Teure Toilettenanlage im Park

In einem offenen Brief an die Bezirksratsfraktionen haben wir im Namen unserer Leser einmal die desolate Situation der Toilettenanlage im Dudweiler Stadtpark angesprochen. Die Reaktionen haben gezeigt, dass die Dudweiler Politik das ernst nimmt, aber teilweise vor größere Probleme gestellt wird.

Politik ist nicht imme einfach – selbst im kleinen kommunalen Bereich. Das durften wir in der letzten Woche feststellen, als uns einmal die Zuständigkeiten bei einem städtischen Gebäude wie den Toilettenanlagen im Park erklärt wurden. Gut informiert ist hier zum Beispiel CDU-Fraktionschef Rainer Dorscheid, der uns erklärte, dass solche Gebäude von dem städtischen Tochterunternehmen Gebäudemanagement Saarbrücken (GMS) gebaut und Instand gehalten würden. Für diese Leistungen werde die GMS von der Stadt bezahlt – zum Beispiel in Rahmen von Mietverträgen.

Prioritäten abarbeiten
Soweit klingt das alles noch plausibel – schwer nachzuvollziehen wird es dann, wenn man hört, was die GMS für den Neubau/ Sanierung der Toilettenanlage in Dudweiler veranschlagt. Laut Tobias Raab, FDP-Fraktionsmitglied, rechne die GMS hier mit Investitionen von 160.000 Euro, die sie sich natürlich von der Stadt (oder in diesem Fall: unserem Stadtbezirk) zurückholen wollen. Und bei solch hohen Summen wird nicht mehr einfach ein Bauauftrag aus dem Ärmel geschüttelt – zumal die GMS nicht nur für die Toilettenanlagen im Park, sondern auch für Schulen, Kindergärten, Ämter und andere städtischen Gebäude verantwortlich ist. Und hier muss dann schon überlegt werden, wo die Prioritäten liegen. Ob zum Beispiel der Neubau einer Kindertagesstätte in Jägersfreude nicht doch wichtiger ist, als das stille Örtchen im Park.

Hohe Investitionskosten
Was wirklich schockierend ist, sind die hohen Zahlen: 160.000 Euro! Wenn man diese Zahlen hört, kann man froh sein, dass man sich als Privatperson seinen Bauleiter noch selbst aussuchen kann – wenn bei der GMS alleine die Toilette soviel kostet, wie andernorts ein ganzes Haus.

Anlage wird saniert
Aber jetzt die gute Nachricht: Kosten hin oder Kosten her – das neue Toilettenhäuschen soll kommen, wie die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dudweiler Bezirksrat, Sigrun Krack, zu berichten wusste. Aber wahrscheinlich erst im nächsten Jahr. Auf jeden Fall werde das Thema im Bezirksrat aber nicht vergessen werden.

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One Thought to “Teure Toilettenanlage im Park”

  1. Andrea Groß

    Hallo Leute,
    das ist wieder ein Beispiel für den täglichen Wahnsinn !
    Der Park wurde doch im Rahmen von Urban II für eine 7-stellige Summe umgebaut. Wieso hat da niemand an Kiosk oder Toilette gedacht ?
    Wer hat den Plan entwickelt ? Für welche Benutzer ist der Dudweiler Stadtpark eigentlich gedacht ?
    Für ältere Leute und kleine Kinder mit ihren Begleitern anscheinend nicht !
    Es ist nicht so, dass nicht genug Geld da ist. Das Geld wird nur völlig falsch verwendet. Bestes Beispiel in dem Artikel: 160.000 Euro für den Bau eine Toilette ?
    Was macht die GMS eigentlich mit ihren Gewinnen ?
    Erhält der Stadtverband Saarbrücken diese Gewinne ?
    Dann würde sich der Schaden ja in Grenzen halten…
    Zugeben, die Bezirke dürfen bluten, damit der Stadtverband die Mitte verschönern kann… aber das Geld kommt ja wenigsten noch mal zurück.. leider nur , um nur noch riskanter eingesetzt zu werden (aktuelles Negativ-Beispiel Elbharmonie : von 77 auf über 320 Millionen verteuert ..bis jetzt, Hochrechnung für Stadtmitte-am-Fluss : von 300 auf …. ? )
    Aber mich würde eine Frage wirklich interessieren:
    Macht die GMS eigentlich Gewinne?
    Ich würde mich freuen, wenn mir da jemand etwas konkretes sagen könnte. Würde mich wenigstens ein bißchen beruhigen, falls da ein plus erwirtschaftet würde!
    Viele Grüße
    Andrea Groß

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