Bei der Fußgängerzone scheiden sich die Geister

Seit längerer Zeit ein Reizthema in Dudweiler: Die Parksituation in Dorfnähe. Während der Marktplatz eigentlich längst wieder für den Auto-Verkehr gesperrt sein sollte, was derzeit noch an organisatorischen Problemen scheitert, zeigt die starke Nutzung umgekehrt, das ein großer Bedarf an zentrumsnahen Parkmöglichkeiten herrscht. Wir hatten deshalb die Diskussionsrunde rund um eine Öffnung der Fußgänger-Zone eröffnet – ein Vorschlag, der nicht überall Freunde findet.

PKWs in der verwaisten Fußgängerzone
PKWs in der verwaisten Fußgängerzone

Während sich bei unserer (nicht repräsentativen) Umfrage auf der Homepage noch eine Mehrheit für diesen Vorschlag abzeichnet, sprechen sich die Dudweiler Grünen klar gegen solch eine Lösung aus. Aus Sicht von Sigrun Krack, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dudweiler Bezirksrat, sollten sowohl der Marktplatz als auch die Fußgängerzone schnellstmöglich wieder autofrei sein.

Keine grundsätzliche Ablehnung – aber Hürden bei der Realisierung
Etwas differenzierter sieht es Rainer Dorscheid, Vorsitzender der CDU-Bezirksratsfraktion. Er scheint die Öffnung der Fußgängerzone für den Verkehr nicht grundsätzlich abzulehnen, weißt aber auf die vielen Probleme hin, die solch ein Vorschlag mit sich bringt. Nicht nur, dass der Unterbau der Straße für regelmäßigen PKW-Verkehr eigentlich nicht ausgelegt sei, auch die Anlieger hätten hier ein Wörtchen mitzureden. Ähnlich wie bei der aktuellen Diskussion zum Umbau der Saarbrücke Straße, bei dem die Anlieger finanziell beteiligt werden sollen, mussten auch die Anwohner der Fußgängerzone beim Umbau seinerzeit ihren Beitrag leisten. Und der lag höher, als wenn es in der Dorfmitte bei der normalen Durchgangstraße geblieben wäre. Würde jetzt wieder umgebaut, könnten sie möglicherweise einen Anteil zurück verlangen.

Auch die Dudweiler FDP ist auf der Suche nach praktikablen Lösungen zum ortsnahen Parken. In einem Kommentar zur eigenen Pressemeldung auf unserem Blog brachte FDP-Vorsitzender Tobias Raab den Gedanken ins Spiel, die Öffnungszeiten der Fußgängerzone zu modifizieren, d.h. zum Beispiel auch mittags Einfahrten zulassen. Ebenso könne man „erneut über den Marktplatz nachdenken, oder natürlich auch das Thema Brötchentaste in Angriff nehmen“ – natürlich immer unter dem Vorbehalt der Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit.

Konzept „Kurzparker“ erfordert Kontrollen
Mit den Kurzzeit-Parkplätzen, auf die die Lösung „Brötchentaste“ anspielt, geht aber ein weiteres Problem einher, wie Rainer Dorscheid anmerkte: Damit die Kurzzeit-Parkplätze als solche genutzt würden (und möglichst vielen Autofahrern einen kurzen Halt ermöglichen), müssten auch regelmäßige Kontrollen stattfinden. Auf dem kostenlosen Platz für Kurzparker vor dem Rathaus zum Beispiel stünden die Autos derzeit oftmals ohne Parkscheibe – ohne dass die Halter Konsequenzen fürchten müssten.

Fazit: Was nach einer einfachen und praktikablen Lösung zur Belebung des Ortskerns aussah, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sehr schwieriges Terrain, wo es noch viele Baustellen gibt. Hinzu kommt, dass die vorgeschlagene Lösung nicht nur Freunde hat – also auch politischer Widerstand zu erwarten ist. Aber es zeigt sich auch, dass der Bezirksrat sich mit dem Thema beschäftigt und auf der Suche nach Lösungen ist.

Marktplatz bald wieder autofrei
Bis dahin wird aber zunächst wieder der Status Quo hergestellt – dem Bezirksrats-Beschluss, den Marktplatz autofrei zu bekommen, sollen schon bald Taten folgen. Die derzeitige Verzögerung hängt wohl an organisatorischen Problemen. Die Einfahrt zum Marktplatz einfach wieder mit Pollern zu verschließen scheint nämlich keine praktikable Lösung, da dann zu jedem Wochenmarkt ein städtischer Mitarbeiter parat stehen müsste, der den Händlern Zufahrt gewährt. Um dies zu umgehen, sollen voraussichtlich Schranken installiert werden – doch solch ein Umbau zieht sich nun einmal hin.

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One Thought to “Bei der Fußgängerzone scheiden sich die Geister”

  1. Harald Groß

    Hallo an alle 🙂

    Ursprünglich wurde die Fußgängerzone mit Urban II – Mitteln angelegt um das Zentrum von Dudweiler zu beleben. So hat es die Politik seinerzeit propagiert. Es gab, von den Gewerbetreibenden aber auch von Bürgern, starke Bedenken gegen diesen Plan und der Nutzen und Erfolg wurde mehr als einmal in Frage gestellt.
    Nun, ist genau das eingetroffen was Gewerbetreibende und Bürger vorausgesagt hatten.
    Die Dudweiler Fußgängerzone war der Todesstoß für das Zentrum!
    Jetzt kommen die Dudweiler Bürger mit einer neuen Idee um ihr Zentrum wenigstens etwas attraktiver zu machen und was hören sie von ihren (angeblichen?) Politischen Vertretern?
    Wahlkampf und Partei-Positionierungsgeschwafel.
    Zum Beispiel von Frau Krack, der die Bürger und Gewerbetreibenden offensichtlich egal sind. Hauptsache die angebliche Fußgängerzone bleibt autofrei.
    Mit derart politischer Kurzsichtigkeit, sind wir ja schon länger geschlagen, aber es ist immer wieder verwunderlich wie weit parteitreues Sehen und Denken nachhaltig den Verstand beeinflussen können.
    Aus meiner Sicht war, ist, und wird diese Zone immer ein fehler sein.
    Und wenn es die Verantwortlichen in Saarbrücken wirklich Geld kosten würde (Rückzahlung an die Anwohner etc.) einen einigermaßen tragebaren Zustand wiederherzustellen, ist das Geld tausendmal besser in Dudweiler angelegt, anstatt einen Tunnel, den ebenfalls niemand will, in Saarbrücken zu bauen.
    Aber um so etwas geistig verarbeiten zu können, müßte man ja über die Brille hinaus sehen, die ihre Parteien, unseren angeblichen Volksvertretern auf die Nase geschweißt haben.
    Und das sie zu so etweas nicht in der Lage sind, beweisen sie uns ja fast täglich.

    Grüße 🙂
    Harald

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