Dudweiler Entbindungs-Station: Im Vergleich mit Anderen immer noch die beste Alternative?

Bei Wer-kennt-wen.de hat sich unter Müttern eine Diskussion um die Qualität des Dudweiler Krankenhauses entwickelt. Während wir vor kurzem noch berichteten, dass ehemalige Patienten – bis auf wenige Ausnahmen – eigentlich sehr zufrieden mit Ihrem Aufenthalt dort waren, werden in einer WKW-Gruppe nun kritische Stimmen laut. Vor allem Infektionen mit dem Krankenhaus-Erreger MRSA scheinen an dem guten Ruf zu rütteln. Das wäre aber nicht nur ein Dudweiler, sondern ein landesweites Problem.

St. Josefs Krankenhaus in Dudweiler
St. Josefs Krankenhaus in Dudweiler

Seit einigen Wochen wehren sich viele Dudweiler Bürger gegen die drohende Schließung der Frauenklinik in Dudweiler. In diesem Zusammenhang muss die Frage erlaubt sein, ob sich dieser Kampf überhaupt lohnt.  Unbestritten ist, dass sich dieser Bereich des Krankenhauses unter Chefarzt Dr. Schales einen sehr guten Ruf weit über die Ortsgrenzen hinaus erstritten hat. Aber genießt die Klinik auch heute noch dieses hervorragende Renommée? Lohnt der Einsatz der Bürger noch, dieses Stück Tradition wirklich im Ort zu halten – oder wird sich für etwas eingesetzt, das seine besten Jahre bereits hinter sich hat?

Objektive Einschätzung schwierig
Es ist ein schwieriges Terrain, auf das wir uns hier begeben. Wie beurteilt man den Ruf einer Institution, ohne etwas schönzureden oder – umgekehrt – Rufschädigung zu betreiben? Wie kann man etwas möglichst objektiv einschätzen, was eigentlich auf einem sehr subjektivem Empfinden fußt – gerade wenn valides Zahlenmaterial fehlt.

Im privaten Bereich ist das sicherlich einfach: Man hört sich um. Welche Erfahrungen haben andere gemacht? Wie gut fühlten sie sich aufgehoben? Auch im öffentlichen Bereich mag diese Vorgehensweise legitim sein, erfordert aber viel mehr Fingerspitzengefühl. Und das betrifft nicht nur einen Artikel in unserem Weblog, sondern auch Einträge in einem öffentlichen Forum wie Wer-kennt-wen. Hier muss man immer im Hinterkopf behalten, dass es sich bei den Kommentaren um Einzelmeinungen handelt. Und eine schlechte Erfahrung ist bei rund 700 Geburten pro Jahr immer nur ein verschwindend geringer Teil.

Dudweiler Kloschder: Trotz einzelner Negativ-Berichte immer noch die beste Alternative?
Dudweiler Kloschder: Trotz einzelner Negativ-Berichte immer noch die beste Alternative?

MRSA ein landesweites Problem
Ein Problem, dem sich die Dudweiler Klinik wohl zu stellen hat, betrifft den als „Krankenhaus-Keim“ bekannten Erreger MRSA. Hier hatten in jüngerer Vergangenheit nach der Aussage einer Person in der WKW-Gruppe „Rettung der Entbindungsklinik“ einzelne Kaiserschnitt-Patientinnen nach der Entbindung wohl Probleme.

Nun muss man aber auch festhalten, dass dies kein spezielles Problem des Dudweiler Krankenhauses ist, sondern viele Kliniken im Saarland betrifft, wie eine landesweite Studie der Uniklinik Homburg im vergangenen Jahr ergeben hat. Danach waren von 20.000 untersuchten Patienten 405 mit diesem Keim infiziert – also 2,02 Prozent, und damit mehr als bei vergleichbaren Studien im restlichen Deutschland.

Bei allem Für und Wider, das in der öffentlichen Debatte um das Dudweiler Krankenhaus derzeit angebracht wird, muss man also immer auch einen Blick über den Tellerrand werfen: Wäre ich anderswo besser aufgehoben gewesen – oder wäre das Risiko das gleiche gewesen? Ist die Betreuung und die Atmosphäre im Dudweiler Kloschder im Vergleich mit den Alternativen nicht trotzdem noch die beste Wahl? Und sollte nicht auch kommenden Müttern noch die Gelegenheit gegeben werden, unter den günstigsten Umständen ihr Kind zur Welt zu bringen?

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