dieses „WIE IMMER“ zu finden, in Wirklichkeit gab es keins.
    Als aktuelles Beispiel ist da die Atomdiskussion und auch die EHEC-Problematik anzuführen. Wer auch immer gerade in der Opposition ist, nutzt jede Gelegnheit, egal ob menschliche Opfer dahinterstehen oder nicht, die momentane Regierung zu kritisieren um sich selbst politisch zu profilieren. Anscheinend denken politische Vertreter, dass die Bürger solch ein Verhalten nicht mitbekommen. Aber da täuschen sie sich. Wir bekommen das mit. Und alles was wir dazu sagen können ist „WIE IMMER“.
    Wer jetzt sagen will das man selbst politisch aktiv werden sollte, selbst etwas tun sollte, der sollte Bedenken welch ein Sumpf das ist, in dem man aktiv werden will.
    Das alles ist doch schon seit Jahrzenten ein geschäft auf der BAsis „Eine Hand wäscht die andere. Wenn ich jetzt in der Sache für dich bin, dann mußt du aber auch in meiner Sache für mich stimmen“. Damit nicht genug, ist es mittlerweile ein lachhaftes Gerücht das ein Politiker nur seinem Gewissen gegenüber verantwortlich ist.
    Ein heutiger Politiker ist seiner Partei gegenüber verantwortlich. Ist er gegen die Meinung die eine Bundespartei herausgibt wird er zurückgepfiffen oder gnadenlos dem politischen Tod überantwortet. Das geht sogar schon so weit, dass Bundespolitiker eine „Fraktionstreue“ einfordern, was ihnen rechtlich gar nicht zusteht. Wie weit es von der „Fraktionstreue“ bis zur „Fahnentreue“ ist bleibt jedem selbst überlassen.
    All diese Dinge führen aber dazu, das jeglicher Protest immer nur ein Strohfeuer sein wird. Ich habe es selbst gemerkt. Nachdem klar war das das Dudweiler Freibad für 2010 gerettet war, ist das öffentliche Interesse für die Bürgerinitiative Dudweiler kontinuierlich abgeflaut obwohl es genug Themen gab und gibt für die es sich zu kämpfen lohnt.
    Aber „WIE IMMER“ ist ist halt viel größer als ein paar Leute, die sich Gedanken um eine Verbesserung machen.
    Meine eigene kleine Meinung ist, wenn wir es schaffen „WIE IMMER“ aus unseren Parteien, Politikern und Bürgern herauszunehmen, dann passiert wirklich mal was.
    Ansonsten bleibt es halt „WIE IMMER“

    Grüße
    Harald Groß

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