Saarbrücker Straße: Rückbau im Sonderangebot

Am 12. Mai wurden die Anlieger der unteren Saarbrücker Straße offiziell über das geplante Bauvorhaben in ihrer Straße informiert. Die Gelegenheit für größere Umbauarbeiten ist derzeit sehr günstig, die Kosten könnten sich im Rahmen halten und für die Stadtoptik würde es auf jeden Fall eine Aufwertung bedeuten. Aber noch sind nicht alle Anwohner überzeugt.

Auf großen Stellwänden wurde präsentiert, wie die Straße nach dem Umbau aussehen könnte.
Auf großen Stellwänden wurde präsentiert, wie die Straße nach dem Umbau aussehen könnte.

Jetzt liegen die ersten Pläne offiziell auf dem Tisch. Die untere Saarbrücker Straße, vor Jahrzehnten einmal als Hauptverkehrsstraße angelegt, soll zu einem verkehrsberuhigten Bereich mit Parkbuchten, Baumanpflanzungen und neuen Laternen-Mästen zurückgebaut werden. Die Gelegenheit ist günstig wie nie: Denn durch die zurückliegenden Kanalarbeiten ist die ZKE, die die Kanalarbeiten durchgeführt hat, in der Pflicht, die Straße wiederherzustellen. Ein Teil der Umbaukosten könnte also damit verrechnet werden.

Kosten für Eigentümer im überschaubaren Rahmen
Aber auch die Hauseigentümer würden ihren Teil dazu beitragen müssen – und das sorgt für Verunsicherung und teilweise auch Unmut. Welche Beträge kommen auf den einzelnen zu? Und stellt der Umbau überhaupt eine Aufwertung dar, oder entstehen dadurch neue Probleme? Zum Beispiel, indem Parkraum künstlich verknappt wird  oder durch die Pflanzstellen der Bäume Regenwasser ins Erdreich und letzlich durch Risse in den Grundmauern auch in die Häuser eindringen könnte.

Zumindest bei der Kostenfrage scheinen die Befürchtungen für einen Großteil der Anwohner überhöht. Auch wenn es beim derzeitigen Planungsstand noch zu früh sei, konkrete Zahlen zu nennen, so konnte doch ein ungefährer Rahmen abgesteckt werden, der sich je nach Grundstücksgröße im dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Bereich bewegen würde.

„Ablöse“ und Ratenzahlung entschärft Situation weiter
Außerdem erlaubt die Straßenausbausatzung (Strabs) den Anwohner, sobald ein konkreter Kostenvoranschlag vorliegt, diesen direkt anzunehmen (§9 – „Ablöse“). Sollte sich danach herausstellen, dass die tatsächlichen Kosten höher als die veranschlagten liegen, könnte das den Anwohnern nicht mehr in Rechnung getellt werden. Umgekehrt würden sie aber nicht davon profitieren, wenn die tatsächlichen Kosten unter den vorher veranschlagten liegen würden.

Darüber hinaus gebe es auch immer die Möglichkeit, die Kosten in Raten abzuzahlen, wie ebenfalls in der Strabs geregelt ist. Die aktuelle „Strabs“ von Saarbrücken können Sie hier als PDF herunterladen.

Noch Überzeugungsarbeit nötig
Keine Übereinstimmung gibt es bei der Frage, wie die Ausgestaltung konkret vor sich gehen soll. Nicht jeder Anwohner möchte zum Beispiel einen Baum vor seinem Fenster stehen haben. Hier werden die verantwortlichen Planer noch Überzeugungsarbeit leisten müssen. Auch über die Parksituation wird sicherlich noch ausführlich diskutiert werden. Auf jeden Fall ist noch ein weiteres Treffen geplant – dann sollen auch konkretere Zahlen auf dem Tisch liegen.

Wenn die Vorplanungen reibungslos fortschreiten, könnte eventuell schon 2012 mit den Baumaßnahmen begonnen werden. Die Entscheidung, was wie umgebaut wird, liegt letzlich beim Bauauschuss, bzw. wenn eine gewisse Abgabenhöhe überschritten wird, ist auch die Zustimmung des Stadtrates nötig. Allerdings zeigen sich die Vertreter des Stadtplanungsamtes und der städtischen Verwaltung sehr bemüht, die Anregungen und auch Ängste der Anwohner zu berücksichtigen und in die Planungen miteinzubeziehen.

Als „Nicht-Anwohner“, sondern „Nur-Dudweilerer“ wäre eine Aufwertung des zentrumsnahen Bereiches sicherlich zu wünschen, denn wie hat Herr Rodermann, der ebenfalls an der Präsentation teilnahm, in seiner Einführung bemerkt: „Nur was sich wandelt, hat Bestand.“

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8 Thoughts to “Saarbrücker Straße: Rückbau im Sonderangebot”

  1. Christian Weirich

    Ich empfand die Veranstaltung gestern eigentlich als sehr informativ. Meine Angst, dass hier ein unnötiger „Prunkbau“ entstehen sollte, und somit die Anwohner in enormem Umfang zur Kasse gebeten werden sollten wurde gestern genommen. Auf mich machte gestern der erste Plan einen sehr vernünftigen Eindruck, und wenn die angekündigten Zahlen sich bewahrheiten, fallen die Kosten für die Anwohner auch eher „moderat“ aus. Grundsätzlich ist die Neugestaltung ja eine gute Sache für die Anwohner, die Straße und für Dudweiler. Zumal es ja sehr lobenswert ist, dass die Stadt hier mal in einem Bereich wieder etwas in Dudweiler investiert.
    Schade fand ich, dass gestern der teilweise nicht ganz nachvollziehbare Unmut einiger Anwohner die Sachdiskussion zur Klärung eventueller Detailfragen oder Gestaltungswünsche überlagert hat. Aber vielleicht wird das in dem zweiten Treffen für alle etwas sachlicher, wenn jeder daheim mal in Ruhe nachgerechnet hat, was da in etwa auf einen zukommt, bzw. in der zweiten Runde genauere Zahlen vorliegen. – Von meiner Seite ein Dankeschön an die Damen & Herren des Stadtplanungsamtes, dass sie sich gestern die Zeit genommen haben und so gut das zum aktuellen Planungsstand ging, Rede und Antwort gestanden haben!

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  2. maz

    was soll an dieser nebenstrasse denn dudweiler bereichern?
    sollen leute da flanieren und die ganz tiollen neuen bäume begutachten ode rdie neue luxuxteerdecke?

    ich frage mich wer so einen blödsinn plant?

    gibts in dudweiler nicht bereiche die es nötiger haben mal saniert zu werden? fast überall sind nur buckelpisten und eine abgelegene seitestrasse die keinen wirklich mehr interessiert soll jetzt zur flaniermeile werden? machen dan jetzt nobelboutiqen und metzger auf?
    ich fasse es nicht wie man sich hier für so ein projekt ereifern kann das keinerlei nutzen für den kernbereich hat.

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    1. Eberhard Gelsner

      Ich stimme Ihnen vollkommen zu!

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  3. Christian Weirich

    Leben und Wohnen gehören meiner Meinung nach untrennbar zusammen. Von daher profitiert Dudweiler und die Anwohner da schon, wenn die Straße wieder manierlich aussieht.

    Außerdem reden wir hier nicht von einem ehemaligen Feldweg in Form einer Nebenstraße sondern von einem Teil einer der Hauptstraßen von Dudweiler. Darüber hinaus ist die Straße aktuell durch die Kanalsanierung der ZKE in eben dem Zustand einer Buckelpiste und muss sowieso gemacht werden. Ergo steht die Sanierung sowieso an.

    Von daher verstehe ich die Polemik von „maz“ kein bisschen.

    Was wären denn Deiner Meinung nach Projekte, die im „Kernbereich von Dudweiler“ umgesetzt werden sollten?

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  4. maz

    ganz oben steht.
    kostenloses parken und weg mit der fussgängerzone.

    das sind projekte die etwas bewegen.

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  5. Hans

    Also ich sehe da auch keinen Vorteil für Dudweiler. Ob da jetzt der Wurmfortsatz der alten Saarbrückerstraße Parkbuchten und Bäumchen hat, das hat sicherlich keinen Nährwert! Die sollen die Straße abfräsen, neu teeren und gut ist es. Auch ich bin der Meinung das es anderswo in Dudweiler sinnvoller wäre die Straßen instand zusetzen bzw. einwenig zu verbessern.

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  6. Thomas Braun

    Auch wenn ja die Meinung im Artikel durch die Kommentare hier attackiert wird, bin ich doch sehr froh um diese Diskussion: Denn sie ist ein Beweis für uns, dass „politische“ Lokalberichterstattung in Dudweiler, wie wir versuchen, sie zu betreiben, dringend überfällig war. Beispiel Saarbrücker Straße: Die Entscheidung zur Sanierung stammt nicht von ungefähr – irgendjemand hat sie getroffen. Und es kommt nicht immer alles aus der Verwaltung – denn diese arbeitet oftmals auch nur Prioritätenlisten ab, die irgendwann von irgendwelchen Räten – sei es Bezirksrat oder Stadtrat, also gewählten Vertretern – erstellt wurden. Davon bekommt aber keiner etwas mit, weil die Politik in Dudweiler anscheinend oftmals jenseits der Wahrnehmungsgrenze operiert. Seit ich den Blog betreibe gehe ich mit viel offeneren Augen durch Dudweiler; ich lerne Politiker kennen, von denen mich einige überzeugen und andere – fernab von ihrer politischen Heimat – eigentlich als unwählbar erscheinen. Ich lerne auch, dass viele unserer Diskussionen hier vor langer Zeit schon in verschiedenen Gremien geführt wurden – seien es der Bezirksrat, Verkehrsverein oder Unternehmerforum. Aber man bekommt es in der Öffentlichkeit nicht mit.

    Viele Punkte, die für mich – und auch andere hier – offensichtlich „einfach“ aussehen, entpuppen sich, wenn man sich mit Verantwortlichen auseinandersetzt als sehr kompliziert: Sei es die Schaffung von Parkraum, Sanierung von Straßen, Einrichtung von Studentenangeboten etc.

    Wir wollen versuchen, da nach und nach etwas Licht ins Dunkel zu bringen – hoffen aber, dass die Diskussionen darum nicht aufhören, weil nur so auch irgendwann die „neue“, „entzündende“ Idee dabei ist, die wirklich ein Fortschritt ist und auch umsetzbar wäre…

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  7. Hans

    Sehr geehrter Herr Braun,
    niemand will hier eine Meinung „attackieren“, sondern vielmehr einen etwas anderen Standpunkt darlegen. Ob hier für eine Sanierung irgendjemand eine politische Entscheidung o.ä. gefällt hat, wird in Dudweiler eh kaum wahr genommen, da unser Rat eh alles im Verborgenen fällt.(Sich die Entscheidung auch noch von SB absegnen lassen darf) Oder glauben Sie, es interessiert in „Süd“ oder einem anderen Stadtteil jemanden, ob der Wurmfortsatz der Sb-Strasse erneuert wird. Da wären die Theodor-Storm, Gartenstraße usw. doch sicherlich von höherem „Wert“! ja und noch etwas, daß wir hier in Dudweiler Lokalpolitiker haben, ist mir persönlich seit 1974 nicht bekannt. Bis heute sind mir allenfalls unsere Frühstücksbürgermeister nur durch Besuche oder Eröffnungen bei irgendwelchen unwichtigen „Events“ aufgefallen. Das wir hier sonst noch Politiker haben ist mir als alter „Dudweilerer“ noch nicht aufgefallen. im Übrigen teile ich Ihre Meinung das es eine wichtige Sache ist, über eine lokalpolitsche Berichterstattung via Dudweiler-Blog zu diskutieren. Nur sollte auch diese Berichterstattung noch mehr bekannt gemacht werden.

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